Bis Ende August müssen Pläne und Modelle für eine Überbauung mit rund 150 neuen Wohnungen im Brisgi-Areal bei der Abteilung Entwicklungsplanung deponiert sein. Ende September will die Wohnbaustiftung Baden dann die Sieger bekannt geben.
Am Wettbewerb beteiligen sich zehn Teams, bestehend aus je einem Architektur- und einem Landschaftsarchitekturbüro. Sie sind aufgrund einer Präqualifikation für die Wettbewerbsrunde ausgewählt worden. Laut der Stiftung habe man sich für das selektive Verfahren entschieden, weil die besten Fachleute anhand ihrer Qualifikation im Bezug zu dieser konkreten Aufgabe sich am Wettbewerb beteiligen sollen.

Mit Meier Leder – in Arbeitsgemeinschaft mit dem Zürcher Büro Müller Sigrist – ist lediglich ein Büro aus der Region in diesen Kreis renommierter, zum Teil international tätiger Büros, vertreten. Mit Ausnahme von Scheibler & Villard zusammen mit Bryum (Basel) sowie der zürcherisch/baslerischen Kooperation Park Architekten/Fontana Landschaftsarchitektur stammen allesamt aus Zürich. An vorderster Front dabei sind die Sieger der Testplanung aus dem Jahre 2012, Hosoya Schaefer Architects in der Arbeitsgemeinschaft mit hssp, und Vogt Landschaftsarchitekten, alle Zürich. Die Zürcher Dominanz führt Stadtammann Geri Müller, Präsident der Stiftung, auf das Know-how im gemeinnützigen Wohnungsbau zurück.

Für den Architekturwettbewerb gelten die Vorgaben, wie sie anlehnend an die Testplanung entwickelt worden sind. Der Perimeter beschränkt sich auf die an den Hang unterhalb der Bahnlinie anlehnende Fläche. Das Areal der beiden Punkthäuser und des Brisgi-Hochhauses – wo gleich daneben ein weiteres Punkthaus in Planung ist – gehört nicht zum Perimeter. Zwingend vorgegeben sind die Verteilung auf drei Baufelder, zwei Korridore von mindestens 15 Metern, die Dichte und die Nutzungen sowie der Aussenraum mit einem zentralen Platz als Bindeglied zum bestehenden Hochhaus.

Ergab die Testplanung noch eine Hauptnutzfläche von 13 000 Quadratmetern beziehungsweise 130 Wohnungen, so haben anschliessende Überlegungen dazu geführt, die Nutzung auf 15 000 Quadratmeter aufzustocken, ist im Wettbewerbsprogramm aufgeführt. Das macht eine Planung von 150 Wohnungen möglich. 90 Prozent der Flächen sind für kostengünstigen Wohnungsbau vorgesehen, wovon wiederum 10 Prozent flexibel geplant werden sollen, damit diese später allenfalls als Gewerbeflächen nutzbar wären.

Im Erdgeschoss sollen bereits jetzt Einheiten möglich sein, die für Gastronomie, Kleingewerbe, Ateliers oder Quartierversorger genutzt werden könnten, und zwar im Umfang von 10 Prozent der Hauptnutzungsfläche. Überhaupt sollen im Erdgeschoss auch Flächen für Kinderbetreuung, Gemeinschaftsraum, Wohnateliers etc. möglich sein, um eine gute Durchmischung respektive Vernetzung im Quartier zu erreichen.

Differenziertes Wohnen

Laut der städtischen Wohnbaustiftung wünscht man sich möglichst vielseitige Wohnkonzepte für Menschen unterschiedlich im Alter und in der Lebensweise, also sowohl für Familien, Wohngemeinschaften, Senioren-WGs oder Mehrgenerationen-Wohnen.
Die Wohnbaustiftung Baden wurde im Rahmen der Diskussion um die Wohnbau- Initiative und dann aufgrund des städtischen Wohnbaukonzepts ins Leben gerufen im November 2012.

Vorher, nämlich am 15. Mai 2011 genehmigt das Badener Stimmvolk mit einer Dreiviertelmehrheit an Ja-Stimmen einen Stiftungsbeitrag von 10 Millionen Franken. Dieser Betrag soll weitgehend im Brisgi für den Wohnbau eingesetzt werden. Dank Kostenmieten, die gemäss Stiftungsauftrag keinen Gewinn abwerfen sollen, werden günstige Mietpreise ermöglicht.

Das Brisgi-Areal, der durch die Bahnlinie abgetrennte Teil des Quartiers Kappelerhof, ist mit 6,5 Hektaren Land eine der letzten grossen Baulandreserven der Stadt Baden. Mit dem Areal soll sich auch das Quartier entwickeln können. Ursprünglich war der Architektur-Wettbewerb bereits auf 2013 geplant, und man liebäugelte mit einem Baubeginn im Brisgi-Areal im 2016. Laut Geri Müller ist nun mit einem Start frühestens im Jahr 2020 zu rechnen.