Mit seiner Kolumne im Badener Tagblatt (BT) sorgte Simon Balissat vor gut einer Woche für einigen Wirbel, indem er am FC Baden und dessen Präsidenten Thomi Bräm kein gutes Haar liess. Die Vorwürfe in der Kolumne will der Club-Präsident nicht auf sich sitzen lassen.

Herr Bräm, die letzte BT-Kolumne hat scharfes Geschütz gegen den FC Baden und Sie als Club-Präsidenten aufgefahren. Was war Ihre erste Reaktion, als Sie die Kolumne am Donnerstag vor einer Woche gelesen haben?

Thomas Bräm: Wir alle im Verein geben ehrenamtlich, mit Herzblut und viel Leidenschaft Hunderte von Stunden unserer Freizeit für den FC Baden her. Mein erster Gedanke war: «Haben wir das wirklich verdient?»

Ein Vorwurf lautet, der FC Baden habe keine Ambitionen mehr und gebe stattdessen das Geld für unsinnige Aktionen aus.

Das kann ich so nicht stehen lassen. Beim FC Baden wird kein Geld für unsinnige Aktionen ausgegeben. Wir haben unsere Ambitionen überhaupt nicht begraben. Seit dem Abstieg und der Reduktion der zwei höchsten Spielklassen auf nur noch je zehn Vereine ist es an der Spitze eng und somit auch teurer geworden. Unser Budget ist seit vielen Jahren mit rund 1 Mio. Franken immer etwa gleich gross geblieben. Wir sind stolz darauf, dass wir dieses Budget in den letzten Jahren trotz Abstieg und wirtschaftlich schwieriger Zeiten mit einem grossen Aufwand halten konnten. Wir haben ein klares Konzept, unsere Sponsoren erhalten bei uns sehr viele Gegenleistungen; das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. 

Strebt der FC Baden längerfristig wieder den Aufstieg in die Challenge League an?

Ein Wunschtraum – das nächste Ziel ist endlich einmal der Aufstieg in die Promotion League, wo wir mit dem jetzigen Budget vermutlich bestehen könnten. Um längerfristig wieder in der zweithöchsten Schweizer Liga zu spielen, müssten die beiden obersten Ligen realistischerweise wieder auf total 24 Mannschaften aufgestockt werden. Für die Challenge League braucht es ein Budget von rund 2,5 Mio. Franken, davon sind wir heute weit entfernt, aber wir arbeiten daran.

Beim Apéro mit Sponsoren würde das wenig vorhandene Geld gemeinsam vernichtet. Stimmt das?

Hier hätte der Kolumnist besser recherchieren sollen. Diese VIP-Apéros werden privat finanziert und nicht vom Verein, es wird kein Geld vernichtet.

Der wohl heftigste Vorwurf betrifft Videoaufnahmen von Spielen. Erstens sei deren Nutzen marginal. Und zweitens würden Sie persönlich an diesen verdienen, weil Ihre Dokumentar-Film AG für die Aufzeichnungen verantwortlich zeichnet.

Diese Unwahrheit hat mich in der Tat am meisten getroffen. Es wird kein Geld vernichtet mit den Videoaufnahmen, diese verursachen dem FC Baden keine Kosten und es fliesst kein Geld des Vereins in die eigenen Taschen des Präsidenten. Das Gegenteil ist der Fall: Das jährlich entstehende, vierstellige Defizit der Video-Produktionen wird von mir bezahlt. Der Nutzen der Videos ist nicht marginal und insbesondere ein Zusatznutzen für den Trainer, aber auch für die Spieler im Hinblick auf spätere erfolgreiche Transfers.

Ich erinnere mich an vergangene Cup-Spiele gegen Super-League-Vertreter, an denen ich fast eine halbe Stunde für ein Bier anstehen musste, weil es einfach zu wenige Zapfhähne gab. Auch meine Frage war: Wieso hat sich der Verein nicht besser vorbereitet und dadurch die Chance verpasst, mit wenig Aufwand die Vereinskasse aufzubessern?

Sie sprechen gleich von mehreren Cup-Spielen, welches meinen Sie denn genau? Am Cup-Spiel gegen den FC Zürich im November 2013 war das Catering in der Tat suboptimal organisiert. Es kamen viel mehr Zuschauer ins Stadion als angenommen und es entstanden unschöne Wartezeiten. Doch beim letzten Cup-Spiel im August 2014 gegen St. Gallen hatten wir an drei Verkaufspunkten total 18 Zapfanlagen im Stadion – zusätzlich zum Restaurant Esp – und niemand musste auf sein Bier warten. Aber was den Kolumnisten betrifft: Helfer für den Bierausschank sind jederzeit willkommen, auch solche mit spitzer Feder.