Fussball

FC Baden prüfte Forfait-Niederlage aus Kostengründen

FC Baden gegen den FC St. Gallen.

FC Baden gegen den FC St. Gallen.

Das Cupspiel Baden gegen Gallen (3:8) stand im Vorfeld wegen hoher Sicherheitskosten auf der Kippe.

Am Tag nach dem Cup-Spiel ist Baden-Präsident Thomi Bräm erleichtert – trotz 3:8-Niederlage. «Es war ein Fussballfest und wir gehen davon aus, dass wir finanziell rauskommen; vermutlich werden wir sogar einen kleinen vierstelligen Reingewinn erzielen. Danke an alle 2750 Fans, die ins Stadion gekommen sind.»

Die Kostenfrage hielt die Verantwortlichen in den vergangenen fünf Wochen auf Trab. «Die Durchführung des Spiels war unsicher», schrieb Bräm im Matchprogramm. «Die unverhältnismässig hohen, sechsstelligen Kosten für die Sicherheit gefährden den Anlass und den gesamten Schweizer Cup», kritisiert er.

In einer ausserordentlichen Vorstandssitzung war gar intensiv diskutiert worden, das Spiel abzusagen und eine Forfait-Niederlage in Kauf zu nehmen. «Der Mannschaft und dem Sport zuliebe haben wir entschieden, dass wir das Spiel durchführen, trotz finanziellem Risiko.»

Dank der perfekten Bedingungen mit schönem und warmem Wetter sei nun eine hohe Zuschauerzahl und als Folge ein voraussichtlich kleiner Gewinn möglich geworden. «Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass wir nur schon bei durchschnittlichen Bedingungen einen Verlust gemacht hätten.» Aus Sicht von Bräm befindet sich der Schweizer Cup in einer Sinnkrise.

«Der Mannschaft und dem Sport zuliebe haben wir entschieden, das Spiel durchzuführen, trotz finanziellem Risiko.»

Thomi Bräm, Präsident FC Baden

«Der Mannschaft und dem Sport zuliebe haben wir entschieden, das Spiel durchzuführen, trotz finanziellem Risiko.»

«Der Wettbewerb hat eine lange Tradition und gehört aufs Land, darin sind sich alle einig. Aber der Wettbewerb bringt kleine Verein an den Rand des Ruins.» Es könne doch nicht sein, dass der Heimklub exorbitant hohe Ticketpreise verlangen müsse, um ein Cup-Spiel finanzieren zu können. Und es könne nicht sein, dass der Schweizer Fussballverband die horrenden Kosten und das grosse Risiko auf die finanzschwachen Vereine der unteren Ligen abwälze, währenddem seine eigene Kasse gut gefüllt sei.

«Eine Defizitgarantie vom SFV zugunsten der Heimklubs wäre hier ein verkraftbarer Anfang», so Bräm. Er stört sich weiter daran, dass es im Kanton Aargau im Gegensatz zu anderen Kantonen nicht möglich sei, Amateurvereine bei einem Spiel pro Jahr gänzlich von den Kosten eines Polizeieinsatzes zu befreien.

Es würde jedem Sportler das Herz zerreissen, wenn seinem Verein zukünftig bei einem Cup-Spiel nichts anderes als ein Forfait übrig bleibe und dessen Vorstandsmitglieder dann wohl noch in grosser Kritik stünden. «Wenn die Verbände und die Politik keine Lösungen finden, werden wir das erleben.» Die gute Nachricht zum Schluss: «Im und um das Stadion blieb es am Sonntag friedlich.»

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