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FCB-Präsident Thomi Bräm: «Ich bin stolz auf das, was wir erreicht haben»

Thomi Bräm tritt Ende Saison als Präsident des FC Baden ab – mit vielen guten Erinnerungen. In seinem Rücktrittsschreiben fehlt es aber auch nicht an nachdenklichen Worten.

Pirmin Kramer
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Thomi Bräm.

Thomi Bräm.

Rolf Jenni

Turbulente Zeiten für den FC Baden auf und neben dem Platz: Der ersten Mannschaft läuft es nicht nach Wunsch, Tabellenplatz 9 nach der Vorrunde entspricht nicht den Erwartungen. Und am Samstag gab Präsident Thomi Bräm seinen Rücktritt per Ende Saison bekannt. Am «Halbzyt-Obig», dem traditionellen Gala-Abend der FC-Baden-Familie, informierte er über seinen Entscheid. Interviews zu seinem Rücktritt will er erst im Sommer geben, wenn seine Amtszeit zu Ende geht.

Er liess den Medien jedoch ein persönliches Rücktrittsschreiben zukommen, in dem er seinen Entscheid begründet und auf seine Amtszeit zurückblickt.

Hauptgrund für seinen Rücktritt sei der Wunsch, seine Zeit und Ressourcen neu einzuteilen. «Acht Jahre sind eine lange Zeit, und für einen grossen Verein mit seinen vielen Abteilungen ist es sicher wertvoll, wenn jetzt wieder neue Impulse kommen werden», schreibt Bräm.

Die Präsidenten der letzten 50 Jahre

George Keusch (1967–1972)

Johnny Hirschi (1972–1974)

Herbert Strittmatter (1974–1979)

Edi Bieri (1979–1982)

Roland Wunderli (1982–1988)

Peter Rohner (1988–1990)

Peter Egloff (1990–1991)

Gian-Pietro Bettoni (1991– 1998)

Rolf Ernst (1998–2003)

Heinz Gassmann (2003–2010)

Thomi Bräm/Siegbert Jäckle (2010–2013)

Thomi Bräm (seit 2013)

Seit 2010 amtet der PR-Berater als Präsident des FC Baden, die ersten drei Jahre zusammen mit Siegbert Jäckle. Seit vier Jahren steht er alleine an der Spitze des Vereins. In dieser Zeit erreichte die erste Mannschaft in der 1. Liga einmal Platz 4, viermal Platz 3, zweimal Platz 1 – spielte, um es positiv zu formulieren, immer vorne mit, verpasste, kritisch betrachtet, aber auch einige Mal knapp den Aufstieg.

Interessanterweise erwähnt Bräm die Platzierungen und Leistungen der ersten Mannschaft mit keinem Wort. «In der Öffentlichkeit ist oft nur das Fanionteam im Fokus, aber als Präsident sehe ich mich den verschiedenen Abteilungen und all unseren Mannschaften verpflichtet», schreibt Bräm (beim FC Baden sind es 25 Teams). «Ich bin stolz auf das, was wir in meiner Amtszeit erreicht haben. Es war mir ein Anliegen, den Verein auf verschiedenen Ebenen weiter zu entwickeln. Auch wollte ich meinen Beitrag zu einer guten Gesprächskultur und Sozialkompetenz einbringen, da das Fussballgeschäft hier Nachholbedarf aufweist.» In seiner Amtszeit wurde der FC Baden vom Aargauischen Fussballverband zweimal als vorbildlichster Verein ausgezeichnet. Aus sportlicher Sicht erinnere er sich gerne an grosse Cupspiele im Esp, an Aufstiegsspiele in der ganzen Schweiz und an tolle Trainingslager.

Kampf an verschiedenen Fronten

Doch auch an nachdenklichen Worten fehlt es im Schreiben nicht: «Es war oft ein Kampf an verschiedenen Fronten, und ich musste einiges einstecken», schreibt Bräm. Er erwähnt es im Rücktrittschreiben zwar nicht – doch er dürfte damit unter anderem auch die unschönen Vorfälle im Zusammenhang mit Baden-Fans meinen.

Mehrmals sorgten diese in den vergangenen Jahren für unschöne Schlagzeilen; bis heute ist der Vorfall aus dem Jahr 2014 in negativer Erinnerung geblieben, als Baden-Fans in die Trinkflasche des Muri-Torwarts pinkelten. Bräm kommentierte danach in einem Interview unverblümt: «Wir haben ein Fan-Problem.»

Sportliche Erfolg «nicht prioritär»

Der Präsident äussert sich im Rücktrittschreiben auch über seine restliche Amtszeit: «Der sportliche Erfolg ist mir auch wichtig, aber für einmal nicht prioritär.» Es gehe darum, den Verein auf eine stabile finanzielle Basis zu stellen. Es sei ihm ein grosses Anliegen, die vor einem Jahr eingeleiteten Massnahmen zur Sanierung der Vereinsfinanzen noch grösstenteils umzusetzen und zu begleiten, auch wenn gewisse Entscheide erst im 2018 voll greifen werden und für den Jahresabschluss 2017 erneut eine rote Zahl erwartet werde. «Ich setze mich dafür ein, dass eine gute und geregelte Amtsübergabe erfolgen wird.»

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