Bergdietikon
FDP dürfte zweiten Sitz im Gemeinderat Bergdietikon holen

An den Gemeinderatswahlen vom 25. August stehen vier Kandidaten und eine Kandidatin für fünf Sitze bereit. Der erste Wahlgang findet bereits am 25. August statt.

Bettina Hamilton-Irvine
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Gemeinderatswahlen Bergdietikon Kandidaten
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Brigitte Diggelmann (FDP, bisher) Alter: 58; Berufliches: Handelsdiplom, Kinesiologie-Therapeutin. Andere Ämter: Vorstand Altersheim Spreitenbach, Spitex Mutschellen, Jugend- Senioren und Familienberatung, Verein Kinderbetreuung Bergdietikon, Museumskommission, Altersgerechtes Wohnen; Familie: verheiratet, zwei erwachsene Kinder. Hobbys: Menschen, Musik, Lesen, Puzzlen.
Urs Vogel (SVP, bisher) Alter: 60; Beruf: pensionierter Stadtammann und Betreibungsbeamter; Andere Ämter: Vorstand SVP Bergdietikon, Vizepräsident Stiftungsrat AGW Bergdietikon; Familie: verheiratet, zwei erwachsene Kinder, zwei Enkel; Hobbys: Familie, Reisen, Musik, Jassen, diskutieren, Motorradfahren.
Urs Emch (SVP, neu) Alter: 53; Berufliches: Bachelor of Business Administration, Betriebswirtschaft und Marketing, heute kaufmännischer Angestellter. Andere Ämter: Präsident SVP Bergdietikon; Familie: Geschieden, lebt mit seinen zwei erwachsenen Kindern. Hobbys: Ausser für Gartenarbeit bleibt momentan kaum Zeit.
Ralf Dörig (FDP,neu) Alter: 46; Berufliches: Kaufmännische Ausbildung, betriebswirtschaftliche Weiterbildung. Heute Geschäftsleitungsmitglied in einem internationalen Dienstleistungskonzern. Andere Ämter: Kommandant der Feuerwehr Bergdietikon; Familie: Verheiratet, eine 12-jährige Tochter. Hobbys: Familie, Ski, Wandern, Tennis, Kochen, Reisen.
Gerhart Isler (Bürgerforum, bisher) Alter: 63. Berufliches: Wirtschaftsstudium, bis 2004 Verleger «Finanz und Wirtschaft»; Mitglied Verwaltungsräte Ypsomed und Grand Casino Baden, Stiftungsrat move›medsportstiftung. Familie: Vater von zwei erwachsenen Kindern aus erster und eines Kindes aus jetziger Ehe. Hobbys: Velo, Ski, Tauchen, Berg-Wanderungen.

Gemeinderatswahlen Bergdietikon Kandidaten

Aargauer Zeitung

Bergdietikon wählt: Bereits am 25. August wird der erste Wahlgang der Gemeinderatswahlen über die Bühne gehen. Für die Kandidaten ist die Situation komfortabel: Es stehen fünf Personen für fünf Sitze bereit.

Während diese Ausgangslage bei anderen Behörden zu einer stillen Wahl führen würde, muss der Gemeinderat zwar trotzdem gewählt werden. Die Chancen sind aber gross, dass sich die Kandidierenden je einen Sitz sichern werden.

Zwei neue Kandidaten

Bereits länger ist klar, dass Gemeindeammann Gerhart Isler (Bürgerforum) nach vier Jahren nochmals für eine Legislaturperiode antritt. Auch Brigitte Diggelmann (FDP) und Urs Vogel (SVP) wollen nochmals.

Nicht mehr zur Verfügung stellen sich hingegen Vize-Amman Martin Kaufmann (SVP) und der parteilose Urs Spörri. Neu zur Wahl stehen dafür Urs Emch (SVP) und Ralf Dörig (FDP). Werden die beiden Neuen gewählt, so wird sich die Zusammensetzung im Gemeinderat leicht verändern: SVP und FDP wären dann je zwei Mal vertreten, das Bürgerforum einmal.

Zweiter Wahlgang am 13. Oktober

Ebenfalls am 25. August gewählt werden Schulpflege, Finanzkommission, Steuerkommission und Wahlbüro. Die Frist für die Eingabe der Kandidaturen für die Behörden läuft noch bis zum 22. Juli.

Ein allfälliger zweiter Wahlgang findet am 13. Oktober statt. Wie in der geänderten Gemeindeordnung vorgesehen, gibt es dieses Jahr einen separaten Termin für die Wahl des Gemeindeammanns und des Vizeammanns. Der erste Wahlgang ist auf den 15. Dezember angesetzt.

Wieso wollen Sie für die nächsten vier Jahre (wieder in den Gemeinderat?

Gerhart Isler: Als ich vor vier Jahren angetreten bin, wollte ich einiges verändern. Erreicht sind bis jetzt eine verbesserte Kommunikation mit einer modernen Bergdietiker Ziitig, eine attraktivere Gemeindeversammlung oder ein von vielen geschätztes Jahresfest. Der bedeutende Bau des Mehrzweckgebäudes Schule, die gut vorankommenden Arbeiten im Rai und die Planung eines vom Volk verlangten Seniorenzentrums werden aber erst in den nächsten vier Jahren fertig werden. Das möchte ich mitbegleiten.

Brigitte Diggelmann: Die Gemeinde hat die beiden Grossprojekte Mehrzweckgebäude und Seniorenzentrum auf Antrag des Gemeinderates mit grossem Mehr bewilligt. Ich fühle mich verantwortlich, diese Projekte im Sinne der Bevölkerung umzusetzen, damit unsere Gemeinde für Jung und Alt weiterhin ein lebenswerter Ort ist. Es macht mir Freude, mitzugestalten und Ideen umzusetzen und ich fühle mich jung genug, meine Fähigkeiten und mich für weitere vier Jahre der Gemeinde zur Verfügung zu stellen.

Urs Vogel: Auch nach fast acht Jahren im Gemeinderat übe ich die Tätigkeit nach wie vor mit viel Freude aus und ich bin weiterhin motiviert, mein Wissen sachlich und zum Wohl der Gemeinde in das Gremium einzubringen.

Urs Emch: Die Arbeit im Vorstand der SVP hat mein Interesse für die politischen Prozesse geweckt. Die Auseinandersetzung mit der Aktualität und der Entwicklung meines Wohnortes wurde intensiver. Das hat die Lust geweckt, innerhalb der Gemeinde mehr bewegen und beitragen zu wollen. Von verschiedensten Seiten erhielt ich Zuspruch zu kandidieren. Nach intensiven Gedanken und vielen Gesprächen wurde aus Lust Wille und entsprechend habe ich mich für die Kandidatur entschieden.

Ralf Dörig: Meine Familie und ich fühlen uns in Bergdietikon rundum wohl und schätzen die vielen Vorteile, die unsere Gemeinde bietet. Aus diesem Grund möchte ich mich gerne für das Wohl und die erfolgreiche Weiterentwicklung von Bergdietikon einsetzen. Viele für die Gemeinde richtungsweisende Entscheide und Projekte werden uns in naher Zukunft beschäftigen; ich möchte die Interessen unserer Einwohnerinnen und Einwohner in diesem Gremium vertreten.

Wieso sollen die Bergdietikerinnen und Bergdietiker Sie wählen?

Gerhart Isler: Um mir und dem gesamten Gemeinderat die Chance zu geben, das Begonnene abzuschliessen. Dann wird man sehen, dass wir das umgesetzt haben, was die Mehrheit der Bevölkerung gemäss «Zäme id Zuekunft» gewünscht hat. Auf dem Weg zum Ziel gibt es naturgemäss viele Diskussionen und oft auch Diskrepanzen - wichtig aber ist das Ziel, und dieses muss stimmen.

Brigitte Diggelmann: Behördenarbeit heisst vor allem Vernetzungsarbeit. In den vielen Jahren im Gemeinderat habe ich mir ein grosses Netzwerk aufgebaut, von dem unsere Gemeinde enorm profitiert. Ich bin in der Zwischenzeit Fachfrau für Spitex, Senioren, Kinderbetreuung, Sozialfälle, Asylbewerber, Pflegeheime und vieles mehr. All dieses Wissen setze ich gerne für die Gemeinde ein. Ich bringe nicht nur berufliches und praktisches Wissen, sondern auch Humor und ein grosses Engagement für die Gemeinde mit.

Urs Vogel: Weil ich die Sache und deren Nutzen für die gesamte Gemeinde in den Vordergrund stelle und nicht die politische Herkunft oder Partikularinteressen.

Urs Emch: Ich bin im Limmattal aufgewachsen, habe an anderen Orten gewohnt und bin viel gereist. Seit 1997 lebe ich hier und heute verbinden mich nicht nur mit dem Limmattal, sondern vor allem mit unserer Gemeinde Heimatgefühle. Ich glaube, die nötige Lebenserfahrung und Persönlichkeit zu haben. Dazu kommen mein Wille und Biss, mich im Sinne der Stimmbürger und Stimmbürgerinnen einsetzen zu wollen. Im Gegenzug verspreche ich, offen, transparent und ehrlich zu politisieren.

Ralf Dörig: Ich würde mich selbst als offene, kollegiale und lösungsorientierte Person bezeichnen. Ich orientiere mich am Ergebnis und besitze auf dem Weg dorthin das nötige Verhandlungsgeschick, aber auch Einfühlungsvermögen, um verschiedene Standpunkte einzubeziehen, zu diskutieren und die bestmögliche Lösung zu finden. Als langjähriges Mitglied der FDP Bergdietikon stehe ich für eine transparente und liberale Politik, in der jeder Verantwortung für sich, die Gesellschaft und die Umwelt übernimmt.

Welche Schwerpunkte werden Sie für die nächsten vier Jahre setzen?

Gerhart Isler: Die wie eben angetönt anvisierten Ziele möglichst effizient zu erreichen.

Brigitte Diggelmann: Der Bau des Mehrzweckgebäudes ist einer von zwei grossen Meilensteinen in der Geschichte unserer Gemeinde. Der zweite Meilenstein sind die Pflegeplätze und das Seniorenzentrum, das in Kindhausen geplant ist. Ein weiteres Thema, das ich angehen möchte, ist eine bessere Vernetzung der Bevölkerung um alle Potenziale nutzen zu können, die in unserer Gemeinde brach liegen. Jeder Mensch hat Talente und Fähigkeiten - es wäre grossartig, wenn wir sie alle für die Gemeinschaft nutzen könnten.

Urs Vogel: Dass die Projekte «Land Rai» und das Pflegezentrum mit altersgerechten Wohnungen «Hintermatt» im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften realisiert werden können.

Urs Emch: Vorausgesetzt ich werde gewählt: Entscheidend ist, welches Ressort ich verantworten werde. Der grösste Schwerpunkt wird jedoch sein, mich rasch möglichst und umfassend in die Aufgabe einzuarbeiten, Dossiers und Projekte zu verstehen. Gleichzeitig die Mitarbeitenden der Verwaltung und die Mitglieder der Kommissionen kennenzulernen und mich zu etablieren. In einem Jahr kann ich die Frage sicherlich besser beantworten.

Ralf Dörig: Es gibt viele Themen, die mir persönlich am Herzen liegen. Im Vordergrund sind jene, die mit der Attraktivität und Lebensqualität unserer Gemeinde in Zusammenhang stehen: Gesunde Gemeindefinanzen, eine gute Schule mit sinnvollen Ganztages-Angeboten aber auch der sorgfältige und nachhaltige Umgang mit unserer Umwelt sind für mich zentral. Als Kommandant der Feuerwehr ist mir zudem auch die Sicherheit der Einwohnerinnen und Einwohner von Bergdietikon ein grosses Anliegen.

Was muss sich in Bergdietikon ändern?

Gerhart Isler: Bergdietikon ist eine in jeder Hinsicht sehr attraktive Gemeinde. Um diesen Zustand zu erhalten, müssen wir gesellschaftlich und politisch aktiv bleiben, denn Stillstand ist bekanntlich Rückgang. Ich wünsche mir hier und da etwas mehr Vertrauen in die Behörden und Ehrlichkeit im Kampf um die Sache. Diese muss im Vordergrund stehen; nicht in erster Linie persönliche Belange.

Brigitte Diggelmann: Ich liebe Bergdietikon, seine wunderschöne Natur, die Ruhe, die Nähe zur Stadt. Wir haben eine Bevölkerung, die Anteil nimmt und sich engagiert und manchmal auch sehr kritisch ist. Unsere Gemeindeversammlungen sind die bestbesuchten weit und breit. Da wird gekämpft und sich eingesetzt, der Gemeinderat ist da sehr gefordert. Es ist manchmal hart, aber letztendlich auch ein Zeichen, dass unsere Gemeinde lebt. Bergdietikon soll bleiben, wie es ist, ein kleines Juwel!

Urs Vogel: Wesentliche Änderungen sehe ich nicht. Wichtig ist, dass wir die Zukunft Bergdietikons zusammen und in offener Kommunikation gestalten.

Urs Emch: Unsere Positionierung im Limmattal ist hervorragend. Bergdietikon bietet eine enorm hohe Wohn- und Lebensqualität und doch absolute Nähe zu den urbanen Zentren. Zusätzlich, und das ist ganz wichtig, haben wir gesunde Finanzen. Dennoch, Bergdietikon muss auch in Zukunft über Strukturen verfügen und die Infrastrukturen bereit halten, damit wir für Familien attraktiv bleiben. Gleiches gilt für ältere Mitbürger. All das zu erhalten, dazu Sorge zu tragen und gleichzeitig zu entwickeln, das sind unsere Aufgaben.

Ralf Dörig: Ich bin der Meinung, dass der aktuelle Gemeinderat eine gute Leistung erbringt. Es gibt daher aus meiner Sicht keinen unmittelbaren Bedarf, den Kurs zu korrigieren. Es ist jedoch wichtig, dass sich unsere Gemeinde weiterhin erfolgreich entwickelt und dabei die sich ändernden Bedürfnisse der Einwohnerinnen und Einwohner berücksichtigt. Besonders das Thema Raum- und Verkehrsplanung ist wesentlich, damit sich auch nachfolgende Generationen sicher und wohlfühlen.

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