Obersiggenthal
FDP-Gemeindeammann Dieter Martin tritt wieder an – aber spätestens 2019 ist Schluss

Der Gemeindeammann will den Weg für eine Verwaltungsreform frei machen.

Pirmin Kramer
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Seit bald vier Jahren ist Dieter Martin Obersiggenthals Gemeindeammann.

Seit bald vier Jahren ist Dieter Martin Obersiggenthals Gemeindeammann.

Sandra Ardizzone

Obersiggenthals Gemeindeammann Dieter Martin (FDP) hat sich gestern Dienstag zu seiner politischen Zukunft geäussert. «Ich trete bei den Wahlen im Herbst 2017 wieder als Gemeindeammann an», erklärte er gegenüber den Fraktionspräsidenten sowie dem «Badener Tagblatt». Er gab gleichzeitig bekannt, dass er nicht die ganze Amtsperiode tätig sein und frühzeitig zurücktreten werde, sollte er die Wiederwahl schaffen. «Ich werde spätestens Mitte der neuen Legislatur zurücktreten, also Ende 2019, da ich im Mai 2018 das AHV-Alter erreiche», so Dieter Martin. Er zieht auch einen Rücktritt zu einem noch früheren Zeitpunkt in Betracht: Falls in der Gemeinde ein neues Verwaltungsmodell eingeführt werde, trete er auf den Zeitpunkt dessen Einführung zurück.

Der Entscheid über eine mögliche Verwaltungs-Reform ist derzeit hängig. CVP-Einwohnerrat Erich Schmid schlägt die Einführung des sogenannten Geschäftsleitungsmodells vor, damit sich der Gemeinderat vermehrt um strategische Fragen kümmern könne. Verbunden wäre das neue Modell gemäss Schmids Vorschlag jedoch mit einer Reduktion des Gemeindeammann-Pensums. Dieter Martin hatte die Gerüchteküche über einen möglichen Verzicht auf die Teilnahme an der Gesamterneuerungswahl selber angeheizt: Er behalte sich vor, die Abstimmung im Einwohnerrat zum neuen Modell abzuwarten, ehe er sich zu seiner Zukunft äussere, erklärte er an einer Pressekonferenz Mitte Mai. An der Juni-Sitzung fiel aber noch kein Entscheid, der Gemeinderat muss die Vorlage überarbeiten.

«Die Frage des Führungsmodells ist somit nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben, und sie belastet die Wahlen im Herbst sowie auch eine zukunftsgerichtete Gemeinderatslösung für Obersiggenthal», teilt Dieter Martin mit. «Unsere Gemeinde braucht und verdient aber eine unvoreingenommene und offene Diskussion über die Einführung eines neuen Führungsmodells. Da der Gemeindeammann gleichzeitig Moderator dieser Diskussion und Betroffener ist, habe ich mich entschieden, für eine verkürzte Amtszeit zu kandidieren.»
Er hoffe, mit seinem Entscheid zur Klärung der Situation beizutragen und eine zukunftsgerichtete Lösung für Obersiggenthal zu ermöglichen. «Ich werde die durch diesen Entscheid gewonnene Unabhängigkeit nutzen, um die Evaluation der verschiedenen Führungsmodelle zusammen mit dem Gemeinderat zügig voranzutreiben, sodass eine allfällige Einführung eines solchen Modells auf Mitte der Legislatur möglich ist.»