Stadtammann-Wahl Baden
FDP und CVP haben zusammen einen Deal abgemacht

Falls Geri Müller im Rennen bleibt, soll sich der schwächere bürgerliche Kandidat zurückziehen. Damit würde der CVP-Kandidat Markus Schneider nicht mehr zum zweiten Wahlgang am 3. März antreten.

Pirmin Kramer
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Markus Schneider (CVP) und Roger Huber (FDP) wollen sich nicht gegenseitig bekämpfen.

Markus Schneider (CVP) und Roger Huber (FDP) wollen sich nicht gegenseitig bekämpfen.

Silvan Wegmann

Die beiden Stadtammann-Kandidaten Markus Schneider (CVP) und Roger Huber (FDP) trafen im Vorfeld der Wahlen vom letzten Sonntag eine Abmachung. Roger Huber bestätigt auf Anfrage, was Matthias Bernhard, Präsident der FDP Baden, zuvor gegenüber der Aargauer Zeitung verraten hat: «Es stimmt, es hat einen Handschlag zwischen Markus Schneider und mir gegeben. Wir haben abgemacht, dass auf den 2. Wahlgang verzichtet, wer von uns beiden im 1. Wahlgang weniger Stimmen erhält, falls Geri Müller im 2. Wahlgang antritt.»

CVP-Parteipräsident Mathias Gotter bestätigt die Abmachung gegenüber Radio Argovia: «Wenn Geri Müller wieder antritt, würden wir mit Markus Schneider nicht mehr antreten».

Eines steht bereits jetzt fest: Roger Huber tritt am 3. März wieder an. Das teilte die FDP Baden gestern Abend mit.

Mit diesem Deal wollen die beiden bürgerlichen Kandidaten verhindern, dass der grüne Nationalrat Geri Müller vom team baden zum Stadtammann gewählt wird. Die Chancen auf einen Wahlsieg dürften für Geri Müller steigen, wenn im 2. Wahlgang sowohl Schneider als auch Huber antreten und sich gegenseitig bürgerliche Stimmen wegnehmen würden. «Sowohl ich als auch Markus Schneider hatten im Vorfeld angekündigt, dass es wichtig sei, dass Baden weiterhin bürgerlich regiert wird», sagt Huber. «In der Folge ist es darum zu diesem Gespräch gekommen.» Dieser Handschlag habe am Montag, 17. Dezember, im Restaurant Roter Turm in Baden stattgefunden, nach einer Stadtratssitzung.

Markus Schneider bestätigt, dass es diesen Handschlag mit Roger Huber gegeben habe. «Es ist aber ausserordentlich bedauerlich und befremdend, dass sich die FDP nicht daran gehalten hat, diese Abmachung vertraulich zu behandeln, bis die Kandidatur von Geri Müller für den zweiten Wahlgang bekannt gegeben wurde.»

«Eine Verzweiflungstat»

Lanciert hatte den Wahlkampf für den 2. Wahlgang die CVP. Nachdem das Resultat bekannt geworden war - Geri Müller erhielt 1629 Stimmen, Roger Huber 1495 Stimmen, Markus Schneider 1409 Stimmen - schrieb die Partei in einer Medienmitteilung: «Während die Kandidaten Geri Müller und Roger Huber deutlich hinter ihrem theoretischen Potenzial zurückblieben, hat Markus Schneider im 1. Wahlgang ein sehr erfreuliches Resultat erzielt.» Die CVP Baden fordere die anderen Parteien aufgrund der enttäuschenden Resultate ihrer Kandidaten auf, mit der CVP Gespräche zu führen, um die weitere Strategie sowohl für die Stadtammannwahlen als auch die Zusammensetzung des Stadtrates gemeinsam festzulegen.

Dazu sagt Badens FDP-Präsident Matthias Bernhard: «Als Drittplatzierte in der Stadtammannwahl bleibt der CVP nichts anderes übrig, als in den Angriff überzugehen, wenn sie sich noch eine Chance auf den Sitz ausrechnen will. Die Aussagen der CVP in der Medienmitteilung kommen einer Verzweiflungstat gleich.»

Auf den Vorwurf einer Verzweiflungstat angesprochen, bekräftigt CVP-Baden-Präsident Matthias Gotter die Aussagen der Medienmitteilung. «Die FDP hat das Potenzial nicht ausgeschöpft, hat in Stadtammann- und Stadtratswahlen mit ihren beiden Kandidaten enttäuschend abgeschnitten.»

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