Dättwil
«Fedis» Namensvetter tritt ab – er putzte 19 Jahre lang ein Schulhaus

Der beliebte Hauswart der Schulanlage Höchi, Bruno Federer, wird pensioniert. Über 19 Jahre lang hatte er für Ordnung gesorgt. Beim Abschied sangen die Schüler das «Höchi-Lied», ergänzt durch Strophen, die extra für Federer gedichtet worden waren.

Katia Röthlin
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Pensionierung Hauswart Bruno Federer
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Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer nehmen Abschied von Hauswart Bruno Federer
Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer nehmen Abschied von Hauswart Bruno Federer
Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer nehmen Abschied von Hauswart Bruno Federer
Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer nehmen Abschied von Hauswart Bruno Federer
Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer nehmen Abschied von Hauswart Bruno Federer
Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer nehmen Abschied von Hauswart Bruno Federer

Pensionierung Hauswart Bruno Federer

Alex Spichale

Allein steht er an diesem sommerlichen Morgen auf dem leeren Schulhausplatz in Dättwil. Bruno Federer schätzt die frühen Morgenstunden. «Ich war immer gegen halb sechs Uhr hier. So konnte ich in Ruhe arbeiten, bevor der Betrieb losging.»

Der Abschied fällt ihm nicht leicht. Zum Glück sei vor den Ferien noch so viel los gewesen: «So hatte ich kaum Zeit, über meinen Abschied nachzudenken.» Aber jetzt werde ihm immer mehr bewusst, dass er am 30. April endgültig Adieu sagen müsse.

Gefeiert wurde der beliebte Hauswart, der über 19 Jahre lang in der Schulanlage Höchi für Ordnung gesorgt hatte, von «seinen» Schülerinnen und Schülern bereits am letzten Schultag vor den Ferien. In der Turnhalle wurden 65 Kerzen entzündet - schliesslich hört Federer nicht ganz freiwillig auf.

Er hat das Pensionsalter erreicht, wird am 29. April 65 Jahre alt. Die Kinder sangen das «Höchi-Lied», ergänzt durch Strophen, die extra für Federer gedichtet worden waren. Sie gaben ihm viele gute Wünsche auf den Weg, die er gerührt entgegennahm.

Langer Weg bis nach Baden

Man spürte, Kinder und Lehrerinnen und Lehrer lassen den Hauswart nicht gern ziehen. «Ich habe den Kontakt mit den Menschen immer geschätzt», sagt Federer. Er sei mit seiner ruhigen Art gut angekommen, habe nie Probleme gehabt.

«Es stimmt halt schon: Wie man in den Wald ruft, so kommt es zurück.» Bevor er nach Baden kam, war Federer während langer Zeit in Dänikon/Hüttikon ZH tätig. Mit 25 Jahren hatte er diese Stelle übernommen. «Ich konnte eine neu gebaute Schulanlage betreuen. Das war eine grosse Chance und ich konnte viel Erfahrung sammeln.»

Nach der Scheidung überliess er die Stelle seiner Ex-Frau und suchte etwas Neues. «Ich habe über 100 Bewerbungen geschrieben. Das war eine schwierige Zeit.» Um nicht stempeln gehen zu müssen, baute er sich mit seinem Vater zusammen eine Firma für Gebäudeunterhalt auf - diese wird jetzt von einem seiner Söhne geführt.

Dann fand er 1995 die Stelle in der Höchi. Die Stadt Baden sei ein guter Arbeitgeber, der auch viel für die Weiterbildung seiner Mitarbeiter tue. Am Anfang war Federer mit 60 Prozent bei der Stadt angestellt, 40 Prozent arbeitete er für das Zeka (Zentren Körperbehinderte Aargau).

Als im Jahr 2000 der Neubau eingeweiht wurde, musste sich Federer entscheiden. Da ihn die Technik des neuen Schulhauses interessierte und er sich bei der Stadt gut aufgehoben und geschätzt fühlte, stockte er sein Pensum auf 100 Prozent auf.

Enkelkinder halten ihn auf Trab

Am 1. Mai beginnt ein neuer Lebensabschnitt. «Erst einmal mache ich eine Woche lang nichts», sagt er und schmunzelt. Dann wolle er sich zu Hause eine Werkstatt einrichten. Die Maschinen seien schon gekauft. Und eine Tagesstruktur müsse er sich geben, das sei wichtig.

«Jeden Morgen werde ich mit dem Hund spazieren gehen.» Bewegung müsse sein. Ausserdem werden ihn seine Enkelkinder auf Trab halten - Mitte Mai kommt das dritte zur Welt. Und seine Erlebnisse mit den Elefanten von Wendel Huber, den er während zehn Jahren immer wieder begleitet hat, die wolle er auch einmal aufschreiben.

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