Der Stadtrat plädierte zwar für eine Dreifachhalle. Doch mit 28 Nein- zu 25 Ja-Stimmen hatte der Einwohnerrat im vergangenen Oktober beschlossen, aus Kostengründen statt einer Dreifach- nur eine Zweifachhalle im Sekundarstufenzentrum Burghalde vorzusehen. So jedenfalls sehen es die Einwohnerratsmitglieder heute noch. Inklusive Planungskosten würde man damit sechs Millionen Franken sparen.

Inzwischen ist auch die Volksabstimmung über die Bühne gegangen. Das Badener Stimmvolk genehmigte am 8. März mit einer Dreiviertelmehrheit von 43 Prozent der Stimmberechtigten den Projektierungskredit von 6,8 Millionen Franken.

Man ist davon ausgegangen, dass damit zwar keine Dreifachhalle, aber immerhin eine Doppelturnhalle gebaut würde. Weit gefehlt: Laut den Projektplänen wird es nämlich zwei Einzelhallen geben. Mehrere Einwohnerräte sind von der az zu dieser Verwirrung befragt worden: Sie sind überrascht. Unisono gingen sie von einer Zweifachhalle aus.

Zweifachhalle in der Vorlage

Der Stadtrat beliess zuerst die Dreifach-Turnhalle in der Vorlage an den Einwohnerrat und begründete: «Die Sportvereine fordern seit Jahren eine Dreifach-Turnhalle, und auch der Einwohnerrat hat eine solche ausdrücklich gewünscht.

Aus sportpolitischen Gründen und im Hinblick auf die Kongruenz mit dem Sportleitbild, das zurzeit erarbeitet wird, soll die Dreifach-Turnhalle für die Projektierungsvorlage beibehalten werden.» Der Stadtrat machte klar, dass eine Wettkampfhalle an diesem Ort aus Platzgründen nicht realisierbar sei.

In derselben Vorlage hiess es dann unmissverständlich: «Aus Sicht der Schule kann auf eine Dreifach-Turnhalle verzichtet werden. Die Schule benötigt drei Sporthallen, was mit einer Zweifach-Turnhalle und der bestehenden Halle in der Burghalde I erfüllt wäre. Dadurch könnten 5,67 Millionen Franken gespart werden», schreibt der Stadtrat.

Das bewog den Einwohnerrat, statt der Dreifach- eine Zweifachhalle zu beschliessen – nicht zuletzt aufgrund des Fehlers in der Vorlage.

Andres Greter, Sportkoordinator der Stadt Baden, hätte gern gesehen, wenn eine Dreifachhalle geplant worden wäre. Er war einer der wenigen, dem Sport nahe-stehenden Personen, die in der Zwischenzeit entdeckten, dass nicht – wie in der Vorlage geschrieben – über eine Zweifachhalle, sondern über die Projektierung mit zwei Einzelhallen abgestimmt worden ist. «Es liegt allerdings nicht an mir, sondern an den Sportvereinen, in dieser Sache nun aktiv zu werden», erklärt Greter.

Es reicht für Schulbedürfnisse

Bei der Abteilung Planung und Bau ist man erstaunt, dass hier ein Missverständnis entstanden sei. Das hätte jeder auf den Plänen sehen können, sagt Jarl Olesen, Leiter der Abteilung. Laut den Turnlehrern seien Einzelhallen völlig ausreichend für den Turnbetrieb der Schule.

Er habe im Einwohnerrat von zwei Hallen gesprochen, rechtfertigt sich auch Vizeammann Markus Schneider, Bauvorstand. Das schriftliche Protokoll gibt ihm zwar recht. Das ändert aber nichts daran, dass in der Vorlage von einer Zweifachhalle die Rede ist.

In denjenigen Sportkreisen, die von grossräumigeren Trainingsmöglichkeiten abhängig sind, ist man enttäuscht. Pascale Aeschlimann, sportlicher Leiter der Unihockeyaner des STV Baden ging davon aus, dass wenigstens eine Doppelturnhalle vorgesehen wäre. «Das stellt uns vor die Existenzfrage», sagt Aeschlimann, «wir müssen uns schon jetzt in andern Gemeinden einmieten».