Baden

Feierliche Prozession durch die Gassen der Altstadt am Fronleichnam

Im Schatten der Bäume lauschten die Katholiken der mehrsprachigen Messe von Pfarrer Stübi.

Die Bänke auf dem Badener Kirchplatz standen dicht hintereinander und waren bis auf den letzten Platz besetzt. Die Kirchenglocken kündeten den Beginn der Messe an, sodass es von weit her zu hören war.

Der Eingang der Kirche war mit Blumen geschmückt und auf dem Altar unter freiem Himmel flackerten Kerzen. Aus der ganzen Region fanden die Besucher – Alt und Jung – am Donnerstagmorgen den Weg auf den Kirchplatz.

Musiker, Reiter und Blumenkinder: Eindrücke von der Fronleichnamsprozession in Baden.

Musiker, Reiter und Blumenkinder: Eindrücke von der Fronleichnamsprozession in Baden.

Gemeinsam stellten sie zusätzliche Bänke unter den grossen Bäumen auf. Dann begrüsste sie Pfarrer Josef Stübi zur Fronleichnamsfeier.

Die Katholiken feiern Fronleichnam 60 Tage nach dem Ostersonntag. Sie gedenken an diesem Feiertag des Leibes und Blutes Christi und bezeugen seine leibliche Gegenwart im Sakrament der Eucharistie.

Zum ersten Mal fand das Fest im Jahr 1246 statt. 1264 hat es Papst Urban IV. zum Fest der Gesamtkirche erhoben. Die reformierte Kirche feiert Fronleichnam nicht, da es sich biblisch nicht begründen lasse.

Die Messe vor der katholischen Kirche in Baden wurde – wie bereits in den Vorjahren – in mehreren Sprachen gehalten. Passagen in Portugiesisch und Spanisch wechselten sich ab mit Deutsch, Italienisch und Kroatisch.

Auch die Erstkommunikanten trugen am Mikrofon Gebetsverse vor. In ihren Stimmen schwangen Stolz und Nervosität mit.

Im Anschluss an die Messe fand die Prozession durch die Altstadt statt. Sie stellt die Pilgerreise des Volkes Israel durch die Wüste dar. Die Route führte vom Kirchplatz in die weite Gasse zum Schlossberg- und Theaterplatz und wieder zurück.

Vier Reiter führten die Prozession an. Für die musikalische Begleitung sorgten Bläser von Badenia Baden. Die jüngeren Kinder streuten Blumen auf die Strasse. Pfarrer Stübi ging in der Mitte der Prozession unter dem «Himmel» genannten Stoffbaldachin.

Der Baldachin dient dem Schutz der Hostie, die den Leib Christi darstellt. Die Hostie trägt der Pfarrer in der Monstranz, einem kostbar verzierten Schaugefäss. Am Strassenrand verfolgten Zuschauer das Geschehen auf den Gassen. Sie schossen Fotos oder winkten Freunden und Bekannten zu.

Im Anschluss an die Prozession trafen sich die Gläubigen auf dem Kirchplatz im Schatten der Bäume zu einem Apéro. Sie tauschten sich aus und freuten sich über die schöne Messe. Viele von ihnen lobten die Mehrsprachigkeit: Sie sei – gerade in der heutigen Zeit – von Bedeutung.

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