Baden
Fensterbohrer-Prozess: Fleissiger Einbrecher muss acht Jahre hinter Gitter

Ardan P. hat 675 Fenster aufgebohrt und dabei 1,5 Millionen Franken erbeutet. Nun wurde er zu acht Jahren Haft verurteilt – fünf Jahre weniger als die Staatsanwaltschaft beantragt hatte.

Drucken
Teilen
Ardan P. muss für acht Jahre hinter Gitter

Ardan P. muss für acht Jahre hinter Gitter

Tele M1

Von September 2006 bis Oktober 2008 macht der Albaner Ardan P. die Kantone Aargau, Solothurn und Zürich unsicher. Er bohrt jeweils durch den Fensterrahmen, kippt von aussen mit einem Draht den Türgriff und verschafft sich so Zutritt zu den Häusern, in denen teilweise sogar jemand vor Ort war.

Ganze Quartiere hat Ardan P. so aus Geldnot an einzelnen Tagen ausgeräumt - bis die Kantonspolizei Solothurn ihm das Bein stellte und ihn dank DNA-Spuren überführen konnte.

Nun wurde der Mann zu acht Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre Haft beantragt. Dies, weil der Albaner nicht nur materielle, sondern auch seelische Schäden bei rund 750 Geschädigten angerichtet habe. Das berichtet heute Tele M1. Der Täter sitzt seit drei Jahren in Untersuchungshaft. Diese Zeit wird ihm von den acht Jahren abgezogen.

Chauffeure: Freispruch bis zu 30 Monaten Haft

Die Einbrüche hatte Ardan P. nicht nur alleine ausgeführt. Er liess sich jeweils zu den Tatorten fahren – von insgesamt sieben Chauffeuren. Auch sie standen vor Gericht. Einer wurde freigesprochen, die anderen Komplizen müssen sich mit 10 Monaten bedingt bis 30 Monaten Freiheitsstafe teilbedingt zurechtfinden.

Sie hatten während dem dreitägigen Prozess vor dem Bezirksgericht Baden ausgesagt, sie hätten nicht gewusst, wofür sie den Haupttäter fuhren und gedacht, Ardan P. sei ein Musiker. Interessanterweise hatte die Polizei bei Durchsuchungen bei ihnen ebenfalls 8mm-Bohrmaschinen sichergestellt.

Die Staatsanwältin, die für den Haupttäter 13 Jahre Haft beantragt hatte, überlegt sich nun, ob sie Einspruch einlegen wird. Sie könne unter anderem nicht verstehen, dass den Chauffeuren das Fahrbillett nicht entzogen wurde, was üblicherweise bei vergleichbaren Einbrüchen der Fall sei. (sha)