Badenfahrt
Festbeizer rüsten gegen Vandalen

Schon vor dem Beginn der Badenfahrt kam es zu Vandalenakten wie Sprayereien und Diebstähle. Jetzt bieten die Vereine Sicherheitspersonal auf.

Pirmin Kramer
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Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke
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Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke
Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke
Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke
Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke
Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke
Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke
Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke
Vandalismus an der Badenfahrt
Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke

Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke Vandalismus an der Badenfahrt bei Hochbrücke

Mario Heller

Noch zweimal schlafen, dann beginnt die Badenfahrt – die Vorfreude auf das grosse Fest ist in der ganzen Stadt spürbar. Kleiner Wermutstropfen: Es kam bereits zu einigen Vandalenakten. Max Romann, stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei, bestätigt auf Anfrage: «Eine der beiden Holzbauten auf der Hochbrücke wurde mit Farbsprayereien verunstaltet. Inzwischen sind die Schmierereien wieder weggeschliffen worden. Und im Kurpark sind leider technische Geräte geklaut worden.»

«Bewachung dringend notwendig»

Bei den Beizenbetreibern sind die Vandalenakte seit Anfang Woche ein Thema. «In unserer Beiz wurde leider schon in einer der ersten Nächte, vom Freitag auf den Samstag, Leuchten und Beschriftungen abgerissen», berichtet Stefan Klein von der Festbeiz «Sinneswandel» auf dem Theaterplatz. Er will nun einen Sicherheitsdienst für die Zusatzbewachung des Theaterplatzes aufbieten.

In einer Mail bittet er die restlichen Vereine, die auf dem Theaterplatz angesiedelt sind, um Mithilfe. «Unsere Idee wäre es, die Sicherheit auf dem Theaterplatz während der Nacht durch zusätzliche Kontrollgänge zu erhöhen.» Leider sei dies aufgrund der Ereignisse in den vergangenen Nächten dringend notwendig.

"Alles läuft nach Plan, bisher hatten wir keinerlei Probleme": Eliane Zgraggen, künstlerische Leiterin der Badenfahrt, und Peter Heusler, Architekt der OK-Bauten.
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Hoch über der Limmat ragen die Holzbauten des OKs über den Rand der Hochbrücke.
Die Aussicht auf die Badener Altstadt ist prächtig.
Rien ne va plus auf der Hochbrücke: Seit dieser Woche ist sie für den Individualverkehr in beide Richtungen gesperrt.
Nur noch Busse und Velos dürfen bis zum Ende der Badenfahrt über die Hochbrücke fahren.
Aufbauarbeiten für die Badenfahrt
Freie Sicht auf Wettingen: Die Hochbrücke wird zum Fussgängerparadies.
Neben der Sebastianskapelle auf dem Kirchplatz steht die Sandsibar der Cordulazunft.
Die Sandsibar hat schon Aufrichte gefeiert: Auf dem Kirchplatz soll bald ein Hauch von Afrika wehen.
Hinter der Stadtkirche stehen die Buden bereit.
Auf dem hinteren Kirchplatz liegt eines von vier zentralen Getränkelagern der Müllerbräu.
Die Raketenstation Universall der Gemeinde Ehrendingen ragt am Schlossbergplatz in die Höhe.
Von der obersten Plattform aus kann man auf 31 Metern Höhe die Aussicht über die Stadt geniessen.
Auf dem unteren Bahnhofplatz wächst die Blues- und Jazzbühne empor.
Statt dem Springbrunnen auf dem Bahnhofplatz sprudeln bald die Drinks im Bistro de la Presse.
Der Theaterplatz ist noch unverbaut, das Baumaterial steht bereit.
Im Graben entsteht die Beiz der Schrottbuebe.
Hier riecht es wie in der ganzen Stadt nach frisch verarbeitetem Holz.
Im Kurpark steht schon die Tribüne für das grosse Festspiel Universus. Nächste Woche beginnen hier die Generalproben unter der Regie von Philipp Boë.
Am Limmatufer neben dem Landvogteischloss entsteht das Piccolo Paradiso des Vereins Paradogma.
Die steilste Beiz der Badenfahrt: Am Hang neben der Hochbrücke rechts der Limmat baut der Verein Leviathan.
Das Terrassenhaus, das hier entsteht, bietet einen ganz anderen Blick auf die Stadt Baden.
Im Stohlergut proben die Chropfchrötte aus Wettingen schon auf ihrer Schrottboden-Alp.
Garantiert ohne Fipronil: Eine Wand aus Eierschachteln auf der Schrottboden-Alp.
Schrott, wohin das Auge schaut.
Polygon und Fantoche: Am Hang über dem Tränenbrünneli entstehen gleich mehrere Beizen und Bühnen.
Die Gerüstbauer der Firma Nüssli waren kreativ und haben hier kurzerhand in den Goldfischteich hinein gebaut.
153 Stufen von der Limmat bis zum Kurpark: Eine provisorische Treppe bietet während der Badenfahrt eine Alternative zum überfüllten Limmatlift.
Auch von hier hat man eine prächtige Aussicht über die Stadt.
Im Kafi Royal und bei der Alternativen Bühne beim Tränenbrünneli werden an der Badenfahrt Flüchtlinge und Asylsuchende mitarbeiten.

"Alles läuft nach Plan, bisher hatten wir keinerlei Probleme": Eliane Zgraggen, künstlerische Leiterin der Badenfahrt, und Peter Heusler, Architekt der OK-Bauten.

Badener Tagblatt

Die vier Vereine, die unter den Bögen der Hochbrücke je eine Beiz betreiben, hatten ursprünglich vor, erst während der Badenfahrt einen Sicherheitsdienst patrouillieren zu lassen. «Als wir hörten, dass es an anderen Orten Beschädigungen gab, haben wir bereits für die Zeit der Aufbauarbeiten eine Nachtwache aufgeboten», sagt Dano Dreyer von der «Nachtbrise». Ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma kontrolliert seit einer Woche jede Nacht das Areal unter der Hochbrücke, zusammen mit einem Hund.

«Ausserdem sperren wir die Zugänge jede Nacht mit Gitter ab, und wir beleuchten die Bögen grell aus, um Vandalen abzuschrecken.» Es habe sich für die vier Vereine bereits ausbezahlt, ein Sicherheitsteam engagiert zu haben, erzählt Dreyer: «Bisher gab es jede Nacht Zwischenfälle beziehungsweise ungebetene Gäste, die am Gitter rüttelten oder auf sonst eine Art zu unseren Beizen gelangen wollten. Alleine in der Nacht auf Sonntag gab es einige Zwischenfälle.»

«Augen offen halten»

Adi Hirzel, OK-Präsident der Badenfahrt, bezeichnet die Vandalen-Fälle als «total daneben». Polizei und Sicherheitsdienste seien bereits jetzt präsent und jede Nacht unterwegs, aber sie könnten nicht permanent jede Beiz kontrollieren. «Darum begrüssen wir es, dass die Vereine selber auch noch zusätzliches Sicherheitspersonal aufbieten. Wir bitten alle, denen die Badenfahrt am Herzen liegt, die Augen offen zu halten und wachsam zu sein. Ich bin überzeugt, dass die soziale Kontrolle während der zehn Badenfahrt-Tage sehr gut funktionieren wird, so wie immer in der Vergangenheit», sagt Hirzel.

Für die Sicherheit an der Badenfahrt ist die Stadtpolizei zuständig, sie wird von der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal unterstützt. In erster Linie kümmert sich das Korps um Fälle von Kleinkriminalität wie Diebstähle, Streitigkeiten und Scharmützel. Bei einem Grossereignis würde die Kantonspolizei den Lead übernehmen. Von den täglich rund 100 000 Gästen könnten nicht alle kontrolliert werden, heisst es vonseiten der Stadtpolizei. «Doch wir werden Präsenz markieren und Personenkontrollen durchführen.»

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