Ehrendingen
Festival-Magie aus der Gipsgrube

Auch nach 16 Jahren ist das Festival des Arcs in Ehrendingen für Überraschungen gut, am Wochenende wurde dies erneut bewiesen

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Festival des Arcs Ehrendingen
20 Bilder
Die Band Azul eröffnete die Konzertreihe am Samstagabend
Stimmungsvolle Abenddämmerung hinter dem Festivalgelände
Punkrock Archäologie präsentieren die Geschichte und die besten Songs des Punk
Kinder wissen, was wirklich wichtig ist
Mit Stock und Seil wird eine Riesenblase nach der anderen kreiert
Hinter der Seifenblase das Fest
Kinder und ihre schönen Gedanken
Kinder jagen Seifenblasen durch die Luft
Ein Schriftzug wie in Hollywood, nur besser
Aus einer grünen Terasse konnte man gemütlich das Festival geniessen
Fortuna Fire Crew mit ihrer Feuershow am Samstag
Das Festival ist heimelig eingenistet zwischen zwei Hügeln in der Gipsgrube.
Das Festival findet zum 17. Mal stat
Beim Skriptarium Geschichten auf Küchenpapier schreiben lassen, warum nicht.
Das Festival des Arcs in Ehrendingen
Balkan Beats von Sebass
Big Fat Flipper - ein Flipperkasten, von Menschen bedient
Auf dem Festgelände wird gemütlich gegessen und ausgelassen gesprochen
An einem Wunschbaum konnten Kinder ihre Wünsche aufschreiben und aufhängen

Festival des Arcs Ehrendingen

Daniel Vizentini

Sonntag, kurz vor Sonnenaufgang. Im grossen, mit Militärblachen gebauten Zelt spielt DJ Trabant – immer noch – Goa-Musik, die letzten Bewegungsfreudigen lassen sich mitreissen, lassen das Festival ausklingen. Hinten auf dem Zeltgelände sitzen Freunde um eine Feuerschale herum, reden und scherzen ausgelassen, spielen Gitarre. Das 17. Festival des Arcs neigt sich seinem Ende zu. Die meisten Besucher sind längst weg, geblieben im Morgengrauen ist das herzlich eingerichtete Festgelände mit seinen vielen kleinen Ständen und Sitzmöglichkeiten, in der schönen Klus bei der Ehrendinger Gipsgrube.

«Dieses Festival hat wirklich etwas Magisches», sagt eine junge Dame. Sie denkt an die vergangene Nacht, als das farbig beleuchtete Festivalgelände so stimmungsvoll zum Verweilen einlud. Und an all die Menschen, mit denen sie gesprochen hat. Sie sei nicht zum ersten Mal da, bei weitem nicht. Und doch lerne sie jedes Mal, auch wenn sie es gar nicht mehr erwarte, wieder neue Freunde kennen, werde immer wieder überrascht.

Ein Festival mit eigener Post

Dass es Überraschungen gibt, das scheint den Organisatoren wichtig zu sein. Im Jahr 2000 entstand am Dorffest Oberehrendingen quasi der Embryo zum heute etablierten Festival. 16 Jahre später ist das Festival tief verankert und eine feste Grösse, hat Stammgäste, geniesst Kultstatus. Dieser wird aufrechterhalten, weil das Altbewährte stets mit neuen, kleinen, kreativen Details bestückt wird. Konzerte, Kleinkunstaufführungen, Kindernachmittag – das gibt es bereits seit mehreren Jahren. Dass man aber zum Beispiel mit einem gebastelten Telefon vom unteren Festivalgelände auf ein anderes Telefon auf dem Hügel nebenan anrufen konnte, oder dass man in der festivaleigenen Post Briefe aufgeben konnte für seine Freunde irgendwo auf dem Gelände und diese dann vom humorvollen Pöstler überreicht wurden, das hatte es noch nie gegeben – und das haben einige auch zum ersten Mal an einem Open Air erlebt. Am Festival des Arcs wird dadurch das Flirten erleichtert. Alleine bleibt nur, wer will.

Eingespieltes Team, treue Helfer

Vielleicht weil es das Festival des Arcs bereits so lange gibt und das Team eingespielt ist, können sich die Organisatoren wohl eher wagen, neue Dinge auszuprobieren. Man merkt: Das Team will, dass man sich wohl fühlt. 19 Personen aus dem Raum Baden stehen hinter dem Festival des Arcs, hinzu kommen viele erfahrene, treue Helfer. Neben dem regionalen Stammpublikum begegnet man auch Besuchern aus Zürich, Bern oder dem Westaargau.
Höhepunkt dieses Jahres schien der Samstagnachmittag gewesen zu sein. Leute, die vor zehn Jahren als Jugendliche ans Festival kamen, waren nun mit ihren kleinen Kindern vor Ort. Diese tobten sich aus, malten, spielten mit riesigen Seifenblasen, schrieben ihre Wünsche auf kleine, runde Holzrinden und hängten sie an einem Wunschbaum beim Hügel neben dem Festivalgelände auf. Von dort aus gab es auch die beste Aussicht auf die Bühne samt Blick auf den Sonnenuntergang.

Für alle Ohren gab es etwas

Bei so viel Unterhaltung könnte die Musik fast sekundär scheinen, war sie aber natürlich nicht: 13 Bands und drei DJs traten auf, von World Musik über Drum ’n’ Bass bis Rock ’n’ Roll gab es für alle Ohren etwas. Dieses Jahr speziell auch etwas Punk-Musik, serviert von der Badener Spass-Band «Punkrock Archäologie», die die alten Klassiker von den Ramones, The Clash oder den Ärzten zum Besten gaben.