Vorsichtig bewegt der Kran auf dem Theaterplatz den grünen Container durch die Luft. Millimeterarbeit ist gefragt, denn er wird genau neben einem roten Container platziert. Die zwei Metallbehälter sind das Herzstück des Fantoche: Seit 14 Jahren bilden die beiden Hälften den Souvenirshop des internationalen Animationsfilm-Festivals. Nicht aber in diesem Jahr.

An der 15. Ausgabe des Fantoche, das von Dienstag bis Sonntag dauert, werden die Container Teil einer interaktiven Installation des tschechischen Künstlers Demonz. Auf einem virtuellen Spielfeld werfen die Besucher mit Bällen nach hand-animierten Figuren, die über echte Regale springen. Der bei Filmfreaks und Fans beliebte Souvenirshop kommt wie üblich auf dem Merker-Areal zu stehen, dieses Mal aber in einem Zelt. Dort können die Besucher verschiedene Filme, T-Shirts, Taschen oder Raritäten kaufen.

Rund 25 000 Besucher werden für das Fantoche nach Baden pilgern. Auf sie warten 17 Langfilme und über 300 Kurzfilme, von denen 81 in den Kategorien «Internationaler Wettbewerb», «Schweizer Wettbewerb» und «Wettbewerb für Kinderfilme» um die Gunst der Jury und des Publikums kämpfen. Insgesamt wurden 2094 Filme aus 102 Ländern für den Wettbewerb eingereicht, davon allein 67 Filme aus der Schweiz. Das sind 700 mehr als noch 2016. Die beiden Schwerpunkte liegen in diesem Jahr auf den Themen «Brexit: Goodbye to All That?» und «Drei Generationen: Kino, TV, Web».

Das Fantoche beschränkt sich nicht nur auf die Kinosäle, sondern verteilt sich über die ganze Stadt. So sind in der Galerie DoK alle Wettbewerbsfilme zu sehen, während in der Stanzerei Live-Animationen stattfinden. Und der Wohnwagen auf dem Festivalgelände im Merker-Areal garantiert Nervenkitzel mit einem Objekttheater-Thriller.