Spreitenbach
Festival steht ohne Gelände da: Aus für das Open Air «Open Circle»?

Das etablierte Festival in der Naturarena Mittlerzelg wird dieses Jahr nicht stattfinden. Der Kanton hat die Nutzung des Geländes untersagt.

Daniel Vizentini
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Veranstalter Rubens de Almeida Neto, als er 2011 für das Open Air warb. (Archiv)

Veranstalter Rubens de Almeida Neto, als er 2011 für das Open Air warb. (Archiv)

ZVG

Anfang Jahr war normalerweise die Zeit, in der Rubens de Almeida Neto bei der Gemeinde Spreitenbach das Bewilligungsgesuch für das Open Air «Open Circle» einreichte. Als Veranstalter des seit 2008 jedes Jahr stattfindenden Festivals war er sich denn auch gewohnt, dass die Bewilligung nur eine Formsache ist.

Letztes Jahr kam es aber anders. «Als wir zwei Monate vor dem Festival noch keine Bestätigung von der Gemeinde erhalten hatten, wurde ich unruhig», sagt Almeida. Er fragte nach; dann kam die Ernüchterung. Die Naturarena Mittlerzelg, in der das Open Air bis damals sechsmal stattgefunden hatte, stehe auf einer Grundwasserschutzzone, hiess es. «An dieser Stelle versickert der Regen innerhalb von weniger als zehn Tagen ins Trinkwasser», erklärt Ronni Hilfiker, Fachspezialist Grundwasser beim kantonalen Umweltdepartement BVU. Erst 2012 habe der Kanton von dem Open Air in der Naturarena erfahren. Zwei Jahre lang habe er Spreitenbach eine Ausnahmeerlaubnis gegeben. Die Gemeinde erteilte dem Veranstalter des «Open Circle» dann die Bewilligung. 2014 wollte das BVU dann keine Ausnahme mehr machen. Weil der Veranstalter aber erst kurz vor dem Festival davon erfuhr, einigte man sich nach einem Gespräch auf eine allerletzte Ausnahmeerlaubnis.

Gemeinde steht hinter Open Air

Nun steht das Festival ohne Gelände da. Immerhin hilft die Gemeinde bei der Suche nach Alternativen. «Das ‹Open Circle› ist eine Bereicherung für Spreitenbach», sagt die für Kultur zuständige Gemeinderätin Doris Schmid-Hofer. Und Jugendarbeiter Claudio Lucchi bekräftigt: «Von uns bekommt das Festival die volle Unterstützung.»

Zwei Plätze hat Almeida bereits im Visier. Seine Lieblingsvariante sei eine Wiese am Fuss des Heitersbergs. Realistischer sei aber die Variante eines Geländes zwischen dem Unterwerk und der Limmat. «Das wäre auch von der Infrastruktur her simpler und günstiger», sagt er – ein bedeutendes Argument für das stets defizitäre «Open Circle». Für 2015 sei die Sache aber bereits gelaufen, sagt er.

Den ersten Ausfall seines «Open Circle» bedauert Almeida zwar sehr, sieht darin aber auch eine Chance, frischen Wind in das Festival zu bringen. «Wir haben nun ein Jahr länger Zeit für die Planung», sagt er. Dadurch könnten sie mehr Sponsoren an Land ziehen, zudem seien langfristig gebuchte Bands günstiger. «2016 kommen wir zurück mit einem stärkeren Team und einem wiedergeborenen Open Air näher an der Natur, was auch für die zeltenden Gäste besser sein wird.»

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