Festtage
Badener «Winterzauber» wird ein Verlustgeschäft, aber das Worst-Case-Szenario trat nicht ein

Es war erneut kein guter Jahrgang für die Badener Weihnachtsdörfer. Dabei feierte der Winterzauber auf dem Unteren Bahnhofplatz heuer ein Jubiläum.

Andreas Fretz
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Der «Winterzauber» auf dem Unteren Bahnhofplatz dauert noch bis zum 6. Januar.

Der «Winterzauber» auf dem Unteren Bahnhofplatz dauert noch bis zum 6. Januar.

Severin Bigler

Die Spezialitätenbrennerei Humbel aus Stetten zeichnete zum zehntem Mal für die weihnachtliche Stimmung auf dem Unteren Bahnhofplatz verantwortlich. Wieder wurden Fonduehütte und Brennerschopf aufgestellt. Und im Gegensatz zum letzten Jahr, als der Winterzauber kurzfristig abgesagt wurde, konnte er in diesem Jahr am 10. November starten. Noch bis zum 6. Januar steht das Angebot zur Verfügung.

Vor einem Jahr trösteten sich die Verantwortlichen noch über die Absage hinweg und gingen davon aus, in diesem Jahr das Jubiläum ohne grössere Einschränkungen nachholen zu können. Doch die Pandemie machte den Organisatoren das Leben erneut schwer.

«Wir haben klar weniger Umsatz gemacht, der Winterzauber wird ein Verlustgeschäft», sagt Lorenz Humbel, der die Spezialitätenbrennerei in dritter Generation führt. Der Familienbetrieb wurde im Jahr 1918 gegründet. In jenem Jahr, als mit der Spanischen Grippe eine Pandemie über die Welt hereinbrach.

Lorenz Humbel von der Brennerei Humbel in Stetten.

Lorenz Humbel von der Brennerei Humbel in Stetten.

Bild: san

«Der Entschied war trotzdem richtig»

Trotz allem ist Humbel mit dem Verlauf zufrieden. Auch wenn die Zahlen nicht gut seien, so seien sie doch nicht katastrophal. «Der Entscheid, den Winterzauber durchzuführen, war richtig», betont Humbel. Es geht ihm dabei vor allem um die Kontinuität. Man wolle in der Erinnerung der Besucher und des Personals bleiben. Die Rekrutierung des Personals war nach dem Unterbruch deutlich schwieriger als in früheren Jahren.

Anspruchsvoll war auch die Handhabung der Coronamassnahmen. 3G, 2G und 2G plus: In diesem Jahr war alles dabei. Im Gegensatz zum Weihnachtsdorf auf dem Theaterplatz entschied man sich beim Winterzauber nicht für ein abgeschlossenes Areal. Im Aussenbereich war somit keine Maskenpflicht geboten, im Inneren galten dagegen die Regeln der Gastronomie.

Die Fonduehütte hatte in diesem Jahr zusätzlich eine Terrasse.

Die Fonduehütte hatte in diesem Jahr zusätzlich eine Terrasse.

Severin Bigler

Aus diesem Grund erweiterte man die Fonduehütte um eine Terrasse. Zum einen konnte man so das verringerte Platzangebot im Innern kompensieren, zum anderen durften auf dieser auch Ungeimpfte Platz nehmen. «Wir überlegen uns, die Terrasse auch in Jahren ohne Pandemiemassnahmen weiterzuführen», sagt Humbel.

Firmenessen und grössere Gruppen fehlten komplett

In früheren Jahren war die Fonduehütte nahezu dauerhaft ausgebucht. In diesem Jahr war sie gut besucht, aber nur einige Male voll besetzt. «Firmenessen und grössere Gruppen fehlten praktisch komplett», sagt Humbel. Geschmerzt habe auch die Absage des traditionellen Kerzenziehens auf dem Unteren Bahnhofplatz. Der Verein Kerzenziehen Baden fand nicht genügend Personal.

«Die Durchführung des Winterzaubers war anspruchsvoll», bilanziert Humbel. Der Worst Case trat indes nicht ein: Humbels grösste Angst war, dass das Weihnachtsdorf aufgrund verschärfter Massnahmen plötzlich schliessen müsste. «Dazu ist es zum Glück nicht gekommen.» So habe man trotz allem einige schöne Abende verbringen können, auch wenn das Wetter nicht immer wie gewünscht mitspielte.