Turgi

Feuerwehr und Rettungsdienst testen Ernstfall

Über 100 Personen standen im Rahmen einer kantonalen Chemie-Alarmübung in Turgi im Einsatz. Walter Fiechter, Kantonsexperte für Chemiewehr, ist zufrieden, wie der Ernstfall gemeistert wurde. Doch es gebe Verbesserungspotenzial, sagt er.

Im Rahmen einer kantonalen Chemie-Alarmübung in Turgi wurde am vergangenen Dienstag der Ernstfall getestet. Dabei wurde beim Abfallentsorgungsbetrieb Chiresa AG der Alarm ausgelöst. Über die kantonale Notrufzentrale in Aarau wurden die Einsatzkräfte der Stützpunkt-Feuerwehr Baden, der Feuerwehr Gebenstorf-Turgi, der Chemiewehr Dottikon und der Rettungsdienst vom Kantonsspital Baden aufgeboten. Es standen über 100 Personen im Einsatz.

Dem Einsatzleiter der Feuerwehr Gebenstorf-Turgi erbot sich ein komplexes Schadenszenario: Bei Triagearbeiten im Farben- und Lacklager wurde durch Unachtsamkeit eine brennende Flüssigkeit verschüttet. Das Gas-Luft-Gemisch entzündete sich infolge elektrostatischer Entladung und es kam zu einem Brand. Durch die Hitzeeinwirkung wurden Kunststoffcontainer undicht und es lief Javel-Lauge aus. Fünf Mitarbeiter wurden verletzt und kontaminierten sich teilweise beim Flüchten. Als erste Massnahme bot der Einsatzleiter weitere Einsatzkräfte auf, die sich im Gebäude auf die Suche nach den verletzten Personen machten. Um den Brand unter Kontrolle zu bringen, waren über 5000 Liter Wasser pro Minute erforderlich. Die heissen Temperaturen stellten die vier Organisationen vor eine Herausforderung, wobei nur eine Zufahrt zur Brandstelle und das verwinkelte Gebäude die Aufgabe erschwerte. Nach gut zwei Stunden war der Übungsteil abgeschlossen.

«Mannschaftsleistung war top»

Zum letzten Mal wurde die Alarmübung durch Walter Fiechter, Kantonsexperte für Chemiewehr, organisiert. Er übergibt sein Amt Ende Jahr an seinen bisherigen Stellvertreter Raphael Lüthi. «Die Mannschaftsleistung war über alle Stufen top. Doch das Kader hat betreffend Führung von Personendekontamination noch Verbesserungspotenzial», so Fiechter bei der Übungsbesprechung. Dabei dauerte die Suche nach zwei verletzten Personen und auch die Aufnahme der Brandbekämpfung nach seiner Sicht zu lange. Die beteiligten Einsatzkräfte konnten von einer interessanten Übung profitieren, wobei sämtliche Soldkosten vom Kanton übernommen werden. «Ich bedanke mich bei allen für das grosse Engagement. Für unser Unternehmen sind solche Übungen sehr wichtig», sagte Richard Jaxy, Betriebsleiter der Chiresa AG, erfreut.

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