Baden
Finanzierung bei «Kunst am Bau» neu geregelt – Handwerker-Prozent entfällt

Mit einer Motion verlangte Mark Füllemann (FDP), dass die Finanzierung von Kunst an öffentlichen Bauten neu geregelt wird. Die Kunstförderung bei kleineren Bauten wird gestärkt, bei Grossbauten steigen die Beträge nicht mehr linear an.

Roman Huber
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Kunst am Bau: Finanzierung neu geregelt
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Schang Hutters «Figurentanz» (Pflegezentrum).
Lichtintervention von Markus Schaub (Werkhof).
Plastik von Franz Fischer (Kantonsschule).

Kunst am Bau: Finanzierung neu geregelt

AZ

Der Stadtrat Baden hat die Modalitäten für die Finanzierung von Kunstobjekten bei öffentlichen Neubauten überprüfen und anpassen lassen.

«Es hat sich gezeigt, dass Regelungen und Berechnungsmodalitäten der Beiträge nicht mehr optimal sind und darum ein Systemwechsel angezeigt ist», sagt Badens Stadtammann Geri Müller.

Anlass war eine Motion von FDP-Einwohnerrat Mark Füllemann, die im vergangenen Dezember überwiesen respektive vom Stadtrat entgegengenommen wurde.

Füllemann kritisierte nebst dem «Handwerker»-Prozent die lineare Erhöhung der Kostenbeiträge bei grossen Bauvorhaben und machte gleich selber Vorschläge, wie man es handhaben könnte.

Die neuen Modalitäten, von der Kunstkommission mit der Abteilung Planung und Bau erarbeitet wurden, stützen sich auf denjenigen des Motionärs und den Gepflogenheiten in anderen vergleichbaren Städten ab.

Erst ab einer Million Franken

Künftig gibt es Kunstförderbeiträge bei Neu- oder wesentlichen Umbauten erst ab einer Mio. Franken.

Bis zu einem Betrag von fünf Mio. Franken entsprechen sie zwei Prozenten der Bausumme, von fünf bis 20 Mio. Franken ein Prozent, über 20 Mio. 0,5 Prozent.

Damit will der Stadtrat die Kunstförderung bei kleineren Bauten stärken. Bei grösseren Bauten sei es sinnvoll, diesen Beitrag degressiv zu senken, erklärt der Stadtrat.

Kunst am Bau wird durch die öffentliche Hand finanziert und im Rahmen eines Wettbewerbs- oder Projektierungskredites vom Einwohnerrat genehmigt. Damit wird der Kunstförderbeitrag frühzeitig festgelegt.

Das wird als wünschenswert erachtet, denn so lassen sich Bau- und Kunstprojekt zeitgleich entwickeln und der örtliche sowie inhaltliche Zusammenhang zwischen Bauobjekt und künstlerischem Schaffen besser herstellen. Damit wird auch eine «integrative Kunstintervention» am Bauobjekt eher ermöglicht.

Der Unternehmerbeitrag von einem Prozent, der ja in der Submission der Arbeiten einkalkuliert war, fällt weg.

Der Stadtrat ist überzeugt, dass die Regelung der Tradition und dem langjährigen Interesse der Kulturförderung Rechnung trägt. Sie kommt auch bei Bauten von Institutionen mit städtischer Beteiligung zum Tragen.