So viel ist unbestreitbar: Baden geht es finanziell nicht mehr so blendend wie noch vor fünf Jahren. Hätte der Einwohnerrat in den Jahren zuvor weniger üppig angerichtet, wäre das Problem geringer. Diese Erkenntnis nützt im Jetzt und Heute jedoch herzlich wenig. Der Stadtrat muss sehr haushälterisch mit dem Geld umgehen. Einerseits muss jede neue Aufgabe und Investition auf Bedarf, Notwendigkeit, Umfang und Zeithorizont geprüft werden. Andererseits sind alle bestehenden Aufgaben samt Abteilungen zu hinterfragen und zu überprüfen.

Sicher: Es wäre finanzpolitisch ein falsches Zeichen, wenn der Stadtrat bereits jetzt eine Steuerfusserhöhung ins Spiel brächte. Eine Garantie auf gleichbleibenden Steuerfuss, wie sie die Motion Ramseier fordert, ist hingegen unrealistisch. Die öffentliche Hand muss zwar heute ebenfalls wirtschaftlich handeln. Im Gegensatz zur Privatwirtschaft steht sie aber bei vielen Aufgaben laut Gesetz und in der Pflicht und in der Verantwortung gegenüber Bürgerin und Bürger. Insofern ist die im Raum stehende Forderung, bei einem Aufwandüberschuss oder einer schwarzen Null nichts zu investieren, gar nicht möglich.

Finanzpolitik ist eine Gratwanderung, sparen oft sehr kurzsichtig. Es kommt zu Fehlentscheiden, wenn am falschen Ort Abstriche gemacht werden. Badens Einwohnerrat liefert dazu selber ein Beispiel: Im Oktober 2014 kippte er die Dreifachturnhalle aus dem Programm des Sekundarstufenzentrums und machte daraus zwei Einfachhallen. Inzwischen ist bereits bekannt, dass die Wirtschaftsschule Zentrum Bildung eine weitere Turnhalle benötigt. Die Kantonsschule hat zwei Hallenprovisorien und muss die Aue verstärkt belegen.