Untersiggenthal
Firma expandiert nach Deutschland trotz der Krise

Die Firma Unitalis baut Geschäft im Norden Deutschlands weiter aus. Das Unternehmen beteiligt sich mit 52 Prozent an der Alia Technik GmbH bei Bremen.

Manuel bühlmann
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Geschäftsführer Heinz Schmidhalter.

Geschäftsführer Heinz Schmidhalter.

Emanuel Freudiger

Spricht Heinz Schmidhalter über Deutschland, gerät er ein wenig ins Schwärmen. «Ein idealer Partner» sei der nördliche Nachbar, sagt der Geschäftsführer der Unitalis AG, zu der auch die beiden Untersiggenthaler Firmen Resistronic und Mechtronik gehören, die im Gewerbehaus Schiffmühle 63 Personen beschäftigen. Schliesslich hätten die beiden Länder nicht nur die gleiche Sprache, sondern würden auch ähnliche Mentalitäten und Strukturen aufweisen, sagt Schmidhalter.

Deutschland ist zudem neben der Schweiz wichtigster Absatzmarkt von Resistronic. Rund 50 Prozent der Schweisstechnologie, die insbesondere in der Auto-, Solar- und Uhrenindustrie zum Einsatz kommt, werden in Deutschland verkauft.

Oft in Norddeutschland unterwegs

So erstaunt es nicht, dass das Unternehmen mit der Alia Technik GmbH in Achim bei Bremen nun eine weitere deutsche Firma übernommen hat. 52 Prozent beträgt die Beteiligung am Unternehmen, das unter anderem Technologie fürs Reparaturschweissen herstellt und 15 Mitarbeiter beschäftigt.

Bereits vor drei Jahren erwarb die Unitalis AG eine Firma bei Hamburg. Entsprechend häufig ist Heinz Schmidhalter in Norddeutschland unterwegs. «Zwei bis drei Tage sind es inzwischen pro Woche», sagt er. Das sei auch der Hauptgrund, wieso er auf Anfang Jahr die Geschäftsführung bei Mechtronik abgegeben habe.

Keine schlaflosen Nächte

Deutschland mag die logische Wahl sein, der Zeitpunkt der Expansion hingegen erstaunt schon eher: Während andere Unternehmen stark unter der Krise leiden, baut die Untersiggenthaler Firma ihr Geschäft im Ausland aus. Ein Geheimrezept kann Schmidhalter zwar nicht nennen. Er schaue aber bewusst darauf, die flüssigen Mittel zu schonen, etwa indem neue Maschinen nur per Leasing angeschafft werden. «Wir müssen jederzeit eine Kriegskasse haben», sagt er. Nur so seien grössere Investitionen möglich.

«Wer Geld hat, erhält auch Geld von den Banken», fasst er seine Erfahrungen mit der Finanzwelt zusammen. Zwar habe ihm der Entscheid, die Firma zu übernehmen keine schlaflosen Nächte beschert, eines sei ihm aber durchaus bewusst: «Das Risiko ist recht hoch», sagt Schmidhalter. «Aber man muss risikofreudig sein, um als Unternehmer weiterzukommen.»

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