Wenn es die Pacovis AG mit Schlagzeilen in die Berichterstattung schafft, dann allermeist mit Expansionsprojekten im In- und Ausland (siehe Box). Die jüngste Erweiterung des Herstellers von Gewürzmischungen und Händlers von Einwegverpackungen ist noch keinen Monat alt: Am Firmensitz in Stetten investierte die Firma in eine 1200 Quadratmeter grosse Solaranlage auf dem Dach des Firmengebäudes.

Sie ist seit Dezember in Betrieb und liefert künftig 200'000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. «Das ist ein Fünftel unseres Strombedarfs hier in Stetten», rechnet Geschäftsführer Michael Eser vor. Er hätte noch mehr Solarmodule montiert. «Aber auf dem einzigen verbleibenden Dach war die Installation aus technischen Gründen nicht möglich, sonst hätten wir dieses auch für Sonnenstrom genutzt.»

Sollten die Solarzellen zu Spitzenzeiten mehr Strom produzieren als benötigt, wird dieser ins allgemeine Stromnetz gespeist. Für den Bau der Anlage ist die Entesco GmbH mit Sitz in Stetten verantwortlich. Eser: «Wir haben sehr darauf geachtet, soweit möglich, einheimische Firmen zu engagieren.»

Das sei jedoch nicht ganz einfach. «Wie bei allen Boombranchen, die staatlich unterstützt werden, tummeln sich viele Anbieter auf dem Markt», sagt er. Da sei der Solarstrom ein Paradebeispiel. «Viele Schweizer Hersteller behaupten nur, sie produzieren in der Schweiz, handeln aber letztlich mit ausländischen Produkten.»

Auch im Raum Deutschland hat die Pacovis AG im letzten Jahr erneut investiert. Sie kaufte den deutschen Gewürzhersteller Patzelt GmbH auf. «Der deutsche Markt war für uns bisher schwer zugänglich», sagt Geschäftsführer Michael Eser. Das soll sich mit der in Sassenberg, Norddeutschland heimischen GmbH ändern.