Ennetbaden
Flaniermeile mit Hotels und Wellness: So soll die neue Badstrasse aussehen

Wo in Ennetbaden noch vor wenigen Jahren Autos fuhren, soll nun eine Flaniermeile entstehen. Der Gmeind wird ein Kredit von 7 Millionen für die Neugestaltung des Bäderquartiers vorgelegt.

Pirmin Kramer
Merken
Drucken
Teilen
So soll die Ennetbadener Badstrasse künftig aussehen. Noch vor wenigen Jahren fuhren hier Autos durch.

So soll die Ennetbadener Badstrasse künftig aussehen. Noch vor wenigen Jahren fuhren hier Autos durch.

ZVG

Während in Baden noch Ungewissheit herrscht, wann das geplante Thermalbad eröffnet, wird auf der gegenüberliegenden Flussseite die Neugestaltung des Bäderquartiers weiter vorangetrieben. Die Badstrasse in Ennetbaden – vor wenigen Jahren noch eine viel befahrene Kantonsstrasse – soll in eine Flaniermeile umgebaut werden. An der kommenden Gemeindeversammlung entscheiden die Stimmbürger über einen Kredit von sieben Millionen Franken.

Eine Visualisierung zeigt schon jetzt, wie die Badstrasse aussehen wird, falls die Ennetbadenerinnen und Ennetbadener am 5. Juni den Kredit bewilligen. Die Oberfläche der Strasse besteht aus 16 Zentimeter langen und 13 Zentimeter breiten Gubersteinen, der Rand zur Limmat wird mit Betonplatten behindertengerecht belegt.

Auffallend auch das leicht geneigte Geländer entlang des Flusses. Erneuert werden soll auch die Ufermauer. Die neue Badstrasse wäre ein wenig schmaler als bisher.

«Auf der Sonnenseite des Flusses»

Gemeindeammann Pius Graf erklärt: «Die Idee ist, dass eine Flaniermeile entsteht, eine Strasse mit Aufenthaltsqualität. Entlang des Flusses werden sich Hotels, Restaurants und Betriebe im Wellness- und Gesundheitsbereich ansiedeln. Wir würden uns wünschen, dass auch Kulturanlässe stattfinden, zum Beispiel im ‹Schwanen›.»

Die Badstrasse befinde sich auf der Sonnenseite des Flusses, es gebe bis spät am Abend Sonnenlicht, was die Gegend am Limmatknie besonders attraktiv mache. Die neue Badstrasse könnte dazu beitragen, dass die gesamte Bädergegend wieder mit neuem Leben erweckt wird, glaubt Graf.

Für die Neugestaltung seines Teils des Bäderquartiers hat Ennetbaden in den letzten Jahren bereits rund 23 Mio. Franken ausgegeben, unter anderem für den Umfahrungstunnel, den Hirschenplatz, den Goldwandweg mit den ökologischen Aufwertungen sowie den Postplatz, der momentan umgebaut wird.

Weitere sieben Millionen Franken könnten nun für die Badstrasse hinzukommen. «Ein stolzer Betrag zwar», sagt Pius Graf. «Klar aber ist, dass wir um die Sanierung der Badstrasse nicht umhinkommen. Denn sie befindet sich in einem schlechten Zustand.

Insbesondere Trottoir und Ufermauer sind dringend sanierungsbedürftig.» Abklärungen hätten ergeben, dass ein Abbruch und Neubau mehr Sinn machen als eine Sanierung. Bereits erneuert worden sind in den vergangenen Monaten die Werkleitungen.

Der Zeitplan sieht vor, die Badstrasse zwischen 2015 und 2017 zu erneuern. Zwei kleinere Projekte zur Aufwertung des öffentlichen Raums würde der Ennetbadener Gemeinderat in den kommenden Jahren gerne realisieren, sodass unter anderem ein Rund-Spaziergang im gemeindeübergreifenden Bädergebiet möglich werden könnte.

Bauprojekte wie etwa der Mättelisteg über die Limmat werden aber erst dann zur Abstimmung kommen, wenn definitiv feststeht, dass das Botta-Bad gebaut werden darf.

Pius Graf sagt: «Wir sind uns bewusst, dass es rund eine Generation dauern wird, also ungefähr zwanzig Jahre, bis den Leuten der neue Charakter des Bäderquartiers bewusst wird.»

Denn man könne der Gegend nicht von einem Tag auf den anderen ein neues Gesicht, ein neues Image verpassen. «Wir sind aber überzeugt, dass die Bädergegend unglaublich an Attraktivität gewinnt, falls neben dem Botta-Bad auch die anderen geplanten Projekte realisiert werden können.»