Letzte Woche hat sich der Sommer mit voller Kraft noch einmal zurückgemeldet. Davon profitieren nicht nur die Schwimmbäder, sondern auch die hiesigen Gartenbeizen. Kann der schöne Spätsommer das schlechte Frühlingswetter wettmachen? «Wenn die nächsten zwei Monate nicht schön sind, ist das der schlechteste Sommer seit Jahren», sagt Annamarie Burger, Geschäftsführerin des Liegehalle-Beizli. Die ruhige Oase auf der Baldegg öffnet nur bei schönem Wetter. Besonders schlecht sei der Juni gewesen. Zwar hatte es immer einige Leute, doch voll wurde die Beiz nie. «Besonders schmerzen die schlechten Sonntage, das ist der Tag mit der höchsten Besucherzahl», erklärt Burger.

Auch dem Nachbarn der Liegehalle, dem Restaurant Baldegg, hat der schlechte Sommerstart die Gäste vergrault. Zwar bietet das Panorama-Restaurant auch 180 Innenplätze an, doch: «Die meisten Leute kommen im Sommer zu uns für die schöne Aussicht, da will niemand drinnen sitzen», sagt Geschäftsführer Bernd Schendel. So fällt die Sommerbilanz bislang schlechter aus als im letzten Jahr.

Zwei Monate Sommer reichen

Ganz anders klingt es ennet der Limmat: «Wir sind zufrieden, die letzten beiden Monate haben das Frühlingsloch ausgeglichen», sagt Martin Ettisberger, Geschäftsführer des Panorama-Restaurants Hertenstein. Dies liege aber auch daran, dass man nicht unbedingt auf die Terrassenplätze angewiesen sei: Die Kunden würden im Sommer auch im Restaurant essen. Auch das zu Fuss rund dreissig Minuten entfernte Restaurant Schartenfels kann keine schlechte Bilanz ziehen. «Dieses Jahr wurde mehr konsumiert als im letzten», hält Geschäftsführer Gian Riederer fest. Dies liege wohl daran, dass die meisten Gäste bei über 30 Grad nicht viel essen mögen. So kam dem Restaurant mit 120 Terrassenplätzen der nicht ganz so warme Sommer entgegen.

Anders sieht man das im Untersiggenthaler Restaurant Steinenbühl: «Wenn es richtig heiss ist, will niemand zu Hause kochen, da kommen alle in die Beiz», sagt Geschäftsführer Rico Huber. So sei das letzte Jahr deutlich besser ausgefallen für das Bergrestaurant. Doch auch hier haben Juli und August den schlechten Sommerstart gerettet. «Der Frühling fiel nicht nur wegen des Wetters schlecht aus», hält Huber fest. Im Frühling gibt es viele Feiertage, dann fahren alle Leute gleichzeitig in den Urlaub und das Restaurant bleibt leer. In den Sommerferien sei das weniger ein Problem, erfahrungsgemäss verteilen sich die Ferien besser.

Aussergewöhnlich schlecht ist dieser Sommer auch für die Neuenhofer Gartenbeiz Rüsler nicht ausgefallen. «Wir hatten nur rund ein Viertel weniger Gäste als letztes Jahr», sagt Geschäftsführer Fredi Riesen. Zugute ist auch hier das schöne Juliwetter gekommen. Als eines der wenigen Restaurants ohne Sommerpause im Dorf habe es viele Leute in die Beiz gelockt.
Die Badener Frischluftbar Triebguet sieht ebenfalls keinen Grund zum Klagen. «Es war ein Sommer wie jeder andere, die guten Monate sind gekommen», sagt Betreiberin Michelle Huber. Ob es gleich gut lief wie im letzten Jahr, sei noch nicht klar. Da das Triebguet nicht überdacht ist, sorgen meist Sommergewitter für schlechten Umsatz – und diese blieben diesen Sommer glücklicherweise grösstenteils aus.