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Folgt für diese Schülerband bald der nationale Durchbruch?

Loic, Davis, Mike und Sascha (v.l.) im Wohnzimmer ihres Band-Hauses. Es fehlt Saxofonist Raphael.

Loic, Davis, Mike und Sascha (v.l.) im Wohnzimmer ihres Band-Hauses. Es fehlt Saxofonist Raphael.

Es gibt sie erst seit zwei Jahren, doch sie haben schon viel erreicht. Momentan steht die Nachwuchsband Pedestrians beim schweizweiten Musik-Wettbewerb «Soundcheck» von Coca-Cola im Halbfinal.

Andere Bands haben einen Bandraum zum Proben, die Pedestrians haben ein ganzes Haus. Der Besitzer hat es der Band bis zum Verkauf überlassen. Im Haus können die Bandmitglieder ungestört Musik machen, Songs schreiben und standesgemäss Gäste empfangen.

Den Platz und die Ruhe eines eigenen Hauses kann die Band gut gebrauchen. Im Moment sind die Pedestrians im Halbfinal ihres bis jetzt grössten Wettbewerbs. Beim MyCokeMusic Soundcheck schafften sie es aus 230 Bands unter die letzten 12. Dieser schweizweite Wettbewerb hat schon vielen Bands zu grossem Erfolg verholfen.

Für die Website, auf der für die Band abgestimmt werden kann, wurde ein professionelles Video gedreht. Eine spezielle Erfahrung: «Da waren Leute, die haben uns in den Spielpausen den Schweiss von der Stirn gewischt», sagt Davis.

Pedestrians mit «I Haven't»

Pedestrians mit «I Haven't»

Am Boden geblieben

Die Pedestrians mischen Reggae, Pop und Jazz und kreieren so einen individuellen, eingängigen Sound. Sie hatten schnell Erfolg, gewannen diverse Wettbewerbe. Den fünf Musikern ist der Erfolg nicht in den Kopf gestiegen, obwohl der Aufstieg um einiges schneller kam, als erwartet.

Beim Musikwettbewerb der Migros, M4Music, kamen die Pedestrians in der Kategorie Urban ins Final. Am Tag der Finalausscheidung mussten sie noch zwei andere Konzerte geben und von einem Ort zum nächsten hetzen. Zur Überbuchung kam es, weil niemand mit einer Finalteilnahme gerechnet hatte.

Doch der Aufwand hatte sich gelohnt, die Pedestrians gewannen und konnten mit dem Preisgeld von 3000 Franken ihr zweites Album «Stoney Vere» teilfinanzieren, das am 7. November im Werkk Plattentaufe feiert.

Seit 2013 gibt es die fünfköpfige Band, damals waren die Mitglieder aus Baden und Umgebung alle Schüler an der Kanti Wettingen. Das gemeinsame Interesse an der Musik hat Loic Bawidamann (Bass), Davis Knecht (Gitarre), Raphael Erhardt (Saxofon & Piano) und Sascha van den Berg (Schlagzeug) zusammengebracht.

Für eine komplette Band fehlte nur noch ein Sänger. Ein potenzieller Kandidat, ebenfalls Schüler der Kanti, befand sich zu dieser Zeit gerade in England. Die Band hatte schon Songs geschrieben und wollte Nägeln mit Köpfen machen, sie nahmen Mike Bill auf, ohne ihn je gehört zu haben. «Da haben wir die Katze im Sack ins Team geholt», sagt Sascha van den Berg.

Wie sich herausstellte, passte die Katze musikalisch und zwischenmenschlich hervorragend zum Rest der Band. Aus den fünf Jungs sind gute Freunde geworden. Sascha wirft einen Blick auf sein Handy. «Unser Lied läuft gerade am Radio, verkündet er. Die Pedestrians freuen sich.

Am Bandnamen haben sie lange herumstudiert. «Der Name ‹Pedestrians› heisst ‹Fussgänger› und passt gut zu uns, er ist bodenständig. Zudem mussten wir während unserer Kantizeit viel hin- und herlaufen, da wir noch kein Autobillett hatten», erklärt Mike Bill.

Zur Abgrenzung von anderen Bands mit ähnlichem Namen nennen sie sich im Internet «Pedestrians CH». Das helfe auch bei der Suche nach Youtube-Videos der Band, fügt Mike hinzu. Ansonsten würde Youtube zuerst Videos von verunfallenden Fussgängern anzeigen.

Viele der Bands im Soundcheck-Halbfinal sind professionelle Musiker. Eine Karriere als Berufsmusiker können sich die fünf durchaus vorstellen. Doch momentan haben die Pedestrians Jobs oder ein Studium.

Noch bringen sie alles unter einen Hut, aber Bandproben, Auftritte und Marketing sind sehr zeitaufwendig. «Ich verbrachte meine Ferien damit, die nächste Tour vorzubereiten», sagt Sascha.

Sollte der Stress wieder einmal zu gross werden, können sich die Pedestrians beim Füttern der Goldfische im hauseigenen Teich entspannen.

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