Wettingen
Förster Philippe Vock: Er verfolgt eine nachhaltige Strategie

Förster Philippe Vock aus Wettingen setzt auf nachhaltige Holznutzung und biologische Förderprojekte. Ein besonderes Augenmerk legt er auf Biodiversität und das Wiederherstellen des natürlichen Zustandes.

Matthias Steimer
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Förster Philippe Vock freut sich darauf, die Bevölkerung durch «seinen» Wald zu führen. Matthias Steimer

Förster Philippe Vock freut sich darauf, die Bevölkerung durch «seinen» Wald zu führen. Matthias Steimer

Spaziergängern ist aufgefallen, dass grossflächige Lichtungen im Lägernwald häufiger werden. Dabei entsteht der Eindruck, dass immer mehr Bäume der Kettensäge zum Opfer fallen. Förster Philipp Vock korrigiert diese Wahrnehmung: «Organisatorisch und logistisch ist es einfacher, grössere Holzschläge auf einmal durchzuführen», insgesamt würden aber nicht mehr Bäume gefällt als noch vor zehn Jahren. Im Gegenteil – heute ist man sorgfältiger als früher: «Vor über 100 Jahren wurde der Wald noch geplündert.» Der Holzvorrat hat sich seither verdreifacht.

Eichenwald wird eingerichtet

Vock verfolgt heute mit der Ausholzung eine nachhaltige Strategie, welche die Holzproduktion langfristig sicherstellen soll. Dies bedingt eine Verjüngung von Teilen des bestehenden Nutzwaldes, damit immer etwa gleich viel Holz zur Verfügung steht.

Neben der Nachhaltigkeit legt Vock besonderes Augenmerk auf Biodiversität und das Wiederherstellen des natürlichen Zustandes. Letzteres will mitunter heissen, dass im hiesigen Wald mehr Laub-, dafür weniger Nadelbäume wachsen sollten. Laubbäume erweisen sich als robuster gegen Naturgewalten. So ist denn auch der markante Holzschlag beim Eigiweiher zu verstehen; dort wird bei idealer Bodenbeschaffenheit ein Eichenwald angesiedelt.

Sträucher wachsen nach

Biodiversität ist insbesondere in den warmen Felsfluren des Lägern-grates ein Thema. Durch Lichtschläge entfalten sich dort Arten, die sonst nördlich der Alpen nicht existieren. Vor dieser Anpassung hatten die Gratbäume den Wanderern mit Höhenangst eine gewisse Sicherheit gegeben, da sie Halt boten und die Abhänge verdeckten.

Dass dies nicht mehr so ist, bedauert Vock, beteuert aber: «Wir lassen entlang dem Wanderweg wieder Sträucher wachsen.» Wo und wann wie viele Bäume gefällt werden, entscheidet Vock autonom, wobei er sich an die gesetzlichen Auflagen halten muss.

Im Vordergrund stehen die nachhaltige Nutzung und die genannten biologischen Förderprojekte, welche der Kanton unterstützt. Das kurzfristige Empfinden des wandernden Waldfreundes stellt Vock in den Hintergrund: «Am Waldumgang werden die Leute über unsere Projekte aufgeklärt. Dann gewöhnen sie sich schon an veränderte Waldlandschaften.»

Waldumgang Samstag, 2. Juni, 13 Uhr, Waldeingang Fährlilee.

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