Das Theater hatte sie schon als Kind geprägt: «Wenn mein Vater im Kurtheater als Beleuchter Dienst hatte, habe ich ihm jeweils mit dem Velo das Abendessen gebracht. Dann durfte ich die Vorstellung anschauen, musste aber am Schluss noch den Bühnenboden wischen.» Kulissenmalerin wollte sie werden, bewarb sich als Grundlage dafür um eine Lehrstelle bei Maler Edgar Wind: «Ich war das erste Mädchen und wurde vom Meister deshalb zunächst nur probeweise angestellt. Nach fünf Wochen habe ich den Lehrvertrag bekommen.»

Noch während der Lehre spielte sie im Stück «E Schwiizer im Himmel» unter der Regie von Bruno Ehrsam in der «Badener Maske» mit. Das war vor 37 Jahren und seither hat das bewegte Theater sie nicht mehr losgelassen – die Laienbühne, die traditionell mit dem Thespiskarren durch die Gegend zieht und darauf alle zwei Jahre ein Stück spielt. Die «Badener Maske» finanziert sich durch Hutkollekten nach den Vorstellungen sowie durch kleinere Beiträge von Kulturkommissionen.

«Wir haben jeweils einen professionellen Regisseur, der bezahlt werden muss. Dazu kommen Versicherungen, der Unterhalt und Transport des Wagens sowie ein Essen nach der Premiere. Daraus resultieren budgetierte Kosten von 1500 Franken pro Vorstellung. Die Zuschauer legen durchschnittlich zwischen zehn und fünfzehn Franken pro Person in den Hut.»

Mit Orden dekoriert

Dieses Jahr steht eine schweizerdeutsche Bearbeitung von Molières Komödie «Sganarell» auf dem Programm. Am 8. August war in Baden Premiere; an sieben weiteren Stationen wurde bisher gespielt. Bis zum 7. September sind noch Brugg, Wettingen, Nussbaumen, Lenzburg, Neuenhof und Schneisingen auf dem Tourneeplan. Gebhart spielt die Frau des Titelhelden. «Die Produktion kommt beim Publikum sehr gut an.

Die Aufführung hat Schwung, das Stück ist sehr amüsant und die Stimmung im Ensemble ist ausgezeichnet. Walter Millns, der Regisseur, mit dem wir erstmals zusammenarbeiteten, hat uns alle super motiviert.»

Hoch motiviert ist Barbara Gebhart in vielen weiteren Belangen. Seit vier Jahren ist sie Präsidentin des sechsköpfigen «Badener Maske»-Vorstandes. Die 54-Jährige führt als Einzelkämpferin seit 31 Jahren ihr eigenes Malergeschäft. Und seit 38 Jahren klatscht und tratscht sie jeweils im Oktober an der Badener Cordulafeier als Frau Klingelfuss mit Torwächter Silberysen. Theater spielt sie ab und zu auch bei der Truppe des Ennetbadener Regisseurs Röbi Egloff. Sie ist Trägerin des Dutti Ordens, der viele Jahre lang an Badener verliehen wurden, «die zur Erheiterung der Bürgschaft beigetragen haben».

Und sie hat eine weitere Leidenschaft: «Judo – seit 30 Jahren. Früher war ich häufiger aktiv, inzwischen trainiere ich vor allem den Nachwuchs. Judo ist bei Buben und Mädchen sehr angesagt.» Barbara Gebhart wohnt mit ihrem Lebenspartner und Hund «Capo» in Baden im alten Haus ihrer Grosseltern, zu dem ein grosser Garten gehört.