Wettingen

Frauen sollen Bartprodukte kaufen

Thomas Hafner, Valentina Sofia Iseli, Julio Ferrer Marquez und Valeria Iseli (v.l.) wollen mit Bärten Geld verdienen.

Thomas Hafner, Valentina Sofia Iseli, Julio Ferrer Marquez und Valeria Iseli (v.l.) wollen mit Bärten Geld verdienen.

Damit das Gesichtshaar nicht pikst, haben vier junge Menschen eine Bartpflegefirma ins Leben gerufen

Lang, voluminös oder struppig: Die Zeiten des glatt rasierten Gesichts sind vorbei. Zumindest zeigt der aktuelle Modetrend auf, dass der Vollbart wieder total angesagt ist. Was in der Schweiz gerade erst richtig aufkommt, ist in Barcelona, wo Julio Ferrer Marquez ursprünglich herkommt, schon längst salonfähig. Und auch Frauen würden wieder auf mehr Haar am Mann stehen, ist sich der 24-jährige Spanier sicher. Das trifft zumindest auf seine Verlobte Valeria Iseli zu. Gemeinsam mit ihr, deren Schwester Valentina Sofia und seinem Kollegen Thomas Hafner, betreibt Marquez deshalb seit Anfang Juli eine eigene Bartpflegefirma im Internet mit Pflegeprodukten für Bärte und Schnäuze.

Ausdruck von Selbstbewusstsein

Dabei gehe es aber längst nicht nur um die Produkte, sind sich die Wettinger von «Swisskers» einig. Vielmehr sei es ein ganzer Lifestyle, der die Bärtigen verbinde. «Das ist purer Rock ’n’ Roll», bringt es Marquez auf den Punkt. Ein Bart sei zudem Ausdruck von Individualität und Selbstbewusstsein, ergänzt Hafner. Mittlerweile brauche er unter der Dusche mindestens so lange wie seine Partnerin, da er sich genüsslich den Bart wasche und mit Seife einreibe. Dabei sei es wichtig, ein pH-neutrales Produkt zu verwenden. Denn anders als auf dem Kopf, könne im Gesicht die Haut viel schneller austrocknen. Zusätzlich verwende er ein Öl, das den Bart mit genügend Nährstoffen versorgt. Marquez hingegen greift gerne auf ein Pflegeprodukt zurück, das nicht ausgewaschen werden muss. Stinke der Bart nach einer Zigarette nach Rauch, helfe der nach Zitrone riechende Balsam wunderbar, den Geruch zu neutralisieren.

Männern Mut machen

Ziel von «Swisskers» ist es, anderen Männern Mut zu machen, Bart zu tragen. Denn ein solcher müsse nicht ungepflegt sein und sei es auch nicht, wenn man die richtigen Produkte anwende. Da das Gesichtshaar im Schnitt eineinhalb bis zwei Millimeter am Tag wächst, muss es auch fleissig getrimmt werden. Die Zeit, die Marquez für die Pflege seines Barts aufwendet, ist sie ihm wert. Noch nie habe er so viele Komplimente bekommen, wie für seine Gesichtsbehaarung. Männer würden ihn oft darauf ansprechen, wie er denn seinen Bart pflege. Frauen hingegen wollten die Haare unbedingt anfassen. Valeria Iseli hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass ihr Verlobter so auffällt. Sie selbst habe ihn zwar noch ohne Bart kennen gelernt, habe aber Männer mit viel Bartwuchs schon immer attraktiv gefunden.

Dass die Männer in der Schweiz durchschnittlich weniger gesegnet sind mit Bartwuchs als in südlichen Ländern, ist den Swisskers durchaus bewusst. Die Alternative zum Vollbart sei daher der Schnauz, für welchen es ebenfalls spezielle Produkte gebe. Eines, um den Schnäuzer zu fixieren und ein stärkeres, um ihn in die verschiedensten Formen zu zwängen.

Viele weibliche Kunden

Einen Bart oder einen Schnauz, so finden die Swisskers, könne man in jedem Alter tragen. «Nur auf die Pflege kommt es an», so Valentina Iseli. Denn nichts sei für die Frauen schlimmer als ein Partner, der beim Küssen pikse. Sie rechne deshalb damit, dass ein Grossteil der Kunden weiblich sein wird. Es sei das ideale Geschenk für den Partner, von dem man selbst ebenfalls davon profitiere.

Hauptberuflich betreibt das junge Team die Bartpflegefirma zwar noch nicht. Doch sollte die Idee so gut angekommen wie in Spanien, wäre das Team bereit, ihre Prozente herunterzuschrauben und mehr für die Bartpflegefirma zu arbeiten. Und was passiert, wenn der Trend des Vollbarts so schnell wieder geht, wie er gekommen ist? Die Swisskers machen sich darüber derzeit keine Gedanken. Wer einmal einen schönen Bart gehabt habe, wolle diesen behalten, sind sich die Bartfans einig.

Weitere Informationen finden Sie auf der Swisskers-Website.

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