Wettingen
Freddy Nocks mutige Laien starten durch in der Todeskugel

Im Weltrekord-Team von Freddy Nock stehen auch zwei Frauen ihren Mann. Eine von ihnen ist Carina Frick. So oft sie kann, trainiert sie im Tägipark in Wettingen. Dort gewöhnen die 14 Laien sich an das Publikum und kommen den Loopings immer näher.

Sabina Galbiati
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Freddy Nock trainiert 14 Laien für die Todeskugel. Nur sechs kommen weiter.
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Philipp Mannhard (r.) und Manuel Zaugg sind die ersten, die zu zweit trainieren dürfen.
Freddy Nock (l.) instruiert Philipp Mannhard und Manuel Zaugg (r.) kurz bevor sie zum aller ersten Mal zu dritt in der Kugel fahren werden.
Freddy Nock posiert mit seinem zwei Jahre alten Sohn Leo.
Der zwei jährige Leo eifert schon ganz Papa Nock nach.
Die Wartezeit zwischen den Einzeltrainings verbringen die Crewmitglieder auch mit Seillaufen...
Fachsimpeleien und Bremstest auf sicherem Terrain gehören zum Zeitvertreib.
Wer warten muss, macht es sich auf den Bänken gemütlich.

Freddy Nock trainiert 14 Laien für die Todeskugel. Nur sechs kommen weiter.

Sabina Galbiati

Kaugummi kauen und schnell atmen: «Das hilft gegen das Schwindelgefühl, wenn man mit dem Motorrad Runden in der Stahlkugel dreht», sagt Carina Frick.

Sie ist eine der 14 Laien-Töfffahrer, die zusammen mit dem Aargauer Artist Freddy Nock in einer 4,9 Meter grossen Motorradkugel einen Weltrekord aufstellen will.

Dafür trainiert die 25-jährige Hochbauzeichnerin so oft sie kann. Nicht einmal mehr zwei Monate bleiben «Freddy Nock's World Record Team». Bereits am 20. Februar will Nock mit seinem Laien-Team an der Swiss Moto Show den Rekord aufstellen. Dann werden er und sechs seiner Schützlinge mit über 50 Kilometern pro Stunde in der Kugel Loopings drehen.

«An das Schwindelgefühl gewöhnt man sich und abends geht es besser als am Morgen», sagt Frick. Ob Nock sie auswählen wird für das Weltrekordteam? Die zierliche Blondine fährt seit vier Jahren Motorrad.

Frick scheint tatsächlich sämtlichen Klischees von ruppigen Töfffahrern zu widersprechen. An der Swiss Moto 2013 sah sie zum ersten Mal live, wie Nock's damalige Crew in der Todeskugel Loopings drehte.

«Ich war total fasziniert davon. Als man sich im November für das Casting bewerben konnte, hab ich das sofort gemacht.» Eigentlich würde sie auch gerne Rennen fahren, «aber das kostet mehrere tausend Franken im Jahr. So viel Geld habe ich nicht».

Fachsimpeleien unter Laien

Während des Trainings im Tägipark in Wettingen haben die Laien-Fahrer reichlich Zeit zum Erzählen. Nock trainiert im Moment noch jeden einzeln in der Kugel. Wer auf den Wartebänken sitzt, vertreibt sich die Zeit mit zuschauen oder fachsimpeln.

Frick diskutiert mit einem Team-Kameraden die Schwierigkeit des Bremsens in der Kugel. Man müsse viel mehr mit dem Fusspedal bremsen, sagt Frick. «Würde man nur mit der Vorderbremse am Lenker bremsen, würde man einen Vorwärtssalto machen.»

Neben der 28-jährigen Romina Berger ist Frick die einzige Frau in der Crew. Die beiden fühlen sich in dem Männerhaufen richtig wohl: «Es macht Spass und wir lernen viel von denen, die schon erfahrener sind», sagt Frick.

In einer Pause verrät Nock, dass es bei weitem nicht nur auf die Fahrkünste ankommt. «Das Team muss zusammenwachsen. Meine Aufgabe als ihr Trainer ist es auch, darauf zu achten, wer sich ins Team integrieren kann», sagt Nock.

Mentale Stärke sei ebenso wichtig. «Wer in die Motorradkugel steigt, muss gute Nerven haben. Er oder sie darf nicht im wichtigsten Moment plötzlich zurückschrecken», sagt Nock. Mit welchen sechs Fahrern er definitiv den Rekordversuch wagen wird, entscheidet Nock in den kommenden Tagen.

Dass das Training im Tägipark stattfindet, hat seine Gründe. Hier können sich die Fahrer an Publikum gewöhnen, der Ort ist wettersicher und es hat genug Platz für die Kugel und das ganze Equipment.

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