Würenlos
Fredy Strasser und Sportler kämpfen für neue Sportplätze im Tägerhard

Die Gemeindeversammlung von Würenlos entscheidet am 12. Juni über das Sportplatzprojekt im Tägerhard. Das Projekt sei schlank. In den nächsten Tagen wollen die Sportvereine mehrere Aktionen durchführen.

Dieter Minder
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Fredy Strasser: «Der SVW verlor bereits rund 90 Spieler und Spielerinnen infolge der prekären Platzsituation.»

Fredy Strasser: «Der SVW verlor bereits rund 90 Spieler und Spielerinnen infolge der prekären Platzsituation.»

Chris Iseli

Als Ersatz für das Ländli plant Würenlos seit längerem Sportplätze im Tägerhard. Der Gemeinderat unterbreitet der Gemeindeversammlung am 12. Juni einen Projektierungskredit von 160 000 Franken. Er stellt den Antrag, diesen abzulehnen und will zuerst die Finanzen sanieren (az 3. 6.). Dagegen wehren sich die Sportvereine. Fredy Strasser, Vorstandsmitglied des Sportvereins Würenlos (SVW), stellt sich den Fragen der az.

Die Gemeinde will vorerst keine Sportplätze bauen. Welche Konsequenz hat das für die Sportvereine?

Die Sportvereine sind seit einigen Jahren mit der Situation konfrontiert, dass zwar immer mehr Sporttreibende auf dem Ländli-Areal ihrem Hobby nachkommen wollen, die Fläche jedoch durch Neubauten für Kindergarten und Schule reduziert wurde. Infolge der Übernutzung hat die Rasenqualität deutlich abgenommen. Dies stellt die auf den Aussensport fokussierenden Vereine wie den Rugby-Club und den SVW vor existenzielle Probleme.

Welche Sportvereine nutzen die Sportanlage Ländli?

Die Sportvereine TV Würenlos unter anderem mit der Faustballabteilung, der Rugby-Club Würenlos sowie der SVW teilen sich in den Abendstunden die zur Verfügung stehende Flächen auf dem Ländli. Fünf Teams des SVW trainieren infolge der reduzierten Flächen seit gut zwei Jahren komplett auswärts und halten wenn immer möglich auch ihre Heimspiele auswärts ab. Bei gutem Wetter kann mit dieser Massnahme der Betrieb einigermassen aufrechterhalten werden, bei schlechter Witterung ist dies schlicht unmöglich. Weiter verlor der SVW bereits rund 90 Spieler und Spielerinnen infolge der prekären Platzsituation.

Seit wie vielen Jahren kämpfen die Sportvereine für eine neue Sportanlage?

Seit dem bundesgerichtlichen «Nicht-Entscheid» zum Sportplatzprojekt Ländli im Jahr 2009 – dieses Sportplatzprojekt wurde im Übrigen im Jahr 2001 initiiert. Die Gemeinde ist nach einer Standortevaluation richtigerweise zum Schluss gekommen, im Bereich der ehemaligen Kiesgruben im Tägerhard Würenlos ein neues Projekt für eine Sportanlage zu lancieren. Insgesamt plant die Gemeinde Würenlos nun bereits seit rund 13 Jahren an diesem Sportplatzprojekt.

Was geschah seit 2009 und wie steht es um das Projekt?

Nach dem gemeinderätlichen Entscheid, das Projekt Ländli nicht mehr weiterzuverfolgen, wurde im Tägerhard Würenlos speditiv und zielgerichtet ein gut koordiniertes und optimiertes Projekt ausgearbeitet («Mini Plus»), welches sämtliche bisherigen Hürden gut überstanden hat. Umso mehr überrascht es zum jetzigen Zeitpunkt, dass der Gemeinderat sein ursprüngliches Ziel nicht konsequent weiterverfolgt, sondern den Projektierungskredit ablehnt.

Wie kämpfen die Vereine für die neuen Sportplätze im Tägerhard?

Wir engagieren uns seit 2009 für diese neuen Sportplätze im Tägerhard und haben uns intensiv in die bisherigen Planungen eingebracht. Uns war bald klar, dass nur eine reduzierte und optimierte Lösung eine realistische Chance hat, je realisiert zu werden. Heute liegt ein schlankes, auf die Situation abgestimmtes Projekt vor. Vonseiten des SVW setzen wir uns mit all unseren Möglichkeiten dafür ein, den Projektierungskredit an der Gemeindeversammlung durchzubringen. Der Rugby-Club und der TV Würenlos unterstützen unser zentrales Anliegen, die Sportinfrastruktur von Würenlos zu verbessern. In den nächsten Tagen sind verschiedene Aktionen geplant.

Sehen Sie Alternativen oder Überbrückungslösungen?

Wie anfangs erwähnt befinden wir uns bereits jetzt in einer mehr als schwierigen Situation. Diese gilt es, möglichst schnell zu verbessern. Gelingt uns das nicht, wird es schwierig sein, den heute noch gut funktionierenden SVW in dieser Form weiter bestehen zu lassen. Der Gemeinderat scheint dieses Risiko in Kauf zu nehmen, was wir bedauern und auch nicht nachvollziehen können. Eine neue Sportanlage im Tägerhard ist für den Weiterbestand der Würenloser Sportvereine überlebenswichtig – nicht nur für den SVW.

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