Freienwil
Nach Abwahl von Robert Müller: Der Vizeammann kandidiert als Nachfolger

Nun ist klar, wer sich für das Amt des Freienwiler Gemeindeammanns zur Verfügung stellt: Othmar Suter hat seine Kandidatur eingereicht. Wird er gewählt, steht Urs Rey als Vizeammann bereit.

Claudia Laube
Drucken
Teilen
Othmar Suter zeigt sich bereit, ab 2022 die Geschicke des Dorfes zu lenken.

Othmar Suter zeigt sich bereit, ab 2022 die Geschicke des Dorfes zu lenken.

Bild: Valentin Hehli

In Freienwil ist der erste Schock über die deutliche Abwahl des bisherigen Gemeindeammanns Robert Müller (SVP) verdaut. Inzwischen ist auch klar, wer seine Nachfolge antreten soll: Der parteilose Othmar Suter, der an den Erneuerungswahlen vom 26. September als Vizeammann bestätigt wurde.

Nach Gesprächen mit den wiedergewählten Gemeinderatsmitgliedern Gaudenz Schärer, Urs Rey, Lucius Mathys sowie dem neu gewählten Manuel Oeschger (alle parteilos) wurde der Entschluss gefasst, dass der Einzige, der für das Amt in Frage kommt, Suter ist.

Er hat am Mittwoch seine Kandidatur für den zweiten Wahlgang am 28. November angemeldet. Wird er gewählt, muss er als Vizeammann demissionieren. Danach wird auch dieses Amt zur Wahl ausgeschrieben. Dieses peilt Urs Rey an.

«Ich habe grossen Respekt vor dem Amt des Gemeindeammanns», sagt Suter zur AZ. Nicht nur, weil die Aufgabe einiges mehr an zeitlichem Aufwand mit sich bringe:

«Der Druck wächst. Am Ende ist man der, der den Kopf hinhält. Das muss man aushalten können.»

Der 57-Jährige sieht sich als Teamplayer und sagt von sich, nicht zwingend zuvorderst stehen zu müssen. Es sei ihm klar, dass er es nicht immer allen werde recht machen können. «Ich bringe den Menschen Vertrauen, Respekt und Fairness entgegen, erwarte dies aber auch umgekehrt. Wenn der Gemeinderat von der Bevölkerung nicht getragen wird, können die Ziele nicht erreicht werden», sagt Suter.

Er arbeitet in einem Pensum von 90 Prozent als Fachberater bei der Reha-Hilfen AG. Das würde er vorerst so beibehalten. Suter gehört seit 2018 dem Gemeinderat an, von Beginn weg als Vizeammann. Der Vater von drei erwachsenen Kindern ist Freienwiler Ortsbürger und engagiert sich seit Jahrzehnten fürs Dorf. Vor seiner Wahl in den Gemeinderat war er mehrere Jahre Präsident der Finanzkommission (Fiko) und 19 Jahre bei der Fiko der Ortsbürger.

Als Vize trat er die Nachfolge von Martin Burger an. Dieser hatte unter anderem die Ressorts Wald, Abwasser und Jagd unter sich. Alles Themen, die Suter zusagten, weshalb sich der passionierte Schütze und Jäger damals zur Wahl stellte. Diese Ressorts hat Suter, der sich selbst als «bürgerlich orientiert» einordnet, bis heute inne.

Keine Frauen und keine Parteien im Gremium vertreten

Das Amt des Gemeindeammanns hat Suter zwar nicht gesucht, dennoch würde er sich über die Aufgabe freuen: «Wir haben nun die Chance auf einen Neustart.» Wichtig sei ihm vor allem Zuverlässigkeit und Rechtssicherheit sowie eine offene Kommunikation, um das Konfliktpotenzial zu minimieren.

Zuletzt schlug eine Auseinandersetzung mit der Finanzkommission mediale Wellen. Die Fiko kommt nun ab der nächsten Amtsperiode ebenso in einer veränderten Besetzung daher – so wie der Gemeinderat. Dieser hatte in den vergangenen vier Jahren bereits drei Wechsel erfahren. Nur wenige Tage nach Beginn der Legislaturperiode 2018/2021 war es zum Eklat gekommen und die Gemeinderäte Rébecca Schneider und Daniel Aeschbach zurückgetreten.

Mit Schneider verabschiedete sich damals auch die bisher letzte Frau aus dem Gremium. Weitere Versuche von Frauen, wieder einen Sitz im Gemeinderat zu erobern, sind seither fehlgeschlagen. Im April 2018 wurden Urs Rey und Lucius Mathys in den Gemeinderat gewählt – trotz zweier Frauenkandidaturen.

Ausserdem hatte Gemeinderat Beat Bachmann vergangenes Jahr aus gesundheitlichen Gründen demissioniert. Für ihn kam Gaudenz Schärer, der an den Wahlen vor elf Tagen mit dem besten Resultat von allen wiedergewählt wurde. Robert Müllers Platz nimmt neu Manuel Oeschger ein. Er liess auch zwei Kandidatinnen hinter sich.

Ab dem neuen Jahr ist also weder eine Frau noch eine Partei im Freienwiler Gemeinderat zu finden – das 1100-Seelen-Dorf steht damit im Bezirk Baden allein auf weiter Flur.

Aktuelle Nachrichten