Freienwil
Freienwils Dorfladen nimmt an der Gmeind eine wichtige Hürde

Die Gmeind von Freienwil spricht 50000 Franken für einen Neubau des Dorfladens. Dieser soll, auch wenn heute schon gesund, attraktiver werden. Noch fehlt aber eine Menge Geld für das Vorhaben.

Daniel Vizentini
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So könnte der neue Dorfladen in Freienwil gemäss Projektstudie aussehen. Oben werden Alterswohnungen gebaut.

So könnte der neue Dorfladen in Freienwil gemäss Projektstudie aussehen. Oben werden Alterswohnungen gebaut.

zVg

Eine Gemeinde ohne Dorfladen – für viele ist das wie ein Körper ohne Seele. Gerade in kleinen Dörfern wie Freienwil mit seinen knapp 1000 Einwohnern ist der Maxi-Laden an der Badenerstrasse nicht nur die einzige nahe Einkaufsmöglichkeit, sondern auch der Treffpunkt des Dorfes.

Das es diesen zu erhalten gilt, wissen auch die Gemeindebehörden: Am Mittwochabend liessen sie die Bevölkerung an der Gemeindeversammlung über ein Darlehen von 50 000 Franken an die Genossenschaft Dorfladen abstimmen – und erreichten prompt ein Ja (siehe Box unten).

Für den Dorfladen zählt derzeit jeder Rappen: 2016 soll der Laden aus dem jahrzehntealten, baufälligen Provisorium raus und in einen neuen Anbau an das Restaurant Eintracht einziehen. 2,7 Millionen Franken wird dieser kosten, wovon 200 000 Franken für den Einbau des neuen Ladens im Erdgeschoss nötig sind. In den oberen Geschossen sind fünf Alterswohnungen geplant.

Mit den neuen 50 000 Franken, den bereits gesprochenen 22 000 Franken von den Ortsbürgern sowie den verkauften Anteilscheinen und Spendegeldern hat die Genossenschaft Dorfladen derzeit 250 000 Franken beisammen. «Damit wir den Anbau gesund finanzieren können, brauchen wir 550 000 Franken», sagt Beat Bachmann, Genossenschaftspräsident und gleichzeitig der für Finanzen zuständige Gemeinderat in Freienwil. Die Genossenschaft sucht deshalb weiter nach privaten Geldgebern. «Diese Darlehen werden mit Zinsen zurückbezahlt», sagt Baumann.

«Investoren erhalten damit sicher mehr Geld, als wenn sie ihr Geld auf der Bank lassen.» Viel mehr beisteuern könne die öffentliche Hand derzeit nicht – teure Projekte wie die neue Ortsdurchfahrt würden die Finanzen in Freienwil derzeit sehr belasten.

Neues Café und mehr Produkte

Finanziell steht der bald zwölf Jahre alte Dorfladen gesund da. Bei bis zu 800 000 Franken Umsatz im Jahr erwirtschaftet der kleine Laden stets einen kleinen Gewinn. Die Genossenschaft geht davon aus, das der Umsatz am neuen Standort auf bis zu einer Million wachsen wird.

Mit dem zusätzlichen Platz will sie das Sortiment im Laden erweitern und schmackhafter präsentieren. Neben der Postagentur im Laden soll neu auch ein kleines Café gebaut werden. Beat Bachmann hofft zudem, den einen oder anderen auswärtigen Kunden zu gewinnen. «Schon heute generieren Kunden aus anderen Gemeinden 17 Prozent des Umsatzes», sagt er.

Um diesen Anteil zu erweitern, sind Parkplätze beim neuen Anbau geplant. Für einen umsatzstarken Dorfladen gelten ein Standort an einer Durchfahrtsstrasse und Parkplätze als wichtigste Voraussetzungen. Für die Genossenschaft ist der Anbau an das Restaurant Eintracht, in der Mitte des Dorfes, deshalb der perfekte Standort.

Gemeindeversammlung: Kredite für Ortsdurchfahrt heizten die Gemüter an

Über das Darlehen von 50 000 Franken an die Genossenschaft Dorfladen wurde an der Gmeind nicht viel diskutiert. Mehr zu reden gaben zwei neue Kredite von zusammen knapp über einer Million Franken für die neue Ortsdurchfahrt. Alle Geschäfte wurden von der Bevölkerung angenommen; diskussionslos die Kredite für Hochwasserschutz und Umrüstung der Strassenlampen. Von den 649 Stimmberechtigten waren 101 anwesend. (dvi)

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