Baden
Freiluftbar mit Open-Air-Bühne stösst im Quartier auf Widerstand

In wenigen Monaten will ein Kleinkultur-Betrieb in Badens Quartier Meierhof loslegen. Doch es liegen 30 Einwendungen gegen das Projekt vor. Die Angst vor lautem Party-Betrieb sei unbegründet, sagt die Initiantin.

Roman Huber
Merken
Drucken
Teilen
Idyllischer Platz im Meierhofquartier: Die Wiese beim Felsenweg.

Idyllischer Platz im Meierhofquartier: Die Wiese beim Felsenweg.

zvg

Im April wollte Tuchakrobatin Nadja Schneider den Kleinkultur-Betrieb auf der Wiese beim Felsenweg im Meierhofquartier starten. Das Programm steht weitgehend, die Zusagen der Künstler sind da. Ob daraus etwas wird, ist aber noch offen. «Es sind 30 Einwendungen gegen das Projekt eingegangen», sagt auf Anfrage Hugo Aerni, zuständig bei der Abteilung Planung und Bau für das im November 2014 eingereichte Gesuch. Hauptpunkt seien die Immissionen, die im Quartier Sonnmatt befürchtet würden. «Ausserdem weisen die Einsprecher darauf hin, dass weder Parkierung noch Erschliessung mit dem Auto gelöst seien», fügt Aerni an.

Mit Widerstand ist immer zu rechnen

Der Weg zu einer Bewilligung für Open-Air-Bühnen oder auch -Beiz ist steinig, auch in der Kultur-Stadt Baden. Davon können die Initianten des einst geplanten Freiluft-Restaurants beim Tränenbrünneli ihr eigenes Lied singen. Gegen das von «Rebstock»-Wirt Markus Widmer im Jahr 2008 eingereichte Vorhaben eines Freiluft-Restaurants gingen 22 Einsprachen ein. Gegen die Bewilligung der Stadt wurde beim Regierungsrat mit Erfolg Einsprache erhoben und das Projekt versenkt. (-rr-)

Es komme zum Ausdruck, wie stark das Quartier bereits durch die Bahnlinie mit den nächtlich verkehrenden Güterzügen sowie durch den Autolärm auf der Mellingerstrasse geplagt würde, fasst Aerni den Inhalt der Einwendungen zusammen. Es gebe auch Einsprecher, die durchaus mit einem Open-Air-Betrieb während der warmen Jahreszeit leben könnten, aber nicht an jedem Wochenende und nicht bis zu später Stunden, sondern beispielsweise nur einmal pro Monat, ergänzt Aerni.

«Die Ängste sind unbegründet»

Das Projektteam sei von der Einspracheflut überrascht, sagt die Haupt-Initiantin Nadja Schneider: «Ich bin überzeugt, dass die meisten der Einsprecher sich das Konzept dieses Projekts noch gar nicht genau angeschaut haben», folgert sie. «Es gibt sicher keine Party-Bühne.» Wer nur feiern und sich betrinken wolle, der werde sich ganz sicher nicht hierher verirren, ist Schneider überzeugt.

Sie habe aus dem Quartier auch schon viele positive Stimmen gehört, weil sich dieses Projekt an Familien, also an Gross und Klein wende. Man möchte die Quartierbewohner ganz sicher nicht vor den Kopf stossen und mit Lärm belästigen, erklärt Schneider. Darum suche man möglichst eine einvernehmliche Lösung.

«Wir haben das Programm inzwischen soweit abgeändert, dass wir den Betrieb auf 22 begrenzen, nicht 24 Uhr», so Schneider. Der Bühnenbetrieb finde nur bei schönem Wetter statt. Ebenso wurde bei der Publikumsmenge zurückbuchstabiert: «Je nach Programm erwarten wir zwischen 50 und 150 Personen», sagt Schneider. Sie sei überzeugt, dass diese in erster Linie mit dem Velo oder zu Fuss kommen würden. Aus ihrer Sicht stelle darum die Parkierung kein Problem dar.

Das Gespräch wird gesucht

Einen ersten Anlauf hat man unternommen und die Bevölkerung am 10. Januar vor die Migros Mellingerstrasse eingeladen, wo informiert wurde. «Leider sind nur zwei Einsprecher gekommen», bedauert Schneider. Jetzt hoffen sie und ihr Team, dass die Befürchtungen am Verhandlungstisch Ende Februar ausgeräumt werden können. Die Initianten präsentieren dann die Ergebnisse der Lärmmessungen, die sie kürzlich durchführen liessen.

Mit den Bogenschützen, die ebenfalls Alarm schlugen, habe das Projektteam bereits gesprochen. «Wir sind übereingekommen, dass es auf der Felsenwiese für uns beide genügend Platz hat», sagt Schneider. Das Projekt werde für das Quartier eine Bereicherung sein und keine Störung, betont sie nochmals und hofft auf eine einvernehmliche Lösung.

Baurechtlich ist auch noch nicht alles gelöst. Der «Bade-Wage» (ein Bauwagen) würde zwar in die Zone für öffentliche Bauten und Anlage zu stehen kommen, die Bühne jedoch in die Grünzone. Laut Hugo Aerni muss auch noch die Nagelfluhwand auf mögliche Gefahren von Steinschlag überprüft werden.