«Bevor wir die Filme auswählen, die wir bei unserem Open-Air-Kino zeigen, geht es bei uns ein wenig zu und her wie bei einem Bazar», sagt Daniel Leuthold vom Verein Freiluftkino. Jedes Vorstandsmitglied macht Vorschläge, alle Filme werden gemeinsam angeschaut – elf schaffen es schliesslich ins Programm. So überrascht das Freiluftkino auch dieses Jahr mit vielfältiger Auswahl: Gezeigt werden Streifen aus Japan («An, von Kirschblüten und roten Bohnen»), Frankreich («Demain) oder Belgien («Le tout nouveau testament»). Sogar ein Klassiker hat es ins Programm geschafft: «Le Mépris» mit Brigitte Bardot aus dem Jahr 1963.

Als Arthouse-Kino positioniert

«Dass wir keine Blockbuster zeigen, gehört zu unserem Konzept», sagt Leuthold. Nach dem Ende des Open-Air-Kinos im Kurpark wurde das Freiluftkino 2006 erstmals durchgeführt. Es sollte kleiner und feiner werden als der Vorgänger, passend dazu positioniert sich das Freiluftkino als «Arthouse-Kino». Die 250 Plätze sind in der Regel schnell ausverkauft. «Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte deshalb ein Ticket im Vorverkauf ergattern. Zwar gibt es jeden Tag eine Abendkasse mit rund 40 Tickets, diese sind aber bei schönem Wetter jeweils in Kürze weg», sagt Leuthold.

Aufbauarbeiten für das Freiluftkino auf dem Dach des Parkhauses Gartenstrasse'

Aufbauarbeiten für das Freiluftkino auf dem Dach des Parkhauses Gartenstrasse'

«Ein gelungener Freiluftkino-Abend hat etwas Magisches»

Viel Geld verdiene der Verein aber nicht, erklärt er: «Wir sind eine Non-Profit-Organisation, bezahlen unsere Mitarbeiter nicht, sondern investieren es in die Ausstattung und machen Rückstellungen für Schlechtwetterphasen. Wir profitieren von einem Exklusivrecht, das uns die Stadt Baden für diesen Standort erteilt, wir müssen keine Miete bezahlen. Es geht uns darum, den Badenern ein besonderes Erlebnis zu ermöglichen.»

Im Zentrum würden zwar auch beim Freiluftkino die Filme stehen, doch im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Kinobesuch könne man hier noch weitere magische Momente erleben wie beispielsweise Sonnenuntergänge. «Ein gelungener Freiluftkino-Abend hat etwas Magisches». Für die Anwohner im Martinsbergquartier sind die elf Juli-Nächte lauter als sonst. Mehr als 500 Anwohner sind vorab wiederum mit einem Schreiben informiert worden. «Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung und das Verständnis der Quartierbewohner, das ist nicht selbstverständlich.»

Das Freiluftkino startet am 13. Juli und dauert bis 23. Juli. Filmbeginn ist jeweils um 21.30 Uhr, die Vorführungen finden bei jedem Wetter ausser Sturm statt. Ein Eintritt kostet 19 Franken.