Samstag, 15.30 Uhr: In wenigen Minuten beginnt die Hauptprobe für die zweite Live-Sendung von «The Voice of Switzerland». Von den acht verbliebenen Gesangstalenten kommen vier in das Finale vom nächsten Samstag. Dass die 18-jährige Freschta Akbarzada aus Würenlos heute überraschenderweise rausfliegt und ihre Koffern packen muss, kann zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen. Die Stimmung ist locker, Nervosität liegt noch keine in der Luft. Bis jetzt ist es nur die Hitze, die einem in der Kreuzlinger Bodensee-Arena die Schweissperlen auf die Stirn treibt. Auch Freschta wirkt ganz entspannt. «Ein bisschen nervös bin ich schon», gesteht sie aber.

Dann ruft die Regieassistenz: «Los geht’s, die Hauptprobe beginnt.» Kurz kommt Hektik auf – Freschta hat zwar bereits ihr schwarz-rotes Bühnenoutfit an, trägt aber immer noch ihre bequemen Turnschuhe. Die roten Stilettos stehen neben ihr auf dem Tisch. «Die hohen Schuhe drücken am grossen Zeh», hat sie kurz zuvor einer SRF-Mitarbeiterin verraten. Hat sie die Absatzschuhe erst an, ist die 1,73 Meter grosse Freschta fast so gross wie der hochgewachsene Moderator Sven Epiney. Unter dem vorwurfsvollen Blick des Regieassistenten wechselt die 18-Jährige in aller Eile ihre Schuhe und die Hauptprobe kann starten.

(Quelle: Youtube/SRF The Voice)

Freschta Akbarzada bei «The Voice»

Freschta ist etwas angeschlagen

Nach der Eröffnungsszene verfolgt Freschta die Auftritte der anderen Sänger am Bildschirm, beim Duett von Sheem und Vanessa kommt richtig Stimmung auf: Freschta und Will G. singen mit, die Soulstimme aus den USA legt sogar eine Tanzeinlage ein. Das Mitsingen sollte Freschta aber im Moment lassen: Ihr Vocal-Coach Martina Bovet weisst sie an, ihre Stimme zu schonen. «Freschta leidet seit einigen Tagen an Reizhusten», erklärt sie.

Es ist 18.45 Uhr. Nach einem kurzen Imbiss ist Freschta in der Maske und lässt sich für ihren Autritt schminken. Von Nervosität noch keine Spur: Relaxt sitzt sie auf dem Stuhl und schreibt SMS mit ihren Freunden und Eltern. Auf ihrer Facebookseite hat sie fast 12 000 Likes und zahlreiche Fans schreiben: «You are the best.» Angesprochen darauf lächelt Freschta und sagt: «Das freut mich natürlich sehr – sobald ich mehr Zeit habe, werde ich die Kommentare noch lesen.» Und für die Männerwelt ganz wichtig: Ist Freschta schon vergeben? «Nein», verrät sie, «für einen Freund habe ich im Moment keine Zeit.»

Punkt 20.10 Uhr geht die Show los. Die Fans von Freschta müssen sich aber noch gedulden: Die Würenloserin tritt erst ganz am Schluss auf mit dem Song «Sweet Dreams» von den Eurythmics. Obwohl sie Stunden zuvor immer wieder husten musste, legt sie einen starken Auftritt hin. Dafür erhält sie von Coach Stress 60 Prozent, für Rahel bleiben deshalb 40 Prozent. Am Schluss kommt dennoch Rahel weiter: Die Fernsehzuschauer haben sich knapp für die St. Gallerin entschieden – eine Überraschung, wie einige Zuschauer nach der Show erklären. «Ich habe keine Ahnung, was den Ausschlag gegeben hat», sagt auch Stress und verschwindet hinter der Bühne.

Die Würenloserin Freschta über ihr Ausscheiden bei «The Voice of Switerland»

Die Würenloserin Freschta über ihr Ausscheiden bei «The Voice of Switerland»

Und wie steht es um die Enttäuschung bei Freschta? «Mir geht es gut», sagt sie nach dem Auftritt gelassen. «Ich lernte so viel hier bei ‹The Voice› und konnte auch meinen Gesang stark verbessern.» Es schmerze sie viel mehr, dass sie nicht mehr mit den anderen Talenten singen könne.

Bei Vocal-Coach Martina Bovet ist die Enttäuschung grösser: «So eine begabte Frau – ich bin immer noch sehr überrascht.» Mit ihr weiterzuarbeiten fände Bovet wunderbar. Und Freschta? «Ja auf jeden Fall, ich konnte von ihr schon extrem viel lernen.» Die Hoffnung zahlreicher Fans, weiterhin von Freschta zu hören, könnte also wahr werden.