Wettingen
Frischer Wind weht durchs Eduard Spörri-Museum

Gastkuratoren arrangieren die Ausstellungsstücke im Museum Eduard Spörri in Wettingen neu. Den Anfang macht ein Verwandter des Künstlers. Alte Fotos, Mobiliar, Modellierböcke gewähren intime Einblicke ins Künstlerleben.

Ursula Burgherr
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Kurator Rudolf Velhagen und Gastkurator Hubert Spörri.

Kurator Rudolf Velhagen und Gastkurator Hubert Spörri.

«Neuer Blick auf die Sammlung» heisst die Reihe, die Rudolf Velhagen, Kurator des Wettinger Museums Eduard Spörri, ins Leben gerufen hat.

Durch unterschiedliche Arrangements der Kunstobjekte von Gastkuratoren erlebt das Publikum die Ausstellung immer wieder neu.

Als Erster befasst sich Hubert Spörri mit den Museumsbeständen. Seine Kenntnisse über den Bildhauer sind profund, ist er doch ein Coucousin von Eduard Spörri, der von 1901 bis 1995 in Wettingen lebte.

Im Parterre des zweigeschossigen Museums und einstigen Ateliers werden Werke von Grossvater und Vater Spörri sowie das Schaffen von Eduard Spörri chronologisch präsentiert.

Eyecatcher sind nicht nur die ausdrucksstarken Skulpturen, Büsten, Reliefs und Zeichnungen, die das grosse handwerkliche Können Spörris zeigen.

Alte Fotos, Mobiliar, Werkzeuge und Modellierböcke gewähren intime Einblicke in das Künstlerleben. Die Atelieratmosphäre ist hautnah spürbar und immer wieder wird auf den damals gegenüberliegenden «Marmorfels» verwiesen; einen Gasthof im Besitz der Familie Spörri, der zu einem legendären Treffpunkt in Wettingen wurde.

Spörris Einladung an die Biennale

Weinbau und Jagd gehörten neben der Bildhauerei zu den Leidenschaften von Eduard Spörri. Ein präparierter Wildsaukopf und die Flinte zeugen davon. In Vitrinen entdecken Besuchende unter anderem die Einladung für Spörri an die Biennale in Venedig von 1936 sowie Goldschmuck, der ebenfalls zum vielseitigen Oeuvre des Künstlers gehört.

Im Untergeschoss hat Hubert Spörri mit Rudolf Velhagen Themeninseln geschaffen. Eine davon ist der sakralen Kunst gewidmet, mit der sich Eduard Spörri einen Namen machte. Unter anderem schuf er für das Kloster Muri 14 Reliefs.

Der wuchtige Barockschrank in der Mitte des Raumes ist gefüllt mit kleinen Bozzetti. Sie dienten neben den Skizzen als Entwürfe für teilweise lebensgrosse Skulpturen.

Rudolf Velhagen, Leiter der Historischen Sammlung Museum Aargau auf Schloss Lenzburg, kuratiert seit 2009 die Kollektion von Eduard Spörri und sorgt mit verschiedenen Konzepten dafür, dass das Museum lebendig und spannend bleibt.

Neben der Veranstaltung «Neuer Blick auf die Sammlung» hat er die Reihe «Eduard Spörri trifft ...» lanciert, in der sich Gegenwartskünstler und -künstlerinnen mit dem Werk von Spörri befassen.

Im Spätfrühling findet erstmals der Talk «40 Minuten» statt, zu dem Velhagen jedes Mal eine bekannte Persönlichkeit einlädt, um mit ihr über Eduard Spörri in Bezug zu eigenen Projekten zu sprechen.

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