Würenlos
Frischer Wind weht im Traditions-Gasthof

Während bald zwei Jahren war es still um den «Steinhof». Jetzt ist er in neuen Händen. Juan Carlos und Lisa Rodriguez haben den Würenloser Traditions-Gasthof gekauft.

Fabienne Eichelberger
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Fast schon gespenstisch steht er da. Auf den ersten Blick etwas abgeschirmt von Bäumen und Efeuranken, trotzdem mit einer starken Präsenz. Seit zwei Jahren ist es still rund um den Gasthof «Steinhof» in Würenlos. Nach dem Tod des Wirte-Ehepaars Maduz war der Betrieb eingestellt worden. Rechtsstreitigkeiten um das Erbe entbrannten. Im Dorf kursierten Abbruch-Gerüchte.

Obwohl es noch immer ruhig ist um den «Steinhof», hat sich hinter verschlossenen Türen einiges getan: Die Erbschaft wurde bezogen. Juan Carlos und Lisa Rodriguez sind die neuen Besitzer des «Steinhofs» – und zwar die, welche sich die verstorbene Wirtin Vreny Maduz gewünscht hatte. Das Ehepaar Rodriguez kennt den Gasthof seit vielen Jahren. Lisa Rodriguez hat vor 25 Jahren als Zimmermädchen und Service-Angestellte begonnen. Ihr Ehemann nahm vor 24 Jahren die Arbeit in der Küche des «Steinhofs» auf.

Während diesen Jahren wurde auch das Verhältnis zum Ehepaar Maduz immer intensiver. «Ich würde sagen, wir hatten ein Mutter-Tochter-Verhältnis», erklärt Lisa Rodriguez. «Sowohl der ‹Steinhof› als auch die Wünsche und Vorstellungen von Vreny Maduz sind uns sehr wichtig», betont sie.

Guter Hinweis auf Zukunft

Auch die Gemeinde Würenlos misst dem Gasthof eine hohe Bedeutung zu: «Der Steinhof ist kulturell und historisch gesehen wichtig fürs Dorf», sagt Gemeindeschreiber Daniel Huggler. Der «Steinhof» habe eine spezielle Ambiance, die sehr gesucht sei. Ausserdem wurde der Gasthof im letzten Winter während eines Monates zwischengenutzt. «Während dieser Zeit war er komplett ausgebucht. Das ist ein guter Hinweis für die Zukunft», so Huggler.

Wie es nun aber genau weiter geht mit dem Gasthof, steht gemäss den neuen Besitzern noch in den Sternen. Es müssen noch viele Gespräche mit Anwälten und Architekten geführt werden. Denn das Gebäude an der Landstrasse hat bereits viele Jahre auf dem Buckel: Erbaut wurde es im Jahr 1850. Sollte der Restaurant-Betrieb wieder aufleben, wäre eine kostspielige Renovation gemäss Rodriguez unvermeidbar. Auch wenn vieles noch ungewiss ist: In einem Punkt ist sich die temperamentvolle Frau sicher: «Einen Abriss wollen wir verhindern.»

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