Stetten
Frösche in Stetten müssen auf ihre Tümpel warten

Die Pro Natura Aargau will im «Bösimoos» weitere Tümpel bauen, um mehr Lebensraum für Amphibien zu schaffen. Da die Baubewilligung erst im Juni erwartet wird, werden die Frösche aber erst nächstes Jahr darin laichen können.

Erna Lang-Jonsdottir
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Der Laubfrosch ist gefährdet. Im Stetter «Bösimoos» soll er mehr Lebensraum erhalten. Christoph Flory

Der Laubfrosch ist gefährdet. Im Stetter «Bösimoos» soll er mehr Lebensraum erhalten. Christoph Flory

Christoph Flory

Ginge es nach der Pro Natura Aargau, hätten die Bagger längst im Stetter «Bösimoos» auffahren sollen. «Unser Plan, mit dem Bau im April zu starten, hat sich etwas verzögert. Das Baugesuch liegt erst seit Mitte April öffentlich auf», sagt Ulysses Witzig, Geschäftsführer der Creanatira GmbH, eine Tochtergesellschaft der Pro Natura Aargau.

Lebensraum für Amphibien

Das «Bösimoos» war ursprünglich ein Flachmoor. Im 2. Weltkrieg wurde es entwässert und mit einer Baumschule bepflanzt. Die Naturschutzorganisation Pro Natura erwarb die Parzellen 1994 und renaturierte das zerstörte «Bösimoos». Anfangs wurde das Gebiet mit Wollschweinen beweidet, heute kommen dort Wasserbüffel in den Einsatz, um die Tümpel von Schilf etc. zu befreien. Mit dem Erwerb einer weiteren Parzelle im Jahr 2009 hat die Pro Natura Aargau das Flachmoor um 50 Aren auf 2 Hektaren vergrössert. An der Sommergmeind 2012 genehmigten die Stimmberechtigten die Umzonung der Parzelle von einer Landwirtschafts- in eine Schutzzone. Die sechs Tümpel auf der neuen Parzelle werden je 50 Quadratmeter gross. Gefördert werden Amphibien. (elj)

Doch auch das nasse Wetter hätte dem Bau der geplanten Tümpel einen Strich durch die Rechnung gemacht. «Während der Bauarbeiten muss der Boden trocken sein. Wir wollen nicht, dass die schweren Maschinen Schaden im Flachmoor anrichten», erklärt Witzig.

Da Arten wie Laubfrösche, Geburtshelferfrösche und Gelbbauchunken ihr Laichgeschäft gegen Ende April oder Ende Mai starten, «ist es eher unwahrscheinlich, dass sie dies noch dieses Jahr in den neuen Tümpeln tun können», sagt Witzig.

Die Baubewilligung erwartet Witzig im Juni. Da das Vorhaben ausserhalb des Baugebietes liegt, muss das Departement Bau, Verkehr und Umwelt in Aarau, seine Zustimmung geben. «Erst dann kann der Gemeinderat die Baubewilligung erteilen», erklärt Gemeindeschreiber Emil Wehle.

Sobald dieses vorliegt, will die Pro Natura Aargau mit dem Bau der ersten drei Tümpel starten.

Wasserbüffel pflegen die Tümpel

Die im Jahr 2009 von der Pro Natura Aargau zusätzlich erworbene Parzelle vergrössert das «Bösimoos» um 50 Aren. Mit dem Bau von sechs Tümpeln will die Pro Natura Aargau das Flachmoor aufwerten, mehr Lebensraum für Amphibien schaffen und damit die Artenvielfalt von Vögeln und Amphibien fördern.

Da die Pro Natura Aargau mit der neuen Parzelle einen Pachtvertrag einer Hundeschule übernommen hat, können dieses Jahr nur drei von den sechs geplanten Tümpeln angelegt werden. «Der Vertrag läuft Ende 2014 ab. Wir verhandeln noch mit den Pächtern über eine vorzeitige Auflösung», sagt Witzig.

Bei den sechs 50 Quadratmeter grossen neuen Gewässern handelt es sich um sogenannte kahle Tümpel. Zuerst wird eine Mulde ausgehoben, die mit Lehm abgedichtet wird.

Damit der Lehm nicht austrocknet, wird Wasser zugeführt. Danach werden die Gewässer mehr oder weniger der Natur überlassen. «Die Tümpel müssen kahl bleiben, damit die Amphibien möglichst wenig Räubern ausgesetzt sind.

Je mehr Vegetation in den Tümpeln, desto mehr Räuber», erklärt Witzig. Um die Tümpel freizuhalten, setzt die Pro Natura Aargau Wasserbüffel ein. Diese ernähren sich von ungewünschtem Schilf und anderen Wasserpflanzen.

Baugesuch: Die Pläne der Creanatira GmbH liegen noch bis zum 23. Mai öffentlich bei der Gemeinde Stetten auf.

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