Baden

Früher war er Marketingberater – jetzt führt er den Take away «Thai Chilli»

Phala Wanlai, Reto Zbinden und Narumol Heimgartner (v.l.) schmeissen den «Thai Chilli» Take-away.Sandra Ardizzone

Phala Wanlai, Reto Zbinden und Narumol Heimgartner (v.l.) schmeissen den «Thai Chilli» Take-away.Sandra Ardizzone

Der Reusstaler Reto Zbinden war einst in der Marketingbranche tätig. Doch dieser hat er den Rücken gekehrt. Jetzt führt er einen thailändischen Take-away in Baden.

Es gibt nicht viele Geschäfte entlang der Mellingerstrasse, geschweige denn Restaurants. Trotzdem eröffnete Reto Zbinden Anfang April dort den Take-away und Shop «Thai Chilli». Seither bewirtet der 39-Jährige im Schnitt pro Tag 30 Gäste. «Ich bin selber überrascht, wie gut es läuft», sagt Zbinden. Die Lage sei nicht optimal, trotzdem finden immer wieder hungrige Menschen den Weg in das kleine Restaurant. «Wenn das Essen gut ist, kommen die Leute wieder», sagt der gebürtige Reusstaler. Gekocht wird dabei nicht von ihm, dafür ist die thailändische Köchin Phala Wanlai zuständig. «Ich bin nur ein guter Hobbykoch», sagt Zbinden mit einem Augenzwinkern.

Neben Wanlai arbeitet momentan nur die Thailänderin Narumol Heimgartner als Service-Angestellte im Betrieb. «Das Ziel ist es, eine weitere Person für den Service anzustellen», sagt Zbinden. «Auch werde ich bald einen Lieferdienst anbieten.» Damit möchte der Unternehmer mit italienischen Wurzeln etwas Abwechslung in das hiesige Pizza- und Kebab-Lieferangebot bringen. Ihn habe die thailändische Kultur und Küche schon immer fasziniert. «Wenn man ein Leben lang Spaghetti isst, will man mal etwas anderes», sagt Zbinden und lacht. Er habe auch viel Gewicht verloren durch das thailändische Essen.

Ein bewegter Werdegang

Neben dem Restaurantbetrieb befindet sich auch ein Shop im «Thai Chilli». Dort gibt es allerlei thailändische Spezialitäten zu kaufen. Die Idee sei es, dass Thailänder aus der Region hier einkaufen würden. Zbinden: «Leider hat sich der Laden noch nicht so bewährt.»

Bevor Zbinden das Restaurant eröffnet hat, reiste er oft nach Thailand. «Ich habe eine Weile in Bangkok gelebt.» Thailändisch spricht er aber noch nicht fliessend.

Wie aber kommt ein gelernter Stahlbauzeichner auf die Idee, einen Take-away-Laden zu eröffnen? «Ich habe immer schon ein unternehmerisches Talent gehabt», sagt Zbinden. Mit 14 habe er bereits Disketten kopiert und verkauft und mit 18 machte er sich das erste Mal selbstständig. «Ich habe aber auch viele Niederlagen erlebt», gesteht Zbinden ein.

Unterkriegen liess er sich davon aber nie. So hatte der dreifache Vater bislang ein bewegtes Arbeitsleben und probierte vom Nahrungsmittel-Import über die Investment- und Energie-Branche alles aus. «Bevor ich den Shop eröffnet habe, war ich Grafiker und Marketingberater», sagt Zbinden. «In dieser Branche geht es aber immer um viel Geld und darum, Menschen zu überzeugen. Davon wollte ich mich distanzieren.»

Deshalb eröffnete er das «Thai Chilli». Zbinden: «Es ist ein kleines Geschäft und ich kann dahinter stehen.» Auch möchte er mit seinem Angebot der Fastfood Kultur etwas entgegenwirken. Reich wird der frischgebackene Shopbesitzer davon aber noch nicht. «Ich habe bislang keinen Lohn.» Dieser Fakt stimmt Zbinden aber alles andere als missmutig. In erster Linie komme das Geschäft: «Erst muss das ‹Thai Chilli› auf eigenen Beinen stehen, dann komme ich.»

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