Die Badener Taxi AG arbeiten ab Mitte April mit acht Hotels beziehungsweise Restaurants der Stadt zusammen. Die Idee: Die Fahrt vom Gastrobetrieb nach Hause kostet nur 15 Franken. Und das nicht pro Person, sondern pro Auto, wobei zwischen einem bis maximal vier Gäste transportiert werden.

«Das Spezialangebot ist an drei Bedingungen geknüpft», präzisiert Roland Wunderli, Chef der Badener Taxi AG. «Erstens gilt es nur innerhalb einer genau definierten Region.»

Das «Gastro-Taxi» fährt in 13 Gemeinden – Baden, Wettingen, Ennetbaden, Obersiggenthal, Ehrendingen, Freienwil, Untersiggenthal, Turgi, Fislisbach, Neuenhof, Killwangen, Würenlos und Otelfingen.

Zweite Bedingung: Jede Person, die im 15-Franken-Taxi mitfährt, muss vorher für mindestens 50 Franken konsumiert haben.

Und dritte Voraussetzung für die günstige Taxi-Fahrt nach Hause: Das Gastro-Taxi rollt nur an, wenn es der Gastgeber im Auftrag der Gäste bestellt.

Acht Badener Betriebe machen beim Gastrotaxi mit: Atrium, Blue City, Trafo, Du Parc, La Cappella, Linde und Limmathof in Baden sowie Ennetbaden.

Ähnlich wie in Wettingen

Beide – die Restaurants und das Taxiunternehmen – erhoffen sich vom Gastro-Taxi langfristig mehr Umsatz, sagt Roland Wunderli. Die Gastrobetriebe, weil mehr konsumiert wird; das Taxiunternehmen will vor allem seinen Bekanntheitsgrad steigern.

Die Idee des Gastro-Taxis ist nicht ganz neu: In Wettingen existiert in Zusammenarbeit mit den «Wirtefreunden» seit Jahren das Angebot «Drive for 5». Dort kostet die Fahrt fünf Franken pro Person, die mitfährt.

Sowohl beim neu lancierten Gastro-Taxi als auch bei seinem Wettinger Pendant gilt: Kostet die Fahrt mit der klassischen Taxiuhr weniger, dann kommt das Spezialangebot nicht zum Tragen.

Auffällig: Das Angebot wird lanciert zu einem Zeitpunkt, in dem auch in Baden eine Debatte über den Billig-Fahrdienst Uber im Gange ist, der die lokalen Anbieter konkurrenziert. «Uber Pop» vermittelt per App private Fahrer und kostet halb so viel wie ein reguläres Taxi.

Wunderli sagt aber: «Dass wir das Gastro-Taxi gerade jetzt lancieren, hängt in keiner Weise mit Uber zusammen. Die Gespräche mit den Badener Hotels liefen schon seit längerer Zeit. Wir freuen uns, dass wir die Idee umsetzen können.»

Er macht aber gleichzeitig keinen Hehl daraus, dass er sich über Uber ärgert. Gegen Konkurrenz habe er grundsätzlich nichts einzuwenden. «Dieser Dienst ist illegal, denn den meisten Fahrern fehlt die nötige Lizenz.»

Ist das neu lancierte, billige Gastro-Taxi etwa ein Anzeichen dafür, dass die Marge der Badener Taxis noch bei weitem nicht aufgebraucht ist? «Nein, dieser Schluss ist falsch. Auch wir müssen auf jeden Franken schauen. Das Problem ist, dass für Uber keine Personal- und Flottenkosten anfallen und auch keine Telefonzentrale betrieben werden muss. Darum sind die Preise billiger als bei uns.»