Wo bis vor wenigen Tagen noch Tennis gespielt wurde, werden in einigen Monaten die ersten Gäste übernachten: Auf dem Areal der «Sport World Baregg» im Badener Stadtteil Dättwil starteten am Montag die Bauarbeiten für ein Aparthotel mit 114 Zimmern. Im Gegensatz zu einem klassischen Hotel werden dort zum Teil vollständig eingerichtete Räume mit Küche vermietet, ein eigenes Restaurant wird es keines geben.

Die Gastronomie sei bereits im Sportcenter vorhanden, erklärt Investor Bruno Burkhart. «Das Aparthotel richtet sich beispielsweise an Geschäftsreisende oder temporär Angestellte, die für mehrere Tage und Wochen in der Stadt bleiben und für welche die Miete eines Hotels zu teuer wäre.» Ein Doppelzimmer im Aparthotel wird pro Nacht rund 80 bis 100 Franken kosten.

15 Millionen Franken kostet der Bau, wovon ein Teil mit Fertigbau-Elementen erstellt wird. Die ersten Aparthotel-Gäste sollen ihre Zimmer im Herbst oder Winter 2016 beziehen.

Einigung mit Anwohnern

Anwohner hatten wegen Verkehrsfragen mehrere Einsprachen gegen das Aparthotel eingereicht. «Wir konnten uns zum Glück einigen», erzählt Burkhart. «Die Aparthotel-Besucher werden dieselbe Einfahrt wie die Besucher des Sportcenters benützen, also von der Tankstelle her Richtung Tiefgarage fahren, die neu erstellt wird. Nur Anlieferungen werden über die südliche Zufahrt durchgeführt.»

Negative Auswirkungen hatte das Projekt bereits für den Tennisclub Baregg, der teilweise aufgelöst und in einen reinen Hallenverein umgewandelt wurde. «Viele Wettkampfspieler haben problemlos einen neuen Verein gefunden, die Dichte an Tennisplätzen ist in der Region Baden recht gross.»

Burkhart ist zuversichtlich, dass die Unterkunft mittelfristig bis zu rund 60 Prozent ausgelastet sein wird. «In Dättwil gibt es 320 Firmen mit rund 8500 Arbeitsplätze. Gespräche mit Verantwortlichen des Kantonsspitals und weiteren Firmen hätten gezeigt, dass die Nachfrage für diese Art von Unterkunft gegeben sei.

Die Idee eines klassischen Hotels an selber Stelle hatte er lange Zeit verfolgt, mangels Erfolgsaussichten aber vor einigen Jahren aufgegeben. «In unserem Kanton haben Hotels einen schweren Stand, die Auslastung liegt im Durchschnitt bei nur rund 40 bis 45 Prozent.»

Bewilligung für 2-Sterne-Hotel

Ein weiteres Hotelprojekt hat in den vergangenen Monaten einen entscheidenden Schritt vorwärtsgemacht. An der Grenze Neuenhofs zu Baden, wenige Meter vom Autobahnanschluss entfernt, soll anstelle des «Milano (vormals Restaurant Waldegg beziehungsweise «Dancing Mirage», «Azito» und «Pink Club») ein
2-Sterne-Hotel mit 100 Zimmern gebaut werden.

Grundeigentümer Alwin Kecht sagt auf Anfrage: «Wir haben die Baubewilligung letzten Dezember erhalten.» Der Baustart habe sich allerdings leicht verzögert, weil der vorgesehene Betreiber finanzielle Bedingungen nicht erfüllen konnte. «Wir stehen kurz vor dem Abschluss eines Vertrags mit einem neuen Hotelbetreiber. Sobald wie möglich werden wir mit dem Bau beginnen», sagt Kecht.

Der Hotelneubau bei der Autobahnausfahrt wird rund 18 Millionen Franken kosten. Die Initianten erhoffen sich eine gute Auslastung dank der Nähe zum Autobahnanschluss, dem Flughafen und der Stadt Zürich sowie den guten Verbindungen mit dem öffentlichen Verkehr.