Baden

Für den Stadtratssitz würde Jürg Caflisch das VCS-Präsidium abgeben

Plant «keine rot-grüne» Revolution: Jürg Caflisch.

Plant «keine rot-grüne» Revolution: Jürg Caflisch.

SP-Mann Jürg Caflisch will den freiwerdenen Stadtratssitz von Daniela Berger erben. Gegen wen von der FDP er antreten muss, erfährt er jedoch erst Mitte August.

Nachdem SP-Stadträtin Daniela Berger ihren Rücktritt bekannt gegeben hat, steht Baden ein heisser Wahlherbst bevor. Die Bürgerlichen wollen die rot-grüne Mehrheit im Stadtrat knacken. Jürg Caflisch, SP-Grossrat und Präsident des Verkehrsclubs Aargau (VCS), möchte den SP-Sitz erben. Konkurrenz wird er von der FDP bekommen, die ihren Kandidaten Mitte August nominiert.

Herr Caflisch, 2011 haben Sie als Badener Einwohnerrat der Stadtpolitik den Rücken gekehrt. Warum, wenn Sie doch schon 2013 wieder Stadtrat werden wollten?

Jürg Caflisch: Damals bei meinem Rücktritt war ich bereits im Grossen Rat. Weil beides Milizämter sind, habe ich nebst meinem Beruf nicht beides unter einen Hut gebracht. Stadtrat ist ein Teilpensum, und so kann ich beruflich etwas kürzer fahren.

Beruflich kürzertreten ist das Eine. Sie sind aber auch Präsident des VCS. Geraten Sie da nicht in einen Zeit- und Interessenkonflikt?

Wenn ich als Stadtrat gewählt werde, trete ich als VCS-Präsident zurück. Das war für mich von Anfang an klar.

Sie haben die Badener Politik immer im Auge behalten. Welchen Eindruck haben Sie von den ersten zwei Jahren der links-grünen Regierung?

Von aussen ist schwer zu beurteilen, ob die Stadträte einen guten Job machen. Von einer rot-grünen Revolution kann jedoch keine Rede sein. Das liegt aber auch an der bürgerlichen Mehrheit im Einwohnerrat. Zudem hat die Geschichte um Geri Müller sicherlich einiges blockiert und die Fronten verhärtet.

Sie werden von einigen Politikern als Hardliner bezeichnet. Werden sich da die Fronten noch zusätzlich verhärten?

Das Bild des Hardliners ist eines, das jetzt aufgebaut wird. Es stimmt nicht, dass ich keine Kompromisse eingehe. Als Grossrat und VCS-Präsident muss ich anders politisieren. Aber als Einwohnerrat und Fraktionspräsident wurde mir in den 13 Jahren nie unterstellt, ein Hardliner zu sein. Für mich ist klar, dass ich in einer kommunalen Regierung lösungsorientiert politisiere.

Damals als Einwohnerrat setzten Sie sich vor allem in den Bereichen Stadtentwicklung und Wohnpolitik ein. Was sind Ihre Ziele als Stadtrat?

Die Tagesstrukturen mit Krippen, Mittagstisch und Tagesschulen müssen weiter gestärkt werden. Vom Kanton ist leider kaum mit Unterstützung zu rechnen. Das hat die Ablehnung der letzten beiden Gesetzesvorlagen zur ausserschulischen Betreuung gezeigt. Auch im Bereich des umweltfreundlichen Verkehrs hat Baden noch viel Luft nach oben. Ich denke da an schnellere Velo- und Fussgängerwege durch die Stadt. Ich hätte mir auch gewünscht, dass der Stadtrat bei der geplanten Velostation etwas engagierter vorgeht.

Wo sehen Sie konkrete Verbesserungsmöglichkeiten für Velofahrer und Fussgänger?

Gerade die Mellinger- und die Bruggerstrasse könnten für den Langsamverkehr attraktiver sein. Das sind Kantonsstrassen und da könnte eine gute Zusammenarbeit einiges in die Wege leiten. Als Grossrat könnte ich da ein Sprachrohr für die Badener Anliegen sein.

Auch die GLP setzt sich für umweltfreundlichen Verkehr ein. Hat es Sie überrascht, dass sich die Badener Grünliberalen hinter die FDP stellen?

Tatsächlich habe ich mich gewundert, da ich zu einigen GLP-Vertretern guten Kontakt pflege. Aber ich habe die Partei auch nicht um ihre Unterstützung gebeten.

Aber mit einer Kampfwahl haben Sie gerechnet?

Ja klar. Die FDP will ihren Sitz, den sie bei den letzten Wahlen eingebüsst hat, zurückhaben. Und die Bürgerlichen wollen den Stadtammann-Sitz von Geri Müller. Dass sie nun bereits vor der Nomination eines FDP-Kandidaten Geschlossenheit demonstrieren, mag vorschnell sein.

Auch FDP-Grossrat Thierry Burkart stand als Kandidat zur Diskussion. Sind Sie froh, müssen Sie nicht gegen ihn antreten?

Nein, das wäre für mich kein Problem gewesen. Thierry war nie Einwohnerrat in Baden. Meine 13 Jahre Erfahrung wären möglicherweise ein Vorteil für mich gewesen.

Viele Bürgerliche hofften auf Burkart als künftigen Stadtammann. Werden Sie 2017 für das Amt kandidieren?

Ich kandidiere jetzt für den Stadtrat. Alles Weitere wäre nur Kaffeesatzlesen.

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