Die Klosterstrasse auf der Klosterhalbinsel in Wettingen ist in einem schlechten Zustand: Der Belag ist teilweise nur wenige Zentimeter dick und beschädigt. Die angrenzenden historischen Mauern und Freiräume sind stellenweise nicht mehr als solche erkennbar. Auch die Werkleitungen sind nicht mehr auf dem neusten Stand. Kurz gesagt: Die Strasse und deren Seitenräume müssen dringend saniert werden.

Mit den baulichen Erneuerungen soll die historisch bedeutende Klosterhalbinsel aufgewertet sowie das kulturtouristische Potenzial der Klosteranlage noch besser nutzbar gemacht werden. «Ziel ist es, dass dadurch mehr Besucher angesprochen werden und sich diese auf der Halbinsel wohlfühlen», sagt Urs Heimgartner, Leiter Bau und Planung. Die Sanierungs- und Aufwertungsarbeiten stützen sich auf den sogenannten «Masterplan Klosterhalbinsel»: Der vom Kanton Aargau, der Gemeinde Wettingen und von weiteren Grundstückeigentümern erarbeitete Plan zeigt die verschiedenen Handlungsfelder auf und stimmt die geplanten Massnahmen aufeinander ab. Auch stellt dieser sicher, dass der Betrieb der Kantonsschule in der Klosteranlage weiterhin ungestört und uneingeschränkt vonstattengeht.

Platz vor «Altem Löwen» aufpeppen

Die Gesamtkosten für das Sanierungsprojekt belaufen sich auf fast drei Millionen Franken und werden folgendermassen aufgeteilt: Rund 1,08 Millionen Franken müssen die Gemeinde und das Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettingen (EWW) übernehmen. Der Rest trägt der Kanton Aargau, die privaten Eigentümer des Spinnereiareals sowie Unternehmen wie die Regionalwerke AG Baden.

Der «Masterplan Klosterhalbinsel» sieht verschiedene Sanierungs- und Aufwertungsmassnahmen vor: Zum einen wird die Klosterstrasse zwischen der Kanzlerrainstrasse und dem Spinnereiareal wieder instand gestellt, die angrenzenden Mauern und Zäune werden teilweise abgebrochen oder saniert. Zum anderen wird die Strassenumgebung neu gestaltet. Beispielsweise soll der historische Platz zwischen dem Restaurant Alter Löwen und dem gegenüberliegenden Brunnen hervorgehoben werden. Des Weiteren sollen die beiden historischen Torfundamente im Eingangsbereich des Klosterareals wieder erkennbar gemacht werden.

Begegnungszone mit Tempo 20

Sind die Sanierungsarbeiten einmal abgeschlossen, werden die privaten Strassenabschnitte auf der Klosterhalbinsel – der Bereich mit Anschluss an den Zollhausweg und die Paul-Fischer-Brücke – Eigentum der Gemeinde. Zudem werden die Klosterstrasse und Teile der Kanzlerrainstrasse in eine Begegnungszone mit Tempo 20 umgewandelt. Auch die Kanzlerrainstrasse im Bereich der geplanten Dreifachturnhalle soll in diese integriert werden. Ob man die Begegnungszone auf den Zollhausweg ausdehnt, wird im Rahmen der noch zu erstellenden Verkehrsgutachten beurteilt.

Bevor die Klosterhalbinsel aufgewertet und für neue Besucher erschlossen werden kann, muss der Einwohnerrat an seiner nächsten Sitzung am 20. Oktober den Kredit von rund 1,08 Millionen Franken genehmigen. Stimmt das Parlament zu, soll im Frühjahr 2017 mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Die Planer gehen von einer Bauzeit von rund zehn Monaten aus.