Im Bäderquartier bangt man um die Kurplatz-Linde. Anlass dazu gab eine Aussage, die an der Informationsveranstaltung des Stadtrates über die neue Gestaltung des Kurplatzes fiel.

«Dort sind erste Ideen ohne die Linde präsentiert worden.», sagt Architektin Katrin Reimann, die seitens der Stadt Baden die Projektleitung für das Bäderquartier innehat.

Für die Linde sieht es schlecht aus

«Ihr Zustand ist nicht optimal», sagt Stadtoberförster Georg Schoop zur Kurplatz-Linde. «Sie hat Gipfeldürre und ist nicht vital.» Bei der Gipfeldürre sind die obersten Äste nicht mehr grün.

«Jeder ältere Baum im Baugebiet ist per se wertvoll», sagt Schoop.

Bezüglich ihres Wertes könne man die Kurplatz-Linde aber nicht mit einer 100-jährigen Linde oder mit der Blutbuche beim «Du Parc» vergleichen, deren Erhalt ausser Zweifel stünde.

Schoop hegt ausserdem Zweifel daran, dass die Linde die bevorstehende Bauerei im Bäderquartier überleben werde.

Im Bäderquartier sind viele Leute anderer Meinung. «Der Lindenbaum ist die einzige grüne Kraft vor Ort», erklärt Fredi Hiss in einem Brief an die Projektleitung.

Die Linde sei schon mehrmals abgeschrieben worden und habe sich stets gut erholt und bei normaler Pflege an Umfang und Höhe sogar gewonnen.

Die Stadt wollte die Anwohner von Beginn des Prozesses an miteinbeziehen. Laut Reimann gab es aber noch keine konkreten Pläne.

Der Einwohnerrat hatte erst den Planungskredit von 390 000 Franken genehmigt. Für die Neugestaltung wurde das Planerteam Vogt, Porta Nord AG, Barao-Hutter ausgewählt.

«Die Zukunft der Linde ist noch offen, die Ansprüche an den Platz, die erfüllt werden sollen, sind jedoch hoch», sagt Projektleiterin Reimann.

Er muss erschliessungstechnisch den Anforderungen genügen, Gastronomie ermöglichen und erst noch attraktiv sein.

Ein wichtiger Aspekt sei weiter die Historie und das einzigartige Thermalwasservorkommen. Der künftige Platz soll ausserdem gut an die umliegenden Gassen und Strassen angeschlossen sein.

Auch die Bedürfnisse der Bevölkerung und der Quartierbewohner möchte die Stadt berücksichtigen.

Dennoch soll der neue Platz ebenfalls dem neuen Geschichtsabschnitt gerecht werden, der mit dem Botta-Bad beginnen wird.

Reimann weist darauf hin, dass die Promenade und deren Grünbereiche ebenso wie der Ochsenpark als öffentlicher Park stark aufgewertet würden.