Wettingen

Für die Natur: Geissen im sechswöchigen Dauer-Fresseinsatz

Spaziergängern bietet sich an der Fohrhölzli-strasse ein besonderes Bild: Sie können einer Herde Stiefeligeissen bei der «Arbeit» zusehen. Die Ziegen sollen der Verbuschung Einhalt gewähren.

«Früher sind an diesem Hang sehr wertvolle Pflanzen gewachsen», sagt Revierförster Philippe Vock. Bis vor kurzem war der steile Hang Bernau, zwischen Stausee und Fohrhölzlistrasse, stark verwaldet. «Wir wollen den hier wichtigen Bäumen, wie Eichen, Linde oder Kirsche wieder mehr Raum geben.»

Diese Arbeit teilen sich das Forstamt Wettingen und eine Herde Stiefeligeissen. Letztere sind jetzt sozusagen an der Feinarbeit. «Sie fressen das Laub der Bäume, und Sträucher», erklärt Hansmartin Ryser, Mitglied des Kulturlandausschusses der Gemeinde Wettingen.

Das Projekt läuft unter Aufsicht des Kulturlandauschusses, wobei Revierförster Philippe Vock zuständig ist. «Die Geissen werden rund sechs Wochen hier sein», sagt Vock. Danach bleibt das Areal sich selbst überlassen.

Stieffelgeissen fressen in der Bernau gegen die Verbuschung.

Stieffelgeissen fressen in der Bernau gegen die Verbuschung.

Mit dem Holz wird geheizt

In den letzten Wochen hat das Forstamt Wettingen den Hang massiv ausgeholzt. Das über 200 Meter lange und 50 Meter breite Waldstück ist bereits wieder sehr licht, zwischen den Baukronen bestehen grosse Lücken. «Damit haben wir einen Bedeckungsgrad von 40 bis 50 Prozent erreicht», sagt Vock. Das heisst, dass mehr als die Hälfte der Sonnenstrahlen wieder ungehindert bis zum Boden durchdringen kann.

Rund 90 Kubikmeter Festholz hat das Forstamt abtransportiert. Daraus werden Schnitzel für die Heizungen der Gemeinde gemacht. Die Äste wurden zu Haufen aufgeschichtet und dienen so vielen Kleintieren wie Igeln oder Mäusen als Lebensraum.

Die Geissen kommen wieder

Das ist nicht der letzte Einsatz, die Geissen. Während der nächsten fünf Jahre werden sie regelmässig zurückkehren. Damit soll verhindert werden, dass der Hang wieder verbuscht. Die Bernau soll zu einem Gebiet umgestaltet werden, in dem wärme- und lichtliebende Bodenpflanzen gedeihen.

Die Herde gehört dem Spreitenbacher Gartenbauer Jelle Van der Zee aus Spreitenbach. Seine Geissen beweiden regelmässig Waldstücke im Rahmen ähnlicher Projekte.

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