Freienwil

Für Mutterkuh Flores und ihr Kalb Kyle geht es von Freienwil ab an die Olma

Adrian Burger mit Mutterkuh Flores: Die Zucht von Salers-Rindern ist die grosse Leidenschaft des Freienwilers.

Adrian Burger mit Mutterkuh Flores: Die Zucht von Salers-Rindern ist die grosse Leidenschaft des Freienwilers.

Seit sieben Jahren züchten Adrian Burger und Christa Ledergerber auf dem Tannenhof Salers-Rinder. Zwei davon sind ab Donnerstag an der Olma zu sehen – als Teil der Tierausstellung des Gastkantons Aargau.

Seelenruhig bewegt sich Adrian Burger auf der Wiese zwischen seinen Rindern und Kälbern. Angst vor den Tieren mit ihren imposanten Hörnern kennt er nicht: «Adrian ist ihre Bezugsperson», sagt Ehefrau Christa Ledergerber.

Seit 2008 ist die Salers-Zucht die grosse Leidenschaft des Ehepaars aus Freienwil. «Wir haben uns damals verschiedene Rassen angeschaut, aber diese gefielen mir sofort», erinnert sich Adrian Burger.

Salers gehören zu den ältesten Rinderrassen Frankreichs und stammen aus dem Zentralmassiv. Die Rasse gilt als ruhig und anpassungsfähig. Ihre schwarzen Klauen sind sehr robust, die Milchleistung ist hoch, und die Rinder sind leichtkalbig – zu 99 Prozent kalben sie selbstständig ab. Ideal für das Ehepaar, das hauptberuflich ein Gartenbaugeschäft führt.

18 Tiere weiden in Freienwil

Vor sieben Jahren kauften Burger und Ledergerber im Neuenburger Jura drei Rinder. Heute besitzen sie 8 Mutterkühe sowie Rinder, Kälber (ab 5 Monate) und einen Muni, der nach dem altägyptischen Baumeister Imhotep benannt wurde.

Die derzeit 18 Tiere weiden das ganze Jahr über auf den neun Hektaren Wiese des Tannenhofs oberhalb von Freienwil. «Fleisch aus Gras» heisst die Devise – die Tiere bekommen kein Soja, Palmöl oder andere gentechnisch veränderte Pflanzennahrung.

Die Zufütterung erfolgt einzig durch Zukauf von Gras-Silo-Ballen und Heu aus dem Surbtal von Bauern, die ihre Ökoflächen nicht selbst benötigen, da sie kein Vieh halten.

Die Tiere werden für die Fleischproduktion gezüchtet. Spätestens mit zehn Monaten kommen sie in den Schlachthof. Burger und Ledergerber verkaufen an die Brugger Viehhandelsunternehmung Vianco AG mit dem Label Natura-Veal und Natura-Beef.

Ihr Fleisch landet grösstenteils in den Regalen von Coop. Für den Eigengebrauch stellen sie SwissPrimBeef her. Jeweils im Herbst verkaufen sie das hochwertige Rindfleisch auch privat an Freunde und Bekannte, für 28 bis 33 Franken pro Kilogramm. Die Nachfrage ist immer gross.

Spontane Zusage

Als nun der Verband Mutterkuh anfragte, ob der Tannenhof seine Salers an der Olma in St. Gallen präsentieren möchte, sagten die Züchter spontan zu: «Wir möchten den Bekanntheitsgrad der Rasse mit allen Mitteln erhöhen.»

Ein Transporter von Vianco holte die sechsjährige Flores mit ihrem sechs Monate alten Kalb Kyle ab und brachte sie sicher nach St. Gallen.

Flores und Kyle werden, neben sieben anderen Fleischrinder-Rassen, zehn Tage lang in der Tierausstellung des Gastkantons Aargau (Halle 7.0/7.1 und Arenazelt) zu bewundern sein. Weil sie draussen platziert sind, wurden sie nicht geschoren.

Adrian Burger und Christa Ledergerber werden ihre Tiere mehrmals besuchen. «Das ist für uns eine ganz neue Erfahrung und wir hoffen, dass alles gut geht», sagen die stolzen Besitzer. Noch gibt es in der Deutschschweiz nur wenige Salers. Vielleicht kommen dank der Olma weitere Züchter auf den Geschmack.

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