Nordportal
Führungswechsel beim Badener Konzert- und Event-Ort

Erst 100000 Franken minus im Jahr 2013, dann 40000 weniger vom Kuratorium. Nichtsdestotrotz geht es seit einem halben Jahr wieder aufwärts im Nordportal. Und Muriel Peterhans, neue Leiterin im Eventbereich, bringt frischen Wind.

Roman Huber
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Nachfolgerin Muriel Peterhans und Gastro-Chef Clive Hupf.

Nachfolgerin Muriel Peterhans und Gastro-Chef Clive Hupf.

Alex Spichale

Er sei auch 26 Jahre alt gewesen, als er sich in dieses Abenteuer gestürzt habe, sagt Patrick Wernli (34), der per 1. Oktober die administrative Leitung des Nordportals in Baden Nord an Muriel Peterhans, ebenfalls 26-jährig, übergeben wird. «Ich habe mir hier höchstens 10 Jahre gegeben, nun ist es etwas früher», so Wernli. «Ich glaube, dass der Zeitpunkt, zu gehen, richtig ist», fügt er an. Er habe nicht mehr denselben Elan, und manchmal überkomme ihn das Gefühl, den Draht zu den Jungen etwas verloren zu haben. Darum sei er überzeugt, dass nun etwas frischer Wind dem Nordportal gut täte.

Mit Muriel Peterhans tritt keineswegs eine Newcomerin an seine Stelle. Und vor allem kennt sie den Betrieb sehr gut. Dass sie einmal in Wernlis Fussstapfen treten könnte, habe sich schon länger abgezeichnet. Der Wechsel sei nun aber doch etwas plötzlich gekommen, sagt Peterhans. Sie habe zwar ein bisschen ambivalente Gefühle in dieser Verantwortung, dennoch sei ihr der Entscheid auf Wernlis Anfrage leicht gefallen: «Wir machen doch hier etwas Gutes», ist Muriel Peterhans überzeugt.

Sie hat mit Clive Hupf zudem einen erfahrenen und erfolgreichen Leiter des Gastrobereichs neben sich. Ausserdem ist die Crew im Nordportal überzeugt, dass man zusammen mit dem Jugendkulturlokal Werkk, das ehemalige Merkker, das im März in nächste Nähe in die alte Schmiede ziehen wird, diesem Ort zusätzliche Impulse als Konzert- und Ausgehquartier verleihen kann.

Patrick Wernli verlässt das Nordportal. Für ihn kommt Muriel Peterhans.

Patrick Wernli verlässt das Nordportal. Für ihn kommt Muriel Peterhans.

Alex Spichale

Das ist auch notwendig, denn die Geschäfte im Nordportal, der Konzert- und Eventhalle sowie im dazugehörigen Konzertlokal Fjord, sind in vergangener Zeit nicht nach Wunsch gelaufen. «Wir haben 2013 einen Verlust von 100 000 Franken eingefahren», sagt Wernli ohne Umschweife. «Doch wir sind seit einem halben Jahr wieder gut auf Kurs», erklärt der erfahrene Eventmanager. Das sei allerdings nicht ohne Anpassungen gegangen. «Wir mussten mit dem kurierten Programm zurückfahren», so Wernli. Das habe schliesslich zur Kürzung des Beitrags vom Kuratorium geführt (von 100 000 auf 60 000). Das bedeute rund 25 Konzerte weniger. «Wenn das Geld nicht da ist, können wir auch keine Konzerte organisieren», bringt es Wernli auf den Punkt. Das Ausgehverhalten habe sich verändert. Es gäbe heute mehr Konzertveranstalter, aber weniger Besucher. Unter dem Strich gehe das nicht mehr auf. «Wir hatten vor drei Jahren beim Adi-Stern-Konzert letztes Mal volles Haus», sagt Peterhans, und fügt dann kleinlaut bei, dass bei einer nationalen Grösse auch schon nur gerade 80 Personen in der Halle gewesen seien. Wenn im Fjord unbekannte Bands spielen, dann seien manchmal mehr Personen auf der Bühne als im Publikum, sagt Clive Hupf.

Die eingeleiteten Massnahmen würden bereits greifen, sagt Peterhans. Die unrentablen Donnerstag-Konzerte im Fjord werden neu auf den Freitag verlegt. Mit klingenden Namen wie unter anderem Pegasus am 6. Dezember will man im Kommerzbereich die Halle füllen. Zusätzlich werden die bewährten Partys, aber auch Firmen-Events forciert. «Wir müssen den Konzertbereich quersubventionieren, sonst geht es nicht auf», sagt Wernli. Dass der Franken härter verdient wird, werden auch die Bands bei den Gagen spüren müssen.

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