Dies ergaben die Analysen der Kantonsarchäologie, die seit Mitte März gleichzeitig mit der Überbauung des Areals Notgrabungen durchführt und die Funde erfasst. Der Gutshof selbst war schon 1955 bei einer Strassenkorrektur entdeckt worden. Doch bisher war darüber wenig bekannt. Einzig einige freigelegte Mauerzüge und Fundamente am Nordhang der Erhebung Bühlrain wurden erforscht. Ihre Lage und die hochwertigen Begleitfunde liessen ein repräsentatives Wohnhaus, ein sogenanntes Herrenhaus, vermuten.

Häuser für Personal und Tiere

Unklar blieb jedoch bis jetzt die Ausdehnung der Anlage. «Nun ist klar, dass diese auch einen umfangreichen Wirtschaftstrakt mit Wohnbauten für das Personal und unterschiedlichen Produktions-, Lager- und Tierhaltungsstätten umfasst», teilt die Kantonsarchäologie mit.

Der etwa 75 Meter vom Herrenhaus entfernte Wirtschaftstrakt weist zwei Bauphasen auf. Die ältere Anlage kann schlecht rekonstruiert werden, denn sie wurde partiell abgerissen und Teile davon in den jüngeren Wirtschaftstrakt integriert. Dieser charakterisiert sich durch eine regelmässige Anordnung der Baustrukturen. Zwei mehrräumige durch ein Hofareal voneinander getrennte Gebäude liegen in einer Achse. Davon sind vorwiegend die Fundamente aus Flusskieseln erhalten. Eines der beiden Gebäude fällt durch die regelmässige kammerartige Innengliederung besonders auf. Da jedoch bis jetzt keine spezifischen Einrichtungsgegenstände gefunden werden konnten, ist die einstige Funktion dieses Wirtschaftsgebäudes nach wie vor ungeklärt.

Der Zeitpunkt der Entstehung des Gutshofs kann auf Anfang des 2. Jahrhunderts datiert werden. Der Wirtschaftstrakt musste infolge eines Brandes im 3. Jahrhundert aufgegeben werden. Weitere Erkenntnisse über diesen Teil des römischen Gutshofs in Buchs erhofft sich die Kantonsarchäologie durch die Fortsetzung der Untersuchungen. (az)