Bausperre
Fünf sind genug: Gebenstorf wehrt sich gegen sechsten Supermarkt

Im Gewerbegebiet Geelig in Gebenstorf bestehen bereits fünf Lebensmittelläden. Vor kurzem ist ein Baugesuch eingereicht worden, wahrscheinlich von einem Grossverteiler. Mit einer Bausperre will die Gemeinde nun eine neue Filiale verhindern.

Pirmin Kramer
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Denner, Migros, Aldi und Coop haben Filialen im Geelig. Gebenstorf gelange verkehrstechnisch an Grenzen, sagt Ammann Senn. PKR

Denner, Migros, Aldi und Coop haben Filialen im Geelig. Gebenstorf gelange verkehrstechnisch an Grenzen, sagt Ammann Senn. PKR

Pirmin Kramer

Gebenstorf hat sich in den vergangenen Jahren zu einem regelrechten Einkaufsparadies entwickelt. Im Geelig quartierten sich Coop, Landi, Aldi, Migros und Denner ein. Bei der Eröffnung der beiden letztgenannten Filialen sagte Gebenstorfs Gemeindeammann Rolf Senn, sie würden das Einkaufsangebot abrunden; nun aber wolle man auf dem übrigen Gewerbegebiet die Verkaufsflächen strikte begrenzen.

Bausperre dauert zwei Jahre

Auf die Worte sind nun Taten gefolgt. Rolf Senn bestätigt Informationen des «Badener Tagblatts»: «Der Gemeinderat hat auf Anraten seines Anwalts eine Bausperre gegen ein weiteres Baugesuch eingereicht, das mit grosser Wahrscheinlichkeit von einem Grossverteiler stammt.»

Man habe den Entscheid im Dezember gefällt, erklärt Senn. Drei Gründe hätten den Ausschlag gegeben: Erstens sei Gebenstorf verkehrstechnisch an seine Kapazitätsgrenzen gelangt, vor allem in Bezug auf den Anschluss an die Kantonsstrasse. «Noch mehr Verkehr können wir unseren Einwohnern nicht zumuten.»

Zweitens verbiete die neue Bau- und Nutzungsordnung die Bewilligung von Gewerbeflächen, die grösser als 500 Quadratmeter sind. Und drittens stelle das Baugesuch einen unverantwortbaren Umgang mit den Baulandreserven dar, so Senn. Zwei Jahre lang wird die Bausperre andauern. Gebe es in diesem Zeitraum keine für die Gemeinde gute Lösung, werde man für weitere drei Jahre eine sogenannte Planungszone errichten, in dieser Zeit dürfte man auf dem Areal nicht bauen.

Gemäss Marcel Stierli, Leiter Hochbau, ist nicht bekannt, welches Unternehmen im Geelig eine weitere Filiale eröffnen will. «Üblicherweise erstellen Investoren ein Gebäude, in das sich die Unternehmen dann einmieten. Im vorliegenden Fall wissen wir aufgrund des Baugesuchs nur, dass unter anderem ein ‹Nahversorgungsmarkt› entstehen soll.» Aufgrund der weiteren Angaben im Baugesuch handle es sich mit grösster Wahrscheinlichkeit um einen weiteren Supermarkt.

Wohnraum fördern

Insgesamt wären im neuen Gebäude drei Ladenlokale vorgesehen; zwei davon mit einer Fläche grösser als 1000 Quadratmeter, was der neuen BNO widerspreche, so Stierli. «Wir haben uns zum Ziel gesetzt, im Geelig nun den Wohnraum zu fördern. Denn bei diesem Gebiet handelt es sich um eine gemischte Zone, in der sowohl Gewerbe als auch Wohnflächen erlaubt sind.»

Fest steht: Beim Unternehmen, das eine neue Filiale im Gebenstorfer Gewerbequartier eröffnen will, handelt es sich weder um «Lidl» noch um «Spar», wie im Dorf gerüchteweise zu hören war. Beide Unternehmen erklärten auf Anfrage, sie würden in Gebenstorf kein Projekt planen und hätten kein Baugesuch eingereicht.