Baden/Zurzibiet
Für die meisten Badis in der Region war das ein Spitzensommer

Nach der miserablen Saison 2014 haben die meisten Schwimmbäder in den Regionen Baden und Zurzibiet deutlich höhere Eintritte verzeichnet. Teilweise waren sie doppelt so hoch wie im Vorjahr.

Stefan Hürst
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Die Freibäder in der Region feierten einen tollen Sommer. Im 5-Jahres-Vergleich erreichten die meisten Anlagen Spitzenwerte bei den Besucherzahlen.

Die Freibäder in der Region feierten einen tollen Sommer. Im 5-Jahres-Vergleich erreichten die meisten Anlagen Spitzenwerte bei den Besucherzahlen.

Aargauer Zeitung
Schwimmbäder 2015 Baden/Zurzibiet

Schwimmbäder 2015 Baden/Zurzibiet

Der Abspann des Sommers ist in vollem Gange. Das vergangene Wochenende dürfte die Menschen ein letztes Mal zum Schwitzen gebracht haben. Im Verlauf der Woche werden die Temperaturen auf Herbst umstellen und unter 20 Grad Celsius fallen. Damit geht auch die Badi-Saison zu Ende – und die hatte es in sich.

Das «Badener Tagblatt» hat bei neun Schwimmbädern in den Regionen Baden und Zurzibiet nachgefragt und ist auf Begeisterung gestossen. «Sensationell» war es in Endingen, «bombastisch» in Döttingen, Baden verzeichnete einen «Supersommer». Nur Zurzach und Wettingen erreichten im 5-Jahres-Vergleich keinen Spitzenwert.

Insbesondere im Vergleich zum letzten Jahr ist der Unterschied bei allen Badis frappant. 2014 war für viele Freibäder das schlechteste Jahr überhaupt. So verzeichneten Klingnau und Niederweningen dort die tiefsten Werte ihrer Geschichte.

Rekorde meistens verpasst

Wie als Entschuldigung für das Vorjahr bescherte das Wetter in diesem Sommer allen Badis einen enormen Zuwachs. In Würenlos, Niederweningen, Klingnau und Endingen erwartet man bis zum Saisonschluss im September die zwei- bis dreifachen Besucherzahlen im Vergleich zu 2014. Auch die Jahre zuvor konnten an den meisten Orten getoppt werden (siehe Infografiken).

Reicht das aber, um den Rekordsommer von 2003 zu überbieten? In Baden winkt man ab. Das Terrassenbad knackte 2015 als einzige Badi der Region die 100 000er-Marke. Die 160 000 Besucher von 2003 wird man dennoch deutlich verpassen. «Für ein Rekordergebnis fehlten leider in diesem Jahr einige sonnige Wochenenden vor und nach den Sommerferien», erklärt René Saurenmann, Betriebsleiter des Terrassenbads.

Erfahrungsgemäss hätten diese in der Vergangenheit die meisten Besuchereintritte generiert. Im Schwimmbad Endingen fehlen die Zahlen von vor zwölf Jahren. «Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass wir dazumal noch mehr Besucher hatten», sagt Badmeister Kurt Müller.

Keine Unfälle

Trotz Tausenden Besuchern und heissem Wetter – schwere Zwischenfälle blieben in der Region aus. Für gewöhnlich sahen sich die Badmeister mit Insektenstichen und kleineren Schürfwunden konfrontiert. Ein gebrochener Arm war im Regibad Zurzach der schlimmste Zwischenfall.

Im Terrassenbad Baden wurde der Sanitätsdienst am meisten gefordert. Mehrere Kollapse an den heissen Tagen, epileptische Anfälle sowie gar eine schmerzhafte Eileiterschwangerschaft konnten erfolgreich behandelt oder weitergeleitet werden. Bei zwei Unfällen von Jugendlichen beim Sprungturm musste die Rettungssanität verständigt werden. Was die Crew ebenfalls auf Trab hielt: Sehr viele «verlorene» Kleinkinder, die den Eltern entlaufen sind. René Sauermann meint: «Offenbar steigt der Freiheitsdrang der Kleinen an.»

Steigt Konkurrenz?

Viele Badeanlagen warten heute mit einer grossen Infrastruktur auf: Rutschbahnen, Sprungtürme, Planschbecken. Monika Dietsche, Betriebsleiterin des Regibads Zurzach, hält fest: «Die Konkurrenz hat in den letzten Jahren sicher zugenommen.» Eine Badi müsse heute ein vielfältiges Angebot haben. Diese Beobachtung teilen nicht alle Anlagen in der Region. Luciano Schaffer, stellvertretender Betriebsleiter in Wettingen, sieht keinen steigenden Druck: «Der Hauptfeind ist immer noch das Wetter.»