Wettingen
Für die Natur: Geissen im sechswöchigen Dauer-Fresseinsatz

Spaziergängern bietet sich an der Fohrhölzli-strasse ein besonderes Bild: Sie können einer Herde Stiefeligeissen bei der «Arbeit» zusehen. Die Ziegen sollen der Verbuschung Einhalt gewähren.

Von Dieter Minder
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Die kleine Herde Stiefeligeissen bei einer Mittagspause in der Bernau. Dieter Minder
6 Bilder
Wesentlich ausgeholzt ist der Blick nach Neuenhof und die Autobahnbrücke wieder offen
Hansmartin Ryser vom der Kulturlandauschuss der Gemeinde Wettingen in der Benau
Die Mitglieder des Kulturlandausschusses beim verbuschte Limmatbord an der Fohrhölzlistrasse
Förster Philippe Vock
Gegen die Verbuschung: Stiefelgeissen im Fresseinsatz

Die kleine Herde Stiefeligeissen bei einer Mittagspause in der Bernau. Dieter Minder

«Früher sind an diesem Hang sehr wertvolle Pflanzen gewachsen», sagt Revierförster Philippe Vock. Bis vor kurzem war der steile Hang Bernau, zwischen Stausee und Fohrhölzlistrasse, stark verwaldet. «Wir wollen den hier wichtigen Bäumen, wie Eichen, Linde oder Kirsche wieder mehr Raum geben.»

Diese Arbeit teilen sich das Forstamt Wettingen und eine Herde Stiefeligeissen. Letztere sind jetzt sozusagen an der Feinarbeit. «Sie fressen das Laub der Bäume, und Sträucher», erklärt Hansmartin Ryser, Mitglied des Kulturlandausschusses der Gemeinde Wettingen.

Das Projekt läuft unter Aufsicht des Kulturlandauschusses, wobei Revierförster Philippe Vock zuständig ist. «Die Geissen werden rund sechs Wochen hier sein», sagt Vock. Danach bleibt das Areal sich selbst überlassen.

Mit dem Holz wird geheizt

In den letzten Wochen hat das Forstamt Wettingen den Hang massiv ausgeholzt. Das über 200 Meter lange und 50 Meter breite Waldstück ist bereits wieder sehr licht, zwischen den Baukronen bestehen grosse Lücken. «Damit haben wir einen Bedeckungsgrad von 40 bis 50 Prozent erreicht», sagt Vock. Das heisst, dass mehr als die Hälfte der Sonnenstrahlen wieder ungehindert bis zum Boden durchdringen kann.

Rund 90 Kubikmeter Festholz hat das Forstamt abtransportiert. Daraus werden Schnitzel für die Heizungen der Gemeinde gemacht. Die Äste wurden zu Haufen aufgeschichtet und dienen so vielen Kleintieren wie Igeln oder Mäusen als Lebensraum.

Die Geissen kommen wieder

Das ist nicht der letzte Einsatz, die Geissen. Während der nächsten fünf Jahre werden sie regelmässig zurückkehren. Damit soll verhindert werden, dass der Hang wieder verbuscht. Die Bernau soll zu einem Gebiet umgestaltet werden, in dem wärme- und lichtliebende Bodenpflanzen gedeihen.

Die Herde gehört dem Spreitenbacher Gartenbauer Jelle Van der Zee aus Spreitenbach. Seine Geissen beweiden regelmässig Waldstücke im Rahmen ähnlicher Projekte.